Trainer von Real Madrid Mourinhos Abschied rückt näher

Der Portugiese dürfte kommende Saison nicht mehr Coach der "Königlichen" sein, Greg LeMond könnte UCI-Präsidentschaft übernehmen, Wladimir Klitschkos letzter Gegner Mariusz Wach soll im WM-Kampf gedopt gewesen sein, Holger Badstuber fehlt den Bayern nach seiner Operation ungefähr fünf Monate, Michael Schumacher wird von Ferrari kritisiert.

Sportnachrichten in Kürze

Provokation auf dem Rasen: Jose Mourinho wollte sich alleine von den Fans auspfeifen lassen. 

(Foto: AP)

Real Madrid, Jose Mourinho: Der Abschied des Portugiesen scheint beschlossene Sache. "Divorcio", Scheidung, titelte das gewöhnlich gut informierte Sportblatt Marca am Montag. Und: "Der Zyklus Mou nimmt sein Ende." Demnach werde der 49-Jährige in der kommenden Saison trotz laufenden Vertrages bis 2016 nicht mehr Coach der "Königlichen" sein. Grund für den bevorstehenden Abschied soll die zerrüttete Beziehung Mourinhos zu Präsident Florentino Perez sein. "Ich will dieser Sache keine Nahrung geben. Meine Beziehung zu Florentino ist gut", sagte Mourinho am Montag bei der Pressekonferenz vor dem Champions-League-Spiel gegen Ajax Amsterdam am Dienstag (20.45 Uhr/Sky). Über seine Zukunft wolle er nicht sprechen, nur so viel: "Morgen spiele ich meine 101. Partie in der Champions League, gegen Ajax."

Über Gerüchte, wonach er im Sommer zum neureichen französischen Spitzenklub Paris St. Germain wechseln könnte, sagte er: "Das einzige, woran ich bei Paris denke, ist, dass es ein möglicher Gegner in der Champions League ist." Perez (65) halte Mourinhos jüngste Provokation beim Derby gegen Atletico (2:0) am vergangenen Samstag für "Selbstmord", schrieb Marca. "The Special One" hatte sich vor der Partie - wie angekündigt - dem Votum der Fans gestellt. Um 21.20 Uhr betrat er den Rasen zur Volksabstimmung, zu diesem Zeitpunkt, 40 Minuten vor Spielbeginn, waren aber nur 3000 Wahlberechtigte erschienen. Von denen meisten erntete er höflichen Applaus. "Ich bin auf den Platz gegangen, weil ich es vorzog, vor dem Spiel ausgepfiffen zu werden", sagte Mourinho dazu.

Radsport, UCI: Der dreimalige Tour-de-France-Sieger Greg LeMond wäre bereit, das Amt des umstrittenen Pat McQuaid an der Spitze des Weltradsport-Verbandes UCI zu übernehmen. Das erklärte der 51-jährige Amerikaner in der Pariser Zeitung Le Monde (Montag). "Ich wurde gefragt und habe akzeptiert", sagte LeMond, der jetzt als einziger Toursieger seines Landes geführt wird, nachdem Lance Armstrong alle seine sieben Erfolge wegen Dopings verloren hatte. LeMond war prominentester Teilnehmer der am Montag in London zu Ende gegangenen ersten Klausurtagung der Arbeitsgemeinschaft "Change Cycling Now". Die Kritiker der herrschenden Verhältnisse im Radsport sind für eine Neuordnung des Doping-Kontrollsystems und drängen auf eine Ablösung McQuaids. Der Ire will 2013 wieder kandidieren. "Jetzt oder nie ist nach dem Erdbeben der Affäre Armstrong der Moment, etwas zu ändern", sagte LeMond, seit Jahren ein scharfer Armstrong-Kritiker. "Wenn wir der Öffentlichkeit und den Sponsoren das Vertrauen in den Radsport zurückgeben wollen, müssen wir jetzt handeln", erklärte der Tour-Triumphator von 1986, 1989 und 1990. LeMond sähe sich eher als möglicher Übergangs-Präsident. Der Ex-Profi brachte den ehemaligen Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA), Dick Pound, als eine längerfristige Lösung ins Spiel.

