1860 München versucht, den Traum von der Giesing-Rückkehr in einen rationalen Rahmen zu pressen. Doch wer glaubt schon, dass den Löwen der Rückzug in ihr Revier glückt?
Wenn einer auszieht in die große Welt, um Ruhm und Geld zu sammeln, und dann scheitert, dann zieht es ihn oft zurück in die Heimat. Wenn die Träume vom großen Erfolg geplatzt sind, wird das Gestern zum Zufluchtsort. So gesehen ist die jüngere Vereinsbiografie von 1860 eine nachvollziehbare Geschichte: Großer Fußball wird nicht gespielt, aber in einer großen Arena, in der er noch kleiner wirkt.
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Wo wird der TSV 1860 München künftig seine Heimspiele austragen? Der Verein träumt von einer Rückkehr nach Giesing. (© Foto: dpa)
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Seit dem Umzug nach Fröttmaning ist Sechzig in der Außenwirkung ein kaputter Größenwahnklub, der sich auf groteske Weise übernommen hat und vor leeren Rängen Misserfolg an Misserfolg reiht. St. Pauli oder Union Berlin streuen Salz in die Wunden, indem sie zeigen, wie man sich in Großstädten als Alternative zu den Platzhirschen etablieren kann.
Man musste in dieser Woche nur kurze Blicke aufs Vereinsgelände des TSV werfen, um zu ahnen, dass die Prioritäten bei 1860 nicht auf der Gegenwart liegen, sondern auf den Sehnsüchten. Am Montag verirrten sich nur zehn Anhänger auf das Trainingsgelände, um die Mannschaft zu beobachten und vor den Fernsehkameras zu schimpfen; die meisten haben sich mit dem deprimierenden Ist-Zustand abgefunden. Am Dienstag drängten sich Anhänger um den Mediencontainer; alle wollten wissen, was die "Projektgruppe Stadionzukunft" präsentierte.
Diese Gruppe ist der Versuch, den Traum von der Rückkehr nach Giesing in einen rationalen Rahmen zu pressen. Man gibt sich betont sachlich. Dass das alte Stadion an der Grünwalder Straße keinen Profifußball mehr erleben wird, das haben selbst die Hardliner der Gruppierung "Freunde des Sechzgerstadions" akzeptiert - bei einem Neubau dort bliebe nur (aber immerhin) die Umgebung Kult.
Doch auch ein Neubau ist mit vielen Fragezeichen behaftet. Brandschutz? Sicherheit? Baurecht? Finanzierung? Einigung mit dem Arena-Vermieter FC Bayern? Die Stadtverwaltung unterstreicht ohnehin ihr ganz klares Nein. Außerhalb des Klubs glaubt niemand daran, dass den Löwen der Rückzug in ihr Revier glücken wird. Die Pressekonferenz ist daher vor allem als politische Veranstaltung zu werten. Punkt für Punkt will die Projektgruppe die Fragen abarbeiten.
Wenn dieses Vorhaben tatsächlich gelingen sollte, muss man allen Beteiligten größten Respekt zollen. Und wenn nicht? Dann hat der TSV 1860 - vielleicht geht es dem Präsidium ja auch darum - zumindest seine Anhängerschaft ruhig gestellt und den Schwarzen Peter an die Stadt weitergeschoben. Aber dann stehen hinter der Zukunft dieses entfremdeten Klubs mindestens genauso viele Fragezeichen.
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(SZ vom 04.11.2009)
Drogeriekette wird abgewickelt
wieder der Text abghaut...
...an einem neuen Profistadion basteln kann.
Allerdings gibt es in einem Punkt evtl. kongruente Interessen zwischen 60, Bayern und der Stadt: Unterhalb der 2. Liga tut sich in München stadiontechnisch ein gewisses Niemandsland auf. Derzeit spielt ja auch die 2. Mannschaft der Bayern an der Grünwalder und 60 hat auch keine Stammplatzgarantie in der 2. Liga. Es gab auch mal den FC Wacker oder Türk Gücü, die dann teilweise im ebenfalls verlotterten und einbruchgefährdeten Dantestadion spielten. Für den Bereich Bayernliga bis 3. Liga ist München stadiontechnisch derzeit nicht gut gerüstet. Um da Abhilfe zu schaffen muss das Pferd allerdings nicht von hinten aufgezäunt werden, sondern die Stadt muss eine dem Bedarf angemessene Alternative prüfen.
ist in erster Linie der Stadt und ihren Bürgern verpflichtet und nicht den Fussballfans. Da gibt es viele Aufgaben und nebenbei bemerkt bereits 2 Fünf-Sterne-Fussballtempel, so dass man sich schon fragt, ob ein Lokalpolitiker allen Ernstes guten Gewissens an einem neuen Profist
Grüner als grün kann ich nicht geben, Aus Haching.
