Nach zuletzt sieben Spielen ohne Sieg hat sich Fußball-Bundesligist Hannover 96 von Trainer Andreas Bergmann getrennt. Der Verein will jetzt kurzfristig einen Nachfolger finden.
Das Experiment ist beendet, die Verlegenheitslösung gescheitert: Der vor 153 Tagen zum Cheftrainer beförderte Amateurcoach Andreas Bergmann ist am Dienstag vom Fußball-Bundesligisten Hannover 96 beurlaubt worden. Obwohl die Trennung seitder peinlichen Pleite am Samstag gegen Schlusslicht Hertha BSC absehbar war, hat Hannover noch keinen Nachfolger. "Wir sondieren den Markt und führen noch mehrere Gespräche", sagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke am Dienstag. Für Hannover 96 ist es nach dem Rücktritt von Dieter Hecking der zweite Trainerwechsel, für die Liga bereits der sechste der Saison.
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Andreas Bergmanns Tage als Trainer bei Hannover 96 sind gezählt. (© Foto: Getty)
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Hannovers Vereinschef Martin Kind kündigte an, kurzfristig einen Nachfolger präsentieren zu wollen. Nach seinen Angaben soll dies spätestens am Mittwoch erfolgen. Derzeit sei der Verein in Verhandlungen. Zwei bis drei Kandidaten sind laut Schmadtke in der engeren Wahl. Zu den in Hannover gehandelten Mirko Slomka, Falko Götz oder Frank Pagelsdorf wollte sich Schmadtke nicht äußern. "Namen kommentieren wir grundsätzlich nicht", sagte der Sportdirektor. Nach der enttäuschenden 0:3-Niederlage gegen Hertha und dem Abrutschen auf Tabellenplatz 16 hatte der Sportdirektor zunächst angekündigt, dass Bergmann auch am kommenden Wochenende in Mainz auf der Bank sitze. Doch die Angst vor dem Abstieg und seinen wirtschaftlichen Folgen überwogen offensichtlich.
Kandidaten Slomka und Götz
Nur ein Punkt aus sechs Spielen seit dem Selbstmord von Torhüter Robert Enke im November zerstörte das Vertrauen. Der Druck der Gesellschafter wuchs, und in der Nacht auf Dienstag fiel die Entscheidung. Schmadtke informierte am Dienstagmorgen erst Bergmann, dann die Mannschaft. Der 50 Jahre alte Fußball-Lehrer hatte das Team nach Heckings Rücktritt nach dem dritten Spieltag übernommen. 96 war damals von Heckings Entscheidung überrascht worden und hatte den Coach der Regionalligamannschaft zunächst nur kommissarisch eingesetzt.
Im Video: Bergmann beurlaubt, Klopp droht Sperre und Boateng vor Vertragsverhandlungen. Weitere Videos finden Sie hier
"Nach drei Niederlagen hintereinander und einer Negativ-Serie von mittlerweile sieben Spielen ohne Sieg hatten die Verantwortlichen von Hannover 96 nicht mehr das Gefühl, dass Andreas Bergmann der Mannschaft die nötigen Impulse für den Verbleib in der Bundesliga geben kann", erklärte Schmadtke. Dass die Beurlaubung vor dem Engagement eines neuen Coaches erfolgte, erklärte der Sportdirektor mit dem "großen Respekt gegenüber Andreas Bergmann. Ich wollte nicht hinter seinem Rücken mit einen Nachfolger verhandeln." Sondierungsgespräche hat es allerdings schon kurz nach dem Hertha-Spiel gegeben, Medienberichten zufolge auch mit Hans Meyer.
War Bergmann zu weich?
Bergmann galt unter 96-Fans als zu weich und zu verständnisvoll gegenüber den Profis. "Jetzt haben die Spieler den Trainer, den sie wollten", hatte Clubchef Kind über Bergmann gesagt, in der Folge aber auch an der öffentlichen Demontage des 50-Jahre alten Fußball-Lehrers mitgearbeitet, als er nach einer Testspiel-Niederlage gefordert hatte: "Bergmann muss härter arbeiten und stärker handeln."
96-Profi Arnold Bruggink sagte zu Bergmanns Beurlaubung: "Das ist sehr enttäuschend für uns. Wir fühlen uns sehr schlecht." Der von Bergmann zum Kapitän beförderte Niederländer meinte: "Wir haben unter Andreas Bergmann auch gute Spiel gehabt und uns fußballerisch gesteigert." Dass Bergmann der Wunschtrainer der Mannschaft gewesen sei, bestritt Bruggink: "Das stimmt nicht. Wir entscheiden doch nicht, wer hier Trainer wird."
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(sueddeutsche.de/dpa/jbe)
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"Der Verein will jetzt kurzfristig einen Nachfolger finden." - wenn sich kein anderer findet, würde ich gerne den Job übernehmen. ;-)
Was am 10.11.2009 in Hannover geschehen ist weiß wohl jeder. Daher zur Erinnerung: H96 vor dem 10.11.: 12 Spiele, 16 Punkte. Nach dem 10.11.: 6 Spiele, 1 Punkt.
Schade, dass man das wohl völlig ausser acht läßt und auch in Hannover spätestens jetzt wieder nach Robert Enke im üblichen Bundeligstrott mit den üblichen Mechanismen angekommen ist.
Schade eigentlich, nicht einmal in Hannover lernt man aus dem Geschehenen und den guten Worten die vor gerade einmal zwei Monaten gesprochen wurden.
Für mich völlig unverständlich den Trainer am ersten Spieltag nach den Winterpause zu entlassen. Man hatte genug Zeit nach dem letzten Spieltag vor der Winterpause die Situation in aller Breite und Tiefe zu analysieren. Wäre man dann zu dem Schluss gekommen, Bergmann zu entlassen/beurlauben (wofür ich dann Verständnis gehabt hätte), hätte man Zeit gehabt bis zum Trainigsbeginn nach Weihnachten einen Nachfolger zu finden, der dann auch die Möglichkeit gehabt hätte, im Trainigslager die Mannschaft kennenzulernen.
So wie es jetzt gelaufen ist, nährt es nur meine Zweifel an der Eignung von Schmadtke und Kind.
Quo vadis, 96?
der Hannover neuen Schwung bringen würde: unsa Lodda ......
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