Formel 1, Kritik an Schumacher: Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat sich über mangelnde Schützenhilfe von Michael Schumacher im Saisonfinale der Formel 1 beklagt. Es sei "eine gewisse Enttäuschung", dass der Rekordweltmeister am Ende des entscheidenden Rennens Sebastian Vettel kampflos vorbeiziehen ließ, sagte Montezemolo der "Gazzetta dello Sport". Vettel wurde durch das Manöver in Brasilien Sechster und mit drei Punkten Vorsprung auf Ferrari-Pilot Fernando Alonso Weltmeister. "Ich hätte mir von Michael Schumacher ein anderes letztes Rennen erwartet", sagte Montezemolo. Schumacher hatte einst fünf seiner sieben Titel im Ferrari gewonnen.

Boxen, Doping: Der polnische Schwergewichtsboxer Mariusz Wach soll nach Informationen von bild.de im Kampf gegen Weltmeister Wladimir Klitschko gedopt gewesen sein. Bei der Analyse der A-Probe seien im Kölner Institut für Biochemie anabole Steroide nachgewiesen worden, heißt es. Wach hat jetzt Gelegenheit, die Öffnung der B-Probe zu beantragen. Sollte auch diese positiv sein, droht dem Polen eine einjährige Sperre. Das Management der Klitschko-Brüder in Hamburg hatte bis Montagmittag noch keine offizielle Information von dem Vorfall erhalten. Dreifach-Weltmeister Klitschko hatte am 10. November in Hamburg Wach einstimmig nach Punkten besiegt. Der vier Zentimeter größere Pole musste gegen den 36-jährigen Ukrainer die erste Niederlage seiner Profi-Karriere hinnehmen. Zuvor hatte er 27 Mal gewonnen. Anabole Steroide werden im Sport zur Stärkung der Muskulatur und zur Erhöhung der Regenerationsfähigkeit missbraucht.

Rasenschach - die Fußball-Taktikkolumne Wie die Bayern den BVB kopieren

Topspiel in der Fußball-Bundesliga: Der FC Bayern will endlich wieder Borussia Dortmund schlagen. Die Chancen stehen gut, denn die Münchner haben in den Punkten Pressing, Gegenpressing und Mannschaftsgeist viel vom Double-Gewinner gelernt. Das SZ-Taktikvideo.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: Bongarts/Getty Images)

Fußball, Spanien: Erstligist FC Valencia hat einen neuen Trainer gefunden. Bis zum Saisonende übernimmt Ernesto Valverde den Champions-League-Achtelfinalteilnehmer. Der 48-Jährige sollte beim Gruppengegner von Bayern München am Abend vorgestellt werden. Valverdes Vorgänger Mauricio Pellegrino war am Samstag nach der 2:5-Pleite gegen Real Sociedad San Sebastian entlassen worden. Valverde war zuvor Trainer bei Athletic Bilbao, Espanyol Barcelona, Olympiakos Piräus und dem FC Villarreal.

FC Bayern, Holger Badstuber: Der Fußball-Nationalspieler ist am Montag erfolgreich am Kreuzband operiert worden. Der Eingriff in Augsburg sei gut verlaufen, teilte der Klub mit. Badstuber hatte die Verletzung im rechten Knie beim Topspiel der Bundesliga am vergangenen Samstag gegen Meister Borussia Dortmund (1:1) erlitten. Die Bayern rechnen mit einem Ausfall des Abwehrspielers von "circa fünf Monaten".

Handball, THW Kiel: Kapitän Marcus Ahlm wird den deutschen Handball-Rekordmeister THW Kiel zum Saisonende verlassen. "Ich will nicht in Kiel bleiben. Der Plan ist, nach Schweden zu gehen", sagte der 34 Jahre alte schwedische Weltklasse-Kreisläufer dem Radiosender NDR Info. Nach Torhüter Thierry Omeyer ist Ahlm, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, der zweite prominente Abgang beim Bundesliga-Tabellenführer zum Saisonende. Ahlm spielt seit 2003 bei den Norddeutschen. Mit den "Zebras" gewann er sieben deutsche Meisterschaften, fünfmal den Pokal und dreimal die Champions League.