Stevic ist nur dienlich gewesen, weil er gute Leute aus seiner Heimat billig loseisen konnte, viel mehr ist nicht zu sehen. Ich sehe auch keine Alternative zum Verbleib in der AA.
Und zur Trainerfrage habe ich schon den Verdacht geäußert, dass es in der Mannschaft nicht stimmen kann, wenn nur die jungen Spieler Leistung bringen und ein Trainer nach dem anderen nur sporadisch Verbesserungen erreichen kann, aber dann wieder so schäbige Auftritte zu sehen sind , dass die Zuschauerzahlen sinken müssen.
Über den Präsidenten habe ich keine Meinung, nur wird er sich trotz seiner Kontakte zur Wirtschaft schwer tun, Sponsoren zu finden. Mageth ist der geborene Verlierer und die Ehemaligen kriechen immer nur heraus wenn die Zeiten schlecht sind, damit sie draufhauen können.
Ich differenziere sehr genau.
Vorneweg: Ich bin alter FCK-ler und kenne es gut, wenn ein Traditionsverein wegen Misswirtschaft in Schwierigkeiten steckt. Nur dass der FCK mit dem Sanierer Jäggi und jetzt mit Stefan Kuntz mehr Glück bei der Wahl des Führungspersonals hatte.
1860 muss auf jeden Fall aufhören, pro Saison einen Sportdirektor und mindestens einen Trainer zu verschleissen. Stichwort Marco Kurz: Steht mit Lautern auf einem Aufstiegsplatz, ganz so schlecht kann er nicht sein. Stichwort Reuter: Abgesägt, weil der Lautsprecher Stevic mit einem Phantom-Investor winkte. Kleinlaut geworden. Über die Querelen "Pro 1860" usw. braucht man kein Wort mehr zu verlieren.
Und noch zur Stadiondebatte (ich hatte ja gestern schon was dazu geschrieben, die Kommentare waren aber später weg):
Warum sollte die AllianzArena die Löwen aus dem Vertrag entlassen, und damit bis 2025 auf über 70 Millonen Euro verzichten (16 Jahre mal 4,5 Millionen / Jahre)?
Warum sollte die Stadt München einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag in die Hand nehmen, um ein drittes Profistadion in der Stadt zu bauen?
Warum sollte es dem Verein besser gehen, wenn in Giesing statt in Fröttmaning gespielt wird?
Ich würde sagen, 1860 sollte lieber mal ein paar Jahre mit der eigenen Konsolidierung verbringen, anstatt ständig vom Aufstieg und von neuen Stadien zu reden.
Darum habe ich nachgefragt Zetti, weil ich zu allen Stadionproblemen die Erblast aus Wildmosers Größenwahn anführen möchte. Ich sehe bei der derzeitigen Vorstandschaft ein hohes Mass an Denkfähigkeit. Dass man sportlich nicht vorankommt, ist nur bedingt der Vorstandschaft zuzurechnen, wenn man die guten Spieler alle aus der Not verkaufen muss. Bei Bayern jammert man bei lauter Nationalspielern über den Ausfall von Ribery und beim klammen Zweitligisten dürfte der Ausfall von Lovin kein Grund dazu sein.
Die Stadionverträge hat Wildmoser zu Erstligazeiten vereinbart und diese schnüren jetzt die Löwen bis zur Handlungsunfähigkeit ein. Wenn jetzt Stoffers versuchte, mit der Versachlichung der Stadionfrage, für Ruhe unter den Fans und im Verein zu sorgen, ist das eine gute Massnahme.
Nur deshalb habe ich nachgefragt, weil wir seit langem wieder ein etwas besseres Präsidium haben.
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