TSG Hoffenheim Huub Stevens: Der letzte Feuerwehrmann geht

Huub Stevens bei seinem vermutlich letzten Auftritt in der Bundesliga.

(Foto: dpa)
  • Huub Stevens legt sein Amt wegen Herzrythmusstörungen nieder.
  • Selten hat man Stevens so sentimental sprechen hören wie bei der Pressekonferenz zu seinem Abtritt.
  • Ein neuer Trainer ist noch nicht in Sicht.
Von Tobias Schächter, Sinsheim

Die Nacht von Dienstag auf Mittwoch war keine leichte für Huub Stevens. Am Montag hatten Herzspezialisten der Uniklinik Heidelberg dem Trainer der TSG Hoffenheim nach einer Untersuchung erklärt, womöglich müsse er sich bald einer Operation unterziehen. Der Mannschaftsarzt der TSG attestierte Stevens schon vor einiger Zeit Herzrhythmusstörungen. Die Untersuchungen am Montag bestätigten diese Diagnose. In der Nacht fasste Stevens dann den Entschluss, sein Amt in Hoffenheim sofort niederzulegen. "Du musst ehrlich mit dir selbst sein, es ging nicht anders", begründete er diesen Schritt am Mittwoch auf einer emotionalen Pressekonferenz.

Stevens erklärte nicht nur seinen Rücktritt in Hoffenheim, er erklärte auch seine lange Karriere als Trainer im Profifußball als beendet. Der 62 Jahre alte Niederländer hatte Tränen in den Augen. "Um eine Mannschaft im Abstiegskampf zu betreuen, musst du nicht 100 Prozent, sondern 120 Prozent fit sein. Das Risiko ist in der Situation, in der wir uns mit der TSG befinden, zu groß", sagte Stevens. Selten hat man den "Knurrer aus Kerkrade", wie er genannt wurde, öffentlich so sentimental sprechen hören.

Stevens sagt, dass er seine letzten Jahre noch genießen möchte

Seine Entscheidung, nicht mehr als Profitrainer zu arbeiten, habe er ohne Rücksprache mit der Familie getroffen, erzählte Stevens: "So etwas musst du alleine mit dir ausmachen." Aber: "Ich glaube, meine Frau freut sich." Je älter man werde, desto wichtiger werde die Gesundheit: "Ich habe nicht mehr so viele Jahre, aber die will ich genießen", so Stevens.

Hubertus Josef Margaretha Stevens - daraus wurde Huub. Seine Trainerkarriere begann vor 23 Jahren bei Roda Kerkrade. In Deutschland gewann Stevens mit dem FC Schalke einst den Uefa Cup, in den letzten Jahren fand er als Retter in der Abstiegsnot eine Nische. Zwei Mal bewahrte er den VfB Stuttgart vor dem Abstieg. Auf seine Erfahrung im Abstiegskampf setzte auch die TSG Hoffenheim, nachdem sie Markus Gisdol am zehnten Spieltag dieser Saison entlassen hatte. Die Wende hat Stevens in Hoffenheim nicht geschafft. Ihm gelang in zehn Spielen nur ein Sieg, die 0:2-Heimniederlage am Sonntag gegen Darmstadt 98 verschärfte die Krise beim Tabellenvorletzten.