TSV 1860 München: Neuer Investor:Willkommen in München!

Am Samstag soll Hasan Abdullah Ismaik, der wahrscheinlich neue Investor des TSV 1860, erstmals in München eintreffen. Hier sind wichtige Tipps, damit er sich wohl fühlt - und worauf er sich besonders freuen darf.

Gerald Kleffmann und Markus Schäflein

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Am Samstag soll Hasan Abdullah Ismaik, 34, der wahrscheinlich neue Investor des TSV 1860, anlässlich des Heimspiels des Fußball-Zweitligisten gegen Energie Cottbus (13 Uhr) erstmals in München eintreffen. Die SZ begrüßt den jordanischen Geschäftsmann recht herzlich in München, gibt wichtige Tipps, damit er sich gleich in Deutschlands schönster Stadt wohl fühlt - und erklärt, worauf sich der hoffentlich bald neue Partner der Löwen besonders freuen darf. Die Firmenprüfung namens Due Diligence im Übrigen sollte - nachdem die ganzen hässlichen Zahlen raus sind - nur Positives über die Löwen zu Tage fördern. Die SZ jedenfalls ist von vielen Aspekten des TSV 1860 nach wie vor begeistert und hofft auf das Investment von Hasan Abdullah Ismaik - auf dass er die großartigen Löwen rette.

TSV 1860 München: Neuer Investor

Wortspiele

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Die Deutschen sind ein sehr lustiges Volk. Es empfiehlt sich ein freundliches Lächeln, sollten folgende Wortwitze aufgrund der Aktualität ausgeübt werden: "scheichegal", "Turn- und Scheichverein", "Zahle Maleikum". Der Löwenfan meint solche Formulierungen keineswegs ehrabschneidend. Vielmehr sind sie als höchste Form der Anerkennung zu werten. Wenn der Löwe anfängt, zu scherzen, hat er Frieden mit einer Sache oder einer Person geschlossen. Nur was er mag, wird humoristisch gewürdigt. Was er nicht mag, wird beschimpft oder, schlimmer, ignoriert.

TSV 1860 München: Neuer Investor

Das Löwenstüberl

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Das Löwenstüberl ist das Herz der TSV 1860 GmbH & Co. KGaA. Aber Vorsicht: Viele Gerichte dort enthalten Schweinefleisch. Folgende Gerichte der Speisekarte enthalten kein Schwein: Käsesemmel (1,80 Euro), Breze (0,80 Euro), Butterbreze (1,20 Euro). Christl, Chefin des Löwenstüberls, ist zugleich die gute Seele des Vereins. Sie hat immer ein offenes Ohr, wenn jemand mit Sorgen zu ihr kommt. Werner Lorant zum Beispiel war ständig bei Christl. Noch einmal Vorsicht: Christl akzeptiert keine Kreditkarten. Dafür dürfen Stammgäste schon mal anschreiben, sofern zuvor die Due Diligence-Prüfung bei dem Betroffenen gut verlaufen ist.

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Der Fansong

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Am Samstag in der Arena wird der berühmte 1860-Fansong "Stark wie noch nie" gespielt. Textsicherheit beim Refrain hat sich stets als geeignete Methode erwiesen, um die Zuneigung zu den Löwen nachhaltig und glaubhaft zu untermauern. Er lautet so: Wir sind stark wie noch nie stark wie noch nie wir haben Löwen - Power uns zwingt keiner in die Knie Wir sind stark wie noch nie stark wie noch nie 1860 ist Stark wie noch nie Fair Play - das ist die Devise auch wenn man das Letzte gibt volle Power ohne Ende bis der Ball im Kasten liegt die Fans in unsrer Kurve sind die besten Fans der Welt sie sind treu wie gute Freunde für die nur 60 zählt

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Wichtige Sätze

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Folgende Floskeln sollte man als 1860-Investor für Gespräche mit örtlichen Medien unbedingt auswendig lernen und in beliebiger Reihenfolge abspulen: "Einmal Löwe, immer Löwe", "die Zeit der Selbstzerfleischung ist vorbei", "wir ziehen alle an einem Strang", "wir haben keine Hilfe vom FC Bayern erhalten", "die Mannschaft muss kratzen, kämpfen, beißen", "die Mannschaft hat Qualität", "ich habe als Kind schon in Sechzger-Bettwäsche geschlafen", "München ist nicht nur die Maximilianstraße", "wir wollen der Verein für die Familie mit vier Kindern in der Zwei-Zimmer-Wohnung sein". Was eher zu vermeiden ist, weil schnell eine ablehnende Haltung einem gegenüber entstehen kann, sind Sätze wie: "1860 ist eine Firma", "es ist keine Philosophie erkennbar", "der FC Bayern war eigentlich schon immer mein Traumverein", "ich habe als Kind schon in FCB-Bettwäsche geschlafen". Falls man gar nichts sagen will als Vereinsvertreter, hat sich der sogenannte § 1 des Präsidenten Dieter Schneider bereits zigmal erfolgreich bewährt: "Zu Personalangelegenheiten, Verhandlungsständen und Zahlen werden keine Kommentare abgegeben."

