Beim Münchner Zweitligisten TSV 1860 deutet sich ein Machtwechsel an: Manager Stefan Reuter soll von Ex-Spieler Miroslav Stevic abgelöst werden.
Beim Münchner Zweitligisten TSV 1860 kündigt sich ein Machtwechsel an. Im Anschluss an das 0:2 am Sonntagnachmittag gegen den SC Freiburg hat noch im Stadion ein Krisenstab getagt, der angeblich die Entmachtung des sportlichen Leiters Stefan Reuter beschlossen hat.
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Stark unter Druck nach schwacher Bilanz: Manager Stefan Reuter (l.) und Trainer Marco Kurz vom TSV 1860 München. (© Foto: dpa)
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Für die sportlichen Belange soll nun der ehemalige Spieler Miroslav Stevic, 39, verantwortlich sein. Er soll bereits einen Manager-Vertrag unterschrieben haben. Stevic bewirbt sich schon seit längerem mehr oder weniger offen um den Posten bei seinem Ex-Klub. Angeblich soll er eine Investorengruppe mitbringen, die 20 Prozent der Anteile der 1860-KGaA übernehmen. Angeblich soll der Preis dafür bei etwa sieben Millionen Euro liegen, ein sehr niedriger Preis für ein Fünftel des Klubs. Auch weil Präsident Rainer Beeck bisher stets beteuert hatte, diese Gruppe sei unseriös und deshalb nicht erwünscht, wird nun spekuliert, dass 1860 wesentlich größere Finanzprobleme hat, als bislang angenommen.
Die Zukunft von Stefan Reuter ist noch unklar. Entweder er soll im Verein als Geschäftsführer bleiben, oder er schmeißt ganz hin und verlässt 1860.
Damit dürfte der Verein vor einem Stilwechsel stehen. Stefan Reuter und Trainer Marco Kurz haben stark auf Spieler aus dem eigenen Jugendbereich gebaut, Spieler wie Fabian Johnson, die Zwillinge Lars und Sven Bender etablierten sich in der zweiten Liga. Dazu verpflichtete Reuter vor allem Profis, die bereits für 1860 aktiv waren, wie Daniel Bierofka oder Benjamin Lauth.
Es entstand eine Mannschaft mit viel Lokalkolorit, gerade aus Sicht der Fans ein lobenswerter Weg. Doch der erwartete Erfolg blieb aus. 1860 München wird auch in dieser Saison nicht um den Aufstieg in die erste Liga mitspielen, die Unzufriedenheit rund um diesen stets sehr aufgeregten Klub steigt weiter. Auch, weil es für das ständig schwelende Finanzproblem keine Lösung gibt.
Stadionkosten überfordern den Klub
Der Stadionneubau für die WM 2006 zusammen mit dem FC Bayern hat den Verein völlig überfordert. Seit dem Abstieg 2004 muss der Klub jährlich mit Notaktionen Millionen einnehmen, um das Defizit auszugleichen. Inzwischen ist 1860 nicht mehr Miteigentümer der Arena, sondern nur noch Mieter beim ungeliebten FC Bayern. Und auch das reicht nicht, zuletzt musste Talent Timo Gebhart für drei Millionen Euro nach Stuttgart verkauft werden.
Sollte Stevic kommen, könnte sich die Transferpolitik der Sechziger verändern. So ist zu hören, dass die Nachwuchsabteilung des Vereins befürchtet, mit Stevic wäre der Jugendstil wohl beendet. Zudem war der 39-Jährige im Verein als Manager bislang nicht willkommen, weil er als Spielerberater tätig ist. In Deutschland hat er den Jungnationalspieler Marko Marin unter Vertrag.
Auch Kurz in Gefahr
Mit Stevic dürfte auch die Arbeitsstelle von Trainer Kurz in akuter Gefahr sein. Dabei gehen selbst den Fürsprechern die Argumente für Kurz langsam aus. Die Mannschaft zeigt seit Monaten nur noch mäßigen Fußball, bis auf einen Höhenflug im Oktober, als 1860 vier Spiele in Folge gewann, blieb die Bilanz des Jahres 2008 weit hinter den wie immer hohen Erwartungen zurück. Gegen Freiburg gab es wieder "Kurz raus"-Rufe von der Tribüne. Kurz macht sich durch seine bisweilen sehr zurückhaltende, trockene Art zudem wenig beliebt bei der mitunter aggressiven 1860-Journaille.
Zurückhaltend und trocken sind nun wahrlich nicht die Eigenschaften des redseligen Stevic. Er hätte sein Ziel erreicht und einen einflussreichen Posten im Münchner Fußball ergattert. Der in Grünwald wohnende Serbe bastelt seit langem an einer Opposition zu Reuter/Kurz und hat auch Mitstreiter in der immer noch einflussreichen Meister-Mannschaft von 1966. So stänkerte Torwart-Idol Petar Radenkovic mehrfach öffentlich gegen Reuter und Kurz.
Die Vereinsverantwortlichen nahmen zu den Spekulationen um Reuter keine Stellung. Die Geschäftsführung werde in den nächsten Tagen die sportliche Situation bei 1860 analysieren, teilte der Klub am Montag mit. Die Ergebnisse dieser Gespräche sollen am Mittwoch bekannt gegeben werden.
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(sueddeutsche.de/mikö)
Drogeriekette wird abgewickelt
ist der einzige Profi in dem Umfeld. Der wird woanders schon was reißen. So geht es wohl in die 3. Liga - Kurz wird auch nicht weiter machen. Panikverein...
Dann sage ich jetzt schon mal: BRAVO! Vom Regen in die Traufe. Das wird mit dem Micki wieder nix. War der schon mal irgendwo Manager? Oder in einer administrativen Verwaltung? Das klingt hier langsam nach GZSZ bei den Löwen, nur fehlen da die GZs...
Mit den Moneten klappt dann auch der Kauf des griechischen Wunderstürmers Damianos Athanasios von Spiridon Kirch-Grottenherten.
Der Verein ist wirklich total kultig. Wo bekommt man mehr Drama mit, als bei den 60ern? Höchstens in der Eifel, bei der SpVgg Rureifel Wehebachtalsperre. Es ist sogar zu lesen, heute, im Eifeler Kalenderbaltt zu aktuellen Debatten in Landwirtschaft, Politik und Sport, das eine Abordnung von 1860 München versucht haben soll, den Vorstand Fußball des Eifeler Traditionsverein, Dieter Langezwerg, als neuen Co-Manager neben Miro Stevic zu verpflichten. Dieser würde, ähnlich wie Stevic, auch eine Investoren Gruppe an der langen Hand haben, die allerdings über einen guten Ruf verfügt. Die LPG Vollmilch überlegt ja schon seit längerem ihr sportliches Marketing zu fördern. Mit dem neuen Werbepartner 1860 könnte also bald in Zukunft Milch statt Bier an die Fans verteilt werden. Der Deal hätte, so munkeln Insider wie Frank Mill und Aleksander Ristic, einen Umfang von mehreren tausend Euro. Geld, das der Münchener Arbeiterklub dringend gebrauchen könnte.
"Rauswurf", "gefeuert", "abserviert" .....
Warum immer die starken Vokabeln, als würde jemand wegen Diebstahls und Verführung minderjähriger Lehrlinge aus der Firma geschmissen?
Kein Wunder dass Hooligans diesen Stil aufgreifen.
"Ablösung", "Trennung", "Kündigung" sind doch eher Wörter, die der Sache gerecht werden, das sind doch keine Verbrecher. Ohnehin geht ja aus pragmatischen Gründen immer der Trainer und nicht die schlecht kickende Mannschaft.
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