Rainer Adrion soll Trainer der deutschen U21-Fußballer werden - die Personalie wäre ein Sieg für Bundestrainer Joachim Löw.
Im Grunde ist Rainer Adrion ganz froh, dass er keine ruhigen Weihnachten vor sich hat. "Es wäre mir ja auch nicht recht, wenn der VfB sagen würde: Gut, dass der Adrion endlich weg ist", sagt Adrion. Er ist ein umworbener Mann in diesen Weihnachtstagen, die turbulenter als geplant werden dürften.
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Rainer Adrion gilt als möglicher Nachfolger von Dieter Eilts als U-21-Nationaltrainer. (© Foto: dpa)
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Adrion wird zusammen mit seinem Klub eine strategische Entscheidung treffen müssen: Bleibt er beim VfB Stuttgart, wo er (mit zwei kurzen Unterbrechungen) seit zwölf Jahren die zweite Mannschaft trainiert und wo ihm intern so hohe Wertschätzung entgegenbracht wird, dass er über einen unbefristeten Arbeitsvertrag verfügt? Oder wagt er sich mit 55 Jahren noch einmal an einen neuen Job, der ihm womöglich auch extern endlich die gewünschte Anerkennung bescheren könnte?
Wenn es nach Bundestrainer Joachim Löw geht, soll Adrion Nachfolger von Dieter Eilts als Trainer der deutschen U-21-Junioren werden. "Die Anfrage des DFB an den VfB gibt es", bestätigte Adrion am Montag der SZ. Er gehe davon aus, "dass in den nächsten ein, zwei, drei Tagen Gespräche zwischen den Parteien stattfinden".
Hochqualifizierter Spielerausbilder
Auf den ersten Blick wirkt diese Personalie wie ein unspektakulärer letzter Punkt auf einer Verbandsagenda, die vor Weihnachten noch schnell abgearbeitet werden muss. Auf den zweiten Blick wirkt die Personalie aber schon spektakulärer, weil sie einen Blick tief hinein in die Verbandsstruktur erlaubt. Die Qualifikation des Kandidaten ist dabei am wenigsten umstritten: Im Grunde zweifelt niemand an der Eignung des hochqualifizierten Spielerausbilders, der schon die Generation Hinkel/Kuranyi bundesligatauglich machte, anschließend die Generation Gomez/Tasci/Khedira entwickelte und im Moment beim VfB II schon wieder ein paar Schätze poliert.
Rainer Adrion ist ein versierter Schnittstellentrainer, und genau dort soll er nun auch beim DFB artgerecht verwendet werden: bei der U21, an der Schnittstelle zwischen der A-Nationalelf und den Jugendmannschaften des Verbandes. "Die U21 zu trainieren wäre sicher eine Herausforderung, weil es hundertprozentig meinen Fähigkeiten entspricht", sagt Adrion: "Ich denke, dass der Verband für diese Position ein Anforderungsprofil hat, das gut zu mir passt."
Adrion lehrt den Fußball, den auch Joachim Löw mag, was beim Blick auf die Biographien nicht verwundert: Als Löw 1996 als junger Trainer den VfB Stuttgart übernahm, hieß sein Assistent Rainer Adrion. Gemeinsam gewannen sie mit dem VfB mit den DFB-Pokal (1997, gegen Cottbus), gemeinsam erreichten sie das Endspiel des Europapokals der Pokalsieger, das mit einer 0:1-Niederlage gegen Chelsea endete. "Wir haben uns sehr, sehr gut ergänzt", sagt Adrion, der aber Wert darauf legt, "dass Joachim meine Berufung unterstützt, dass ich aber nicht allein sein Kandidat bin, sondern der Kandidat eines ganzen Gremiums".
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Sammer wurde einem Jürgen Klinsmann vor die Nase gesetzt. Das führte u.a. dazu, dass Klinsmann die Brockenn hingeworfen hat.
Es ist zu wünschen, dass Rainer Adrion der Nachfolger von Dieter Eilts wird und dass sich der Herr Sportdirektor nicht durchsetzt mit seiner Personalie Heiko Herrlich.
Klinsmann hat zwar alte Strukturen im DFB aufgebrochen und teilweise beseitigt, nun aber bilden sich neue Seilschaften, gehen teilweise persönliche Interessen einigen Leuten anscheinend vor. Nicht jeder ehemals große Spieler ist auch ein begnadeter Funktionär. Bei einigen bekommt man so langsam das Gefühl, es wurde der Bock zum Gärtner gemacht, z.B. Hr. Sammer, oder Hr. Bierhoff.
... in Köln nennen sie es Klüngel, anderswo Sumpf oder Filzokratie. Es ist nicht weiter verwunderlich, wie im DFB wieder das alte System wirkt und gilt, eben nur mit neuen Personen als Strippenzieher. Jeder versucht seine Hausmacht zu stärken um gegen Angriffe aus den unterschiedlichsten Gründen eine Stimme mehr als der Angreifer zu haben, wenn es gilt. Löw und Sammer zwei kontroverse Gegensätze sind da keine Ausnahme. Eilts musste nur deshalb gehen, weil seine Hausmacht aufgelöste war. Wo bleiben eigentlich die jungen, ambitionierten Trainer wie Slomka, Rapolder oder Buchwald?
Warum nimmt der DFB keine Alternative ins Konzept, keine Kompetenz.
Alles was Jürgen Klinsmann im DFB in neue Bahnen gelenkt hat nämlich in Kreativität und Kompetenz ist mittlerweile wieder beim alten, in der Filzokratie. In einigen Jahren werden wir die Früchte ernten und uns wieder verwundert die Augen reiben über die erfolglose Jugendarbeit. Wir lernen es nie!!