Trainerwechsel bei 1860 München Irrtümer der Verantwortlichen

Sie spielten im Gegensatz zu den Offensiven zumindest regelmäßig, allerdings mäßig überzeugend. Sämtliche Neuen haben langfristige Verträge, großenteils bis 2015. "Die sportliche Leitung hat ja gesagt, dass diese Mannschaft von der Qualität her um die ersten drei Plätze mitspielen kann", erinnerte Schneider. Sollte sich dies auch weiter als Irrtum erweisen, müssten sich neben Maurer auch andere Verantwortliche der Kritik stellen.

Zur Zukunft von Sportdirektor Florian Hinterberger sagte Schneider: "Ich denke, wir sollten die Situation Schritt für Schritt auflösen." Das klang ihm dann wohl ein bisschen zu sehr nach Auflösung, so dass der Präsident noch hinterher schob: "Wenn wir die Situation mit dem Trainerwechsel wieder in den Griff bekommen, stellen sich andere Fragen gar nicht mehr."

Die Verantwortlichen sind selbst schuld, dass sich auch die Frage nach Alexander Schmidt bald wieder stellen könnte, schließlich haben sie angekündigt, sein Treiben an Weihnachten bereits zwischenzubilanzieren - nach sechs Spielen (Union, Paderborn, Aalen, Regensburg, Dresden, Pokal in Bochum). "Schmidt ist keine Notlösung, sondern eine seriöse Lösung", betonte Schneider aber: "Er ist ein ausgewiesener Fachmann. Wir sollten ihm eine faire Chance geben, ihn seine Stärken ausspielen lassen, seinen Stil und seine Ideen umsetzen lassen. Jeder fängt mal an."

Er erwarte "nicht den riesengroßen Über-Nacht-Wurf". Die Weihnachtsbilanz solle nicht rein rechnerisch ausfallen, sondern eher ideell: "Es geht jetzt nicht darum, dass man punktemäßig etwas als Ziel setzt", sagte Schneider, "sondern darum, was die Mannschaft für ein Gesicht hat."

Es müsste schon ein sehr freundliches Gesicht sein, um den großen Teil der Fans umzustimmen, der schon seit Jahren auf eine große Lösung im Bereich der sportlichen Verantwortung wartet - durch den Investoreneinstieg wurde diese Hoffnung noch genährt. Bei ihnen beginnt angesichts des merkwürdigen Ultimatums schon das "Warten auf den Weihnachtsmann" (AZ).

Dass es die Löwen schafften, ausgerechnet am Freitag den ehemaligen englischen Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson "zufällig" als "Ehrengast" (Schneider) in der Arena zu begrüßen, ist irgendwie typisch für diesen Klub, der trudelt zwischen Größenwahn und Dilettantismus. "Ich habe x SMS mit x Vorschlägen bekommen", sagte Schneider. Eriksson, Matthäus und Lorant sind wohl Kandidaten für Träumer und Albträumer - aber Heiko Vogel etwa, der zuletzt beim FC Basel arbeitete und am Tegernsee lebt, hätten viele Anhänger gern gesehen. Obwohl - diese Idee scheint für 1860 viel zu normal zu sein.