Trauer um Junior Malanda "Er war der gute Geist unserer Mannschaft"

Blumen, Kerzen, Schals und Briefe mit Abschiedsworten liegen vor der Wolfsburger Arena.

(Foto: dpa)
  • Die Bestürzung nach dem Unfalltod von VfL-Spieler Junior Malanda ist groß. Fußballer aus der ganzen Welt drücken ihre Trauer aus. Fans bringen Kerzen und Schals zum Wolfsburger Stadion.
  • Die Spieler des VfL haben beschlossen, noch am Sonntag ins Trainingslager zu reisen.

Der VfL reist doch ins Trainingslager

Einen Tag nach dem Unfalltod von Junior Malanda ist der VfL Wolfsburg in sein Trainingslager nach Südafrika gereist. Der Bundesligist flog am Sonntagabend kurz nach 18 Uhr vom Flughafen Braunschweig-Waggum nach Kapstadt. Der Tabellenzweite wollte ursprünglich am Samstag nach Südafrika fliegen, um sich dort bis zum 18. Januar auf die Rückrunde vorzubereiten. Nachdem Mittelfeldspieler Junior Malanda am Samstag bei einem Verkehrsunfall auf der A 2 bei Porta Westfalica ums Leben gekommen war, verschob der VfL die Abreise. Junior Malanda starb im Alter von 20 Jahren.

Für die Niedersachsen stehen in den nächsten Tagen zwei Testspiele gegen Ajax Cape Town am Mittwoch und gegen Chippa United am Sonntag zum Abschluss in Port Elizabeth auf dem Programm. Trainer Dieter Hecking möchte trotz des Todesfalls an den Partien festhalten. Kurzfristig musste er auch auf Josuha Guilavogui verzichten. Der VfL-Profi blieb wegen anhaltender Leistenprobleme in Deutschland.

Tod eines Talents

Ein Bild mit dem Satz "Fußball ist alles" ziert sein Twitter-Profil: Der Wolfsburger Bundesliga-Profi Junior Malanda stirbt bei einem Autounfall. Der Belgier wurde nur 20 Jahre alt. Trainer, Fans und Freunde des Spielers trauern. Von Sebastian Fischer mehr ...

Trauer nach dem Tod von Junior Malanda

Ehe die Spieler des FC Bayern in Katar mit dem Training begannen, stellten sie sich in einem Kreis auf. Sie senkten die Köpfe, sie starrten zu Boden, sie schwiegen. Die Fußballer legten eine Gedenkminute ein für Junior Malanda. Der 20-jährige Spieler des VfL Wolfsburg war am Samstag bei einem Verkehrsunfall auf der A2 ums Leben gekommen. Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer sagte danach: "Es tut uns unendlich leid. Ich kann dafür keine Worte finden, was man dafür empfindet."

Die Bestürzung nach dem Tod von Junior Malanda ist groß. Viele Fußballer sind geschockt. Der VfL Wolfsburg hatte als erste Reaktion am Abend den geplanten Abflug der Mannschaft ins Trainingslager nach Südafrika vorerst abgesagt. Am Sonntag beschlossen die Spieler in einem 40-minütigen Gespräch, noch am Sonntag nach Südafrika aufzubrechen.

Der Verein werde aber keinesfalls zur Tagesordnung übergehen. Malandas Tod solle in der Mannschaft aufgearbeitet werden, dafür will der Verein auch professionelle Hilfe hinzuziehen. "Alle sind total am Boden zerstört, die Spieler sind alle in einem fürchterlichen Zustand", sagte Manager Klaus Allofs auf einer Pressekonferenz am Sonntagmittag.

Wie der VfL um den Mittelfeldspieler trauert

"Ich kann nicht beschreiben, was in mir vorgeht und wie ich mich fühle", erklärte Trainer Dieter Hecking. "Wir haben erst gestern noch ein Gespräch mit Junior geführt und er war voller Zuversicht und Tatendrang für die Rückrunde. Es war eine Freude, mit Junior zu arbeiten und wir hatten gemeinsam noch viel vor. Ich bin unsagbar traurig."

Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Francisco Javier Garcia Sanz sprach von einem großen Verlust und meinte: "Wir sind alle tieftraurig und total geschockt. Es gibt Dinge, und da spreche ich als Vater, die man als Eltern nie erleben will, und die dann doch passieren."

Noch am Abend hatten sich etliche Fans rund um die Wolfsburger Arena versammelt, um gemeinsam des Mittelfeldspielers zu gedenken. Sie legten Kerzen, Bilder, Schals und Blumen nieder.