Der TSV 1860 München verkündet den x-ten Neuanfang: Der Deal mit dem Berliner Investor ist geplatzt, alle bleiben im Amt, Uwe Wolf wird neuer Trainer. Aber ohne neuen Vertrag.
Wochenlang hat der Investoren-Deal von Fußball-Zweitligist 1860 München für Schlagzeilen gesorgt - nun ist der geplante Einstieg von Unternehmer Nicolai Schwarzer bei den Löwen endgültig vom Tisch.
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"Was im Vertrag steht, ist unwichtig." Miroslav Stevic (im Bild links zusammen mit Geschäftfsführer Manfred Stoffers) gibt Uwe Wolf zwar die Trainerverantwortung, aber keinen neuen Vertrag. (© Foto: Getty)
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"In den vergangenen Wochen ist sehr viel Porzellan zu Bruch gegangen", sagte 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers. Deshalb habe sich der Verein gemeinsam mit Schwarzer darauf verständigt, aufgrund der "verunglückten" Vertragshistorie das vereinbarte Projekt einvernehmlich zu beenden.
Das bereits geflossene Geld für die Transfers von Antonio Rukavina und Nikola Gulan (etwa 300.000 Euro) will der Berliner Immobilien-Unternehmer von den finanziell schwer angeschlagenen Sechzigern nicht sofort zurückfordern, sondern in ein mittelfristiges Tilgungsdarlehen umwandeln.
Parallel dazu laufen beim TSV 1860 derzeit die Bemühungen auf Hochtouren, das Chaos um den geplatzen Investoren-Deal zu beseitigen. In einer sechsstündigen Sitzung am Dienstagabend einigten sich Aufsichtsrat und Präsidium darauf, sich der Verantwortung für die Fehler in jüngster Vergangenheit zu stellen und gemeinsam Vorkehrungen für die Zukunft zu treffen.
"Die Zeit des Köpferollens bei 1860 ist vorbei, eine Fehlerflucht wird es nicht geben", sagte Stoffers. Präsident Rainer Beeck ("Die Zeit des Selbstzerfleischens ist vorbei") und die beiden Vizepräsidenten Franz Maget und Hans Hasenstab werden auch in Zukunft das Präsidium von 1860 bilden, allerdings mit eingeschränktem Verantwortungsbereich. "Das Präsidium tut nur noch das, was Präsidien üblicherweise tun. Also repräsentieren, statt Geschäfte führen", erklärte Stoffers.
Mit der voreiligen Verkündung des Investorengeschäfts hatte das Präsidium den Verein in eine tiefe Krise gestürzt. 1860 reagiert nun mit "einer strikten Trennung der Reviere", um Kompetenzüberschneidungen in Zukunft auszuschließen.
Einzig der Aufsichtsrat des Vereins wird in Zukunft personell verändert auftreten. Willi Mantel, der bereits vor drei Wochen in einem offenen Brief den Rücktritt von Beeck gefordert hatte, legte sein Amt als Aufsichtsrat nieder.
"Jetzt wird konzentriert gearbeitet - und zwar am sportlichen Erfolg", sagte Beeck. Was die Mannschaft angeht, hat der bisherige Co-Trainer Uwe Wolf offiziell das Sagen. "Er ist auf jeden Fall bis Saisonende unser Trainer", bestätigte Stevic in der Abendzeitung die schon nach dem 5:1 am Sonntag gegen den FC St. Pauli beschlossene Beförderung. Einen Cheftrainer-Vertrag erhält Wolf aber nicht. "Uwe hat doch schon ein Angestellten-Verhältnis bei 1860. Was im Vertrag steht, ist unwichtig. Wichtig ist nur, dass Uwe möglichst viel Erfolg bei 1860 hat", sagte Stevic.
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Gute Gedanken, Respekt.
El Lobo ist den echten Fans von den Amateuren in blendender Erinnerung und die wägen auch ab, wer als Trainer überhaupt passen würde und was 1860 zahlen könnte.
Der Finanzlage eingedenk stehen sie hinter Wolf, solange nicht wieder diese erbärmlichen konzeptlosen Auftritte einreissen. Jeder weiss um die Aderlässe, die 1860 ständig in Kauf nehmen muss und somit wird schon auch über die Leistungsfähigkeit des Kaders gerätselt.
Es wurde auch nicht der Mensch Kurz verdammt, sondern der fehlende Rückhalt durch die Mannschaft und wohl auch seine Eignung als Trainer. Da war schon einiges faul.
Wir sind uns da schon (wieder mal!) einig. :-)
Mit jedem Sieg wird Wolf seine Position als zukünftiger Chef-Coach der Profi-Mannschaft bei 1860 München festigen und dem Bestreben nach der Verpflichtung eines externen "gestandenen" Trainers einen Riegel vorschieben.
Andererseits - Sie wissen es so gut wie ich - ist bei 1860 eine Anfangseuphorie schneller verbraucht als man "Te Es Vau" aussprechen kann.
Deshalb meine große Bitte an alle Verantwortlichen, Fans, Sympathisanten des TSV 1860:
Nicht gleich wieder draufhauen, wenn die erste Niederlage schneller kommen sollte, als man nach dem 5:1-Sieg gegen St. Pauli vermuten könnte.
Die Art und Weise WIE verloren wird ist entscheidend. Und da muss man ganz offen und ehrlich zugeben, das war unter Marco Kurz teilweise schon extrem abschreckend.
Da ist eigentlich jetzt bei den Löwen nur noch Stevic die Gefahr fürs Abheben.
Die anderen wissen schon Bescheid, wo es Möglichkeiten gibt.
Sehr froh bin ich um Stoffers, der wesentlich rationaler ist, als er spricht.
Reuter und Kurz muss man als Fehler oder Sturmschäden abhaken.
Das Arbeitsrecht kann beim Aufgabenbereich im Vertrag greifen und da wird Wolf angesichts der Profilierungschance keine Auflösung seines alten Vertrags verlangen, wenn er vielleicht mit Überzeugungsarbeit den Vertrag für eine neue Saison erreichen kann.
Es gibt im Wesentlichen zwei Arten von Managements / Clubs: Die "Gelassenen", die wissen wo sie stehen und wo sie mit ihren Mitteln hinkönnen und die "Nervösen" bei denen Wunschdenken und Wolkenkuckuksheim an der Tagesordnung sind.
Bin froh, dass Werder zu den Gelassenen gehört :o))
Gruß Balldieb
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