Trainerwechsel beim TSV 1860 München U21-Coach Schmidt beerbt Reiner Maurer

"Alex Schmidt ist keine Zwischenlösung": Nach der Demission von Chefcoach Reiner Maurer setzt Zweitligist 1860 München seine Hoffnungen in den bisherigen U21-Trainer. Auch der mächtige Investor soll mit dieser Personalie einverstanden sein.

Alter Trainer, neuer Trainer: Reiner Maurer (links) unterhält sich mit Alexander Schmidt. 

(Foto: dpa)

Der TSV 1860 München mag ein besonderer Fußballklub sein - die altbekannten Mechanismen des Profibetriebs gelten jedoch auch hier. Am Sonntag hat der Zweitligist entsprechend auf seine sportliche Talfahrt reagiert und sich von Trainer Reiner Maurer getrennt. Die Demission von Maurer, der seit Juli 2010 Coach beim Münchner Traditionsklub war, war bereits am Samstagabend erfolgt.

Als Nachfolger stellte der Klub am Sonntagmittag Alexander Schmidt vor. Mit dem bisherigen Trainer der U21 soll der Anschluss an die Tabellenspitze wieder hergestellt werden - und der ewige Traum vom Aufstieg weiterleben. "Alex Schmidt ist keine Zwischenlösung", sagte Robert Schäfer. Der Geschäftsführer sprach von einer "Riesenchance" für den 44 Jahre alten Fußballlehrer, dessen Vertrag bis 2015 an die neue Position angepasst wurde: "Und er wird sie nutzen."

Schmidt, der nach dem 0:2 der "kleinen" Löwen gegen Bamberg am Samstagnachmittag von seiner Beförderung erfahren hatte, lächelte immer wieder. Seit elf Jahren ist er im Verein: "Und ich habe meinen Trainerschein nicht für die Bayernliga gemacht. Dieser Job ist ein Traum für mich."

Vier Niederlagen aus den letzten sechs Spielen, desolate Auftritte und sechs Punkte Rückstand auf die Aufstiegsränge hatten die Verantwortlichen auf Vereins- und Investorenseite zu dem längst fälligen Schritt bewegt. "Wir haben gesehen, dass die Entwicklung so war, wie wir uns das nicht vorgestellt haben", führte Schäfer fort. Neben der sportlichen Stagnation wurde Maurer die schleppende Integration der acht Zugänge des Sommers zum Verhängnis. "Wir gehen diesen Schritt, um uns zu verbessern. Ich habe dem Reiner gesagt, dass es mir persönlich leidtut. Wir brauchen jemanden, der sofort die Hebel ansetzt - das ist Alex Schmidt", sagte Sportdirektor Florian Hinterberger.

Mehr Training Maurer führte die Löwen in seiner zweiten Amtszeit auf Rang neun und sechs, gewann 36 seiner 82 Zweitliga-Spiele. Er war solide, ein "Ur-Löwe", wie Schäfer sagt - aber er war nicht der, der den seit acht Jahren ersehnten Wiederaufstieg realisieren konnte. Investor Hasan Ismaik will nach der millionenschweren Finanzspritze Erfolg sehen. "Die Spielleistung hat uns Sorge bereitet. Wir trauen Alex zu, dass er die Mannschaft auf Vordermann bekommt", sagte Hinterberger. Bisher kennt der neue Chef den Profi-Fußball nur als Co-Trainer, die blutjunge Regionalliga-Mannschaft formte er aber in kürzester Zeit zum Aufstiegskandidaten.

Schmidt, der vor seiner Beförderung zu Maurers Co vor zwei Jahren Coach der U16, U17 und U19 war, war die bequemste Lösung, aber auch die laut Schäfer von "Präsidums- und Investorenseite gewünschte". Schon bei seinem ersten Auftritt kündigte der als harter Trainer geltende Schmidt eine neue Gangart an. Seiner Premieren-Einheit am Montagmorgen will er am Nachmittag gleich eine zweite folgen lassen.