Die Deutsche Fußball Liga hat Einwände gegen den Vertrag mit Hasan Ismaik, der TSV 1860 München muss nachbessern. Spätestens Mitte Mai muss eine Lösung stehen, sonst ist der Verein Geschichte.
Am Freitag haben die Gläubiger des mit etwa 14 Millionen Euro verschuldeten Fußball-Zweitligisten 1860 München getagt. Das Gespräch sollte sinnigerweise ein früherer Geschäftsführer der Löwen moderieren, der im November nach nur 106 Tagen aus dem Amt schied, weil er wohl nach dem Studium der Bücher eine gewisse Ausweglosigkeit feststellte.
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Noch kein Jubel: Die DFL hat Einwände gegen den Vertrag von 1860 München mit dem möglichen Investor Hasan Ismaik. (© Bongarts/Getty Images)
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Seine Nachfolger, Geschäftsführer Robert Schäfer und Präsident Dieter Schneider, stemmen sich seitdem gegen die erste Insolvenz eines deutschen Bundesligaklubs während der Saison. Doch für das Überleben über die Spielzeit hinaus benötigt 1860 einen Forderungsverzicht der Gläubiger von etwa 60 Prozent, er ist Voraussetzung für den Einstieg des wundersam erschienenen jordanischen Investors Hasan Ismaik.
Seit Freitag steht dem ersten arabischen Bundesliga-Investment allerdings eine weitere Hürde im Weg: Nach SZ-Informationen hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) erhebliche Einwände gegen den Kooperationsvertrag mit Ismaik - und fordert Korrekturen des Papiers.
"Wir haben einen Vertragsentwurf am Dienstagmittag erhalten. Eine erste Einschätzung wurde 1860 bereits mündlich mitgeteilt und geht dem Klub kurzfristig schriftlich zu", äußerte am Freitag ein DFL-Sprecher und bestätigte damit indirekt den Blauen Brief aus Frankfurt.
Wie aus Klubkreisen zu erfahren ist, sieht die DFL Ismaiks Einstieg keineswegs grundsätzlich negativ, der Dachverband ist vielmehr sehr an der Rettung des Traditionsklubs interessiert. Doch was zum Teil im Vertragspapier steht, wird als nicht vereinbar mit der Vorschrift gewertet, wonach die Unabhängigkeit des Vereins gewahrt blieben muss: Ismaik, der für 13 Millionen Euro 49 Prozent der Anteile erwerben will, würde zu viel Einfluss eingeräumt.
So soll der Aufsichtsrat künftig paritätisch besetzt sein, den Vorsitzenden darf laut des Entwurfs die Investoren-Seite stellen - und dieser entschiede bei Stimmengleichheit mit seinem Votum über einen Vorgang. Auch ist vorgesehen, dass der Investor den neuen Finanz-Geschäftsführer bestellt. Die DFL wertet solche Punkte als Verstoß gegen die 50-plus-1-Auflage, nach welcher die Vereine die Mehrheit der Anteile und somit auch das Sagen haben sollen.
Die Frage ist, ob 1860 und Ismaik ganz bewusst Maximalpositionen vorgelegt haben, die man nun noch ändert. Oder ob Ismaik nur mit verbriefter Machtposition einsteigen würde. Die erste Reaktion von Schneider auf die Post aus der DFL-Zentrale spricht für die erste Variante. "Das kann man alles lösen", sagte er gelassen, "wir haben uns schon über mögliche Knackpunkte Gedanken gemacht."
Rasche Korrekturen sind allerdings auch nötig, denn von der jüngsten Notfinanzierung ist nach Zahlung der April-Gehälter nicht viel übrig. Spätestens Mitte Mai muss eine Lösung stehen, "sonst ist 1860 Geschichte", erklärt Schneider. Auf der Gläubiger-Seite überwiege immerhin "allmählich das kaufmännische Denken"; bis auf einen Berliner Gläubiger ziehen nun angeblich alle den Teilverzicht einem sonst drohenden Totalverlust vor.
Dieser Mann, die DFL sowie der Vermarkter IMG, den Ismaik aus einem langfristigen Vertrag mit üppiger Provisionsmarge ablösen will, stehen jetzt der Rettung der Löwen noch im Weg. Die Zeit läuft.
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(SZ vom 07.05.2011/jüsc)
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Sechzger-Fan geworden. Aber was nun seit etlichen Jahren abgeht, macht es einem schon schwer.
Allmählich erscheint es mir aber fast unausweichlich, entweder den Schritt in die Insolvenz zu gehen, was ich eigentlich seit über einem Jahr befürworte, oder eben den klaren Schritt hin zum Investor zu machen. Und man beachte: Es ist ein Investor, kein Sponsor; - er will also Geld mit diesem Engagement machen, nicht nur etwas für seine Popularität tun. Verständlich, dass er hier die Karte des Schuldenerlasses spielt, weil ja bei diesem Zugeständnis mehr verfügbare Masse bleibt, um personelle Gestaltungsmöglichkeiten zu haben. Die zwingenden Verbindlichkeiten mit der Allianz-Arena sind groß genug.
Aber dann soll man Nägel mit Köpfen machen, sobald die Unstimmigkeiten mit der DFL ausgeräumt sind.
Ansonsten gibt's nur eine schnelle Insolvenz. Dann ist man die Allianz-Arena los und kann wahrscheinlich - bis zur Wiedererlangung der Profilizenz - sogar im alten Sechzger-Stadion spielen. Das Problem wäre natürlich ein weiterer Image-Verlust und möglicherweise Mitgliederschwund. So wie früher, wo die Zugehörigkeit beinahe automatisch von einer Generation zur nächsten weitergegeben wurde (außer in unserem Haushalt *g*), könnte es dann bald nicht mehr sein. Aber je länger dieses Geziehe geht, desto schwieriger wird's.
Und vielleicht ist der Einstieg eines Investors in ein paar Jahren nur umso interessanter!
Die Ansichten gehen mangels Informationen wie gewohnt auseinander.
Allerdings teile ich die Bedenken, dass sich die Situation eher verschärft hat, seit die Bankenlösung durch den Flirt mit Ismaik praktisch in die Ecke gestellt wurde und so leicht nicht mehr erneuert werden kann.
Es handelt sich so und so um eine Erpressung der Gläubiger mit dem 100 %-Ausfall der Forderungen.
Allerdings wurde der 60 %-Verzicht wegen der Liquiditätsgefährdung angeboten und bei einem Verkauf der Anteile an Ismaik liegt diese Komponente nicht mehr vor.
Also wer will Schwarzer oder Rummenigge nicht verstehen?
Nun scheint es, dass es der DFL auch ein wenig zu weit geht mit dem Einfluss des Scheichs. Da der Zeitdruck wächst, ist ein Scheitern der Lösungen wieder bedrohlich geworden.
Wenn der Verein Geschichte sein sollte,dann ist es ganz allein Ihre Schuld Herr Schneider.
Sie wollen ja um jeden Preis so weitermachen,und wollen uns unbedinngt an einen zweifelhaften Jordanier verkaufen,nur um das größenwarnsinnige Ziel 1. Liga zu erreichen.
Sie hätten bei Zeiten eine geordnete Insolvenz einleiten sollen.
Ihr Verhalten kann ich nur so beschreiben......sie wollen einen Porsche fahren,obwohl sie nur Sozialhilfe erhalten.