Kakà möchte bleiben, wahrscheinlich muss er gehen: Der Rekordtransfer zu Manchester City nimmt angeblich Formen an, es steht eine ungeheuerliche Ablösesumme im Raum.
Es soll ja auch im Fußball Leute geben, die jetzt den Gürtel enger schnallen wollen. Nicht aber Scheich Mansour bin Zayed al Nahyan. Seit ihm und seiner Abu-Dhabi-United-Group der englische Erstligist Manchester City gehört, versucht der Scheich, die besten Spieler anzuheuern. Geld spielt keine Rolle. Ende November soll City versucht haben, Torwart Gianluigi Buffon von Juventus Turin zu ergattern, angeblich für 70 Millionen Euro.
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Kakà wird offenbar nach Manchester wechseln müssen. (© Foto: AFP)
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Ein paar Tage hielt das Gerücht die italienische Sportpresse in Atem - kein Wunder, denn die drei Fußball-Tageszeitungen müssen seit Jahren ihrer Millionen-Leserschaft den mageren Transfermarkt der einst teuersten Liga der Welt schmackhaft machen. Da kommen die fetten Brocken vom Tische des Scheichs gerade recht. Bei Buffon tat sich nichts. Nun reden alle über Kakà.
Rund 100 Millionen Euro soll Manchester bei einem von der Milan-Geschäftsleitung als "Höflichkeitsbesuch" verniedlichten Treffen am Dienstag in Mailand für den 26-jährigen Brasilianer geboten haben. Im zweiten Anlauf dann schon 120 Millionen Euro. 15 Millionen sollen Kakà als Jahresgehalt in Aussicht gestellt worden sein. Alles Rekordsummen für den Fifa-Wordplayer 2007, der in Mailand zum Topspieler wurde. Als Kakà 2003 aus Sao Paulo zum AC Mailand kam, kostete er gerade mal neun Millionen Euro. Beim Wechsel zu City würde er der teuerste Fußballer der Welt.
Er wackelt, bis er fällt
Es ist der Stoff, aus dem die Transferträume sind. Kakà selbst hat erst nur Wasser ins Feuer gegossen - und dann doch ein bisschen Öl. Warum sollte er von einem der erfolgreichsten Klubs der Welt zu einem Verein wechseln , der zuletzt 1968 die Meisterschaft gewonnen hat und zurzeit auf Platz 15 der Premier League dümpelt? "Das ist nicht die erste Offerte, die ich ausschlage", erklärte Kakà am Dienstag, "für mehr Geld würde ich jedenfalls nicht meine Mannschaft verlassen." Am Mittwoch hieß es sybillinisch: "Ich möchte bleiben. Aber natürlich entscheidet darüber der Klub."
Da ging ein Ruck durch die Exegeten: Schau an, er wackelt, bald ist er fällig. Das Turiner Blatt La Stampa, wie Milans Konkurrent Juventus Turin im Besitz des Fiat-Konzerns, wusste am gestrigen Donnerstag zu berichten, der AC Mailand habe das Angebot der Delegation aus England bereits angenommen und zitierte Manager Adriano Galliani: "Für uns geht das in Ordnung, jetzt müsst ihr mit dem Spieler sprechen." Und Kakà sagte im Fernsehen: "Wenn der Klub mich wirklich verkaufen will, müssen wir uns an einen Tisch setzen und miteinander reden." Anfang kommender Woche könnte es so weit sein, hinzukommen müssten die Emissäre aus England und Kakàs Vater, der den Sohn betreut. Angeblich soll um eine Klausel verhandelt werden, nach der Kakà unverzüglich gehen kann, wenn sich City 2010 nicht für die Champions League qualifiziert.
Der AC Mailand gilt als Klub, der seine Stammspieler am liebsten bei sich behält. Und Kakà galt bislang als unverkäuflich. "Hoffen wir, dass das auch so bleibt", hatte vor ein paar Tagen Besitzer Silvio Berlusconi bemerkt - als hingen die Schritte seiner Angestellten gar nicht von ihm ab. Auch nach dem großen Einbruch der Aktienmärkte ist Berlusconi einer der reichsten Männer Italiens, doch mit den Kollegen aus Abu Dhabi kann er sicher nicht konkurrieren. Die letzten Manöver seiner Manager auf dem Transfermarkt (Ronaldinho, Schewtschenko, der Saisonarbeiter Beckham) haben Milan zwar eine Menge Schlagzeilen gebracht, doch den Abstand zum Meister Inter nicht wesentlich verringert.
Kakà bekommt ein Jahres-Nettogehalt von neun Millionen Euro. Mit seinem Verkauf könnte Milan seine Mannschaft runderneuern wie es weiland Juventus Turin mit den 75 Millionen nach dem Transfer von Zinedine Zidane nach Madrid gelang. Ein Nachfolger des zuletzt verletzungsanfälligen Feinzirklers Kakà scheint auch schon gefunden zu sein: Landsmann Pato, 19. Und das Kleingedruckte im Angebot der Scheichs ist ebenfalls nicht zu verachten: Der AC Mailand wäre seinen Ersatztorwart los. Manchester City will tatsächlich Nelson Dida haben. Damit konnte wirklich keiner rechnen.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(SZ vom 16.01.2009)
Harte Kritik des Bayern-Präsidenten
Da fließt von unserem Ölgeld wenigstens ein Teil wieder zurück nach Europa. Leider wird das Geld in den schmierigen Taschen von Berlusconi und Konsorten landen.
Den Scheichs scheint das aber genausoviel Spaß zu machen wir mir: Die spielen Fußballmanager 2009 und haben offenbar einen Cheat eingegeben, der ihnen unendliches Geld auf die Konten hievt. Die wissen genau: nur so macht das Spiel Spaß! Diese ganze Konzeptgetue von Dietmar Hopp ist doch - seien wir ehrlich - auf die Dauer langweilig und bringt gar nichts. Jetzt verletzt sich der beste Mann und anstatt die Festgeldschatulle zu öffnen suchen die nach Talenten und jungen Spielern, die menschlich, sportlich und konzeptionell passen. Da lachen ja die Hühner!
Den Scheichs kann der Franz nix einreden, die haben einfach mehr Geld.
Das ist ja mehr als der Ackermann kriegt. Der Junge hat doch noch gar nichts geleistet. Ich finde, er sollte erst mal ein Milliardendefizit produzieren, bevor man ihm solche Summen rüberschiebt.
Und jetzt mal im Ernst: Die Summen sind nur noch krank!
Zum selben Thema, Franz Beckenbauer: "Der Aufsichtsratschef des deutschen Fußball-Meisters sieht derweil die globale Finanzkrise als Chance, die Höhe der Investitionen in Spieler zu drosseln. «Es ist doch ein Wahnsinn, was da in den letzten Jahren abgelaufen ist."
Ich stelle mir das jetzt mal bildlich vor, eine ungeheuerliche Ablösesumme steht im Raum...