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Lohnende Auswärtsfahrten

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Die zweite Bundesliga hält viele attraktive Mannschaften in unserem schönen Deutschland bereit. Folgende Gegner sind eine Reise wert: Erzgebirge Aue (Attraktionen: Bergbaulehrpfad am Heidelsberg, erzgebirgisches Schnitzstübel), SC Paderborn 07 (Attraktionen: Deutsches Traktoren- und Modellauto-Museum, Paderborner Pilsener), Rot-Weiß Oberhausen (Attraktionen: Gasometer, Einkaufszentrum), SpVgg Greuther Fürth (Attraktion: Nürnberg).

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Fans

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Die Fans des TSV sind die besten der Welt. Dies hat keine Due Diligence ergeben, sondern die jeweiligen Fans eines Klubs sind generell immer die besten der Welt. Also auch bei Sechzig. Manchmal gibt es zwar Meinungsverschiedenheiten untereinander darüber, wer wieder was warum und wie bei 1860 etwas unglücklich gelöst hat. Aber im Grunde sind die Zwistigkeiten kaum erwähnenswert.

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Gelebte Demokratie

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1860 ist ein durch und durch basisdemokratischer Verein. Alle haben eine Meinung, und meistens nicht die selbe. Mindestens folgende wichtige Personen muss man kennen, regelmäßig anhören und in Ehren halten: Hans Vonavka (Pro1860-Sprecher und Blumengroßhändler), Robert Reisinger (Abteilungsleiter und KGaA-Kritiker), Rasta-Löwe (früheres Maskottchen und Mobbingopfer), Fredi Heiß (Meisterlöwe und Fußballexperte), Christl (Wirtin und Insolvenzgegnerin), Schlechinger (konstruktiver Löwenforum-User), Franz Hell (Allesfahrer), Karsten Wettberg (Erfolgstrainer), Axel Dubelowksi (Löwenbomber), Jutta Schnell (Frau von Gerhard Schnell), Gerhard Schnell (Mann von Jutta Schnell), Tom Nuggis (verschollene Reporterlegende).

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Giesing

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Die Heimat des TSV 1860 ist nicht München, sondern Giesing. Das Internetlexikon Wikipedia, die zuverlässigste Informationsquelle der westlichen Welt, teilt mit: "Der heutige Stadtteil wurde schon 790 zum ersten Mal als Kyesinga urkundlich erwähnt. Durch die Nähe zum immer bedeutender werdenden München wurde Giesing im Mittelalter zur Zuflucht für Tagelöhner, die in der Stadt kein Wohnrecht erhielten. In Giesing entstanden Einrichtungen, die anderswo wenig geschätzt waren, wie Gefängnis, Krankenhaus, Friedhof und Irrenhaus." (Daraus sind jedoch keinesfalls Rückschlüsse auf die Frage zu ziehen, weshalb 1860 dort angesiedelt wurde.) Giesing gehörte mit Haidhausen und der Au sechs Jahre vor der Gründung des TSV zu den ersten Eingemeindungen in die Stadt München. Sehenswerte Baudenkmäler Giesings sind die Heilig-Kreuz-Kirche, die erste McDonalds-Filiale Deutschlands (eröffnet 1971) und das Stadion an der Grünwalder Straße.

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Münchens große Liebe

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1860-Stadionsprecher Stefan Schneider gilt als derjenige, der 1860 als "Münchens große Liebe" entschlüsselt hat. Ein genialer Werbespruch. Auch wenn die Zuneigung mancher in der Stadt in letzter Zeit, gut, in den letzten Jahren auf die Probe gestellt wurde, so ist doch klar: Es wird Zeit, dass endlich wieder Schwung in die Beziehung kommt zwischen 1860, diesem wunderbaren Traditionsverein, und München.

© (SZ vom 7.4.2011) - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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