Bundesliga, Sperre: Der FSV Mainz 05 muss in den beiden ausstehenden Hinrundenspielen ohne Christian Wetklo auskommen. Der Stammtorwart wurde vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) für zwei Partien gesperrt. Wetklo war am Samstag im Punktspiel gegen Hannover 96 (2:1) in der 49. Minute von Schiedsrichter Günter Perl (Pullach) des Feldes verwiesen worden. Der Torhüter hatte durch ein Handspiel außerhalb des Strafraums eine Großchance der Gäste vereitelt. Der FSV hat die Strafe bereits akzeptiert. Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel hat noch nicht entschieden, wer am Sonntag bei Borussia Mönchengladbach (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) zwischen den Pfosten stehen wird. Zur Auswahl stehen der 19 Jahre alte Loris Karius und Heinz Müller (34). Gegen Hannover kam Karius in die Partie und blieb ohne Gegentor.

1860 München, Sperre: Fußball-Profi Benjamin Lauth vom Zweitligisten 1860 München droht nach seinem Ellbogenschlag gegen Marcel Reichwein vom VfR Aalen eine Sperre. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Montag mitteilte, hat der Kontrollausschuss des DFB ein Ermittlungsverfahren gegen Lauth eingeleitet. Lauth steht im Verdacht, sich in der Begegnung am vergangenen Freitag (1:1) einer Tätlichkeit in der Form eines krass sportwidrigen Verhaltens schuldig gemacht zu haben. Lauth betonte jedoch, unschuldig zu sein. "Das war nicht sehr geschickt von mir, aber sicher keine Absicht. Ich wollte ihn nicht mit dem Ellenbogen über den Haufen rennen", sagte er. Der Vorfall ereignete sich in der 38. Minute, als Lauth mit dem linken Ellbogen Reichweins Gesicht traf. Schiedsrichter Tobias Stieler (Hamburg) hatte dies übersehen, der Kontrollausschuss kann deshalb nachträglich ermitteln - und tut dies nun. Beide Spieler wurden zu Stellungnahmen aufgefordert. Liegen diese vor, wird der Kontrollausschuss über das weitere Vorgehen entscheiden.

Hamburger SV, Verletzung: Mittelfeldspieler Maximilian Beister vom Hamburger SV hat im Bundesliga-Spiel beim VfL Wolfsburg (1:1) einen Muskelfaserriss im hinteren linken Oberschenkel erlitten. Das ergab eine Kernspintomographie am Montag. Der 22 Jahre alte Junioren-Nationalspieler, der zuletzt zwei Mal für den HSV getroffen hatte, fällt damit für das Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim am Freitag (20.30 Uhr) definitiv aus. Ob er das letzte Hinrundenspiel bei Bayer Leverkusen (15. Dezember) bestreiten kann, ist fraglich.

Fußball, Italien: Mit seinem zweiten Treffer binnen sechs Tagen hat Nationalspieler Miroslav Klose dem italienischen Erstligisten Lazio Rom zum neunten Saisonsieg verholfen, dem Torjäger droht aber erneut eine Verletzungspause. Am 15. Spieltag setzte sich der Europa-League-Teilnehmer gegen den FC Parma mit 2:1 (2:0) durch. Klose erzielte in der 34. Minute sein neuntes Ligator in dieser Spielzeit, musste aber kurz vor der Pause wegen Problemen am rechten Oberschenkel ausgewechselt werden. Eine erste Diagnose deutete italienischen Medienberichten zufolge auf eine Zerrung hin. "Es ist hoffentlich nicht so schlimm. Morgen sehe ich weiter", sagte Klose, der zuletzt Ende November wegen einer Knöchelverletzung pausieren musste.

In der Torjägerliste der Serie A liegt der 34-Jährige auf Platz drei hinter Milans Stephan El Shaarawy (12) und Edinson Cavani (10), der beim 5:1 (2:1) des SSC Neapel gegen Delfino Pescara zweimal traf. Lazio, seit nunmehr vier Spielen ungeschlagen, belegt sechs Punkte hinter Spitzenreiter Juventus Turin, das am Samstag das Stadterderby gegen den FC Turin 3:0 gewonnen hatte, den vierten Rang, der AC Florenz konnte aber am späten Sonntagabend noch vorbeziehen. Vor Klose hatte Giuseppe Biava (25.) die Gastgeber in Führung geschossen, für Parma reichte es lediglich zum Anschlusstreffer von Ishak Belfodil (66.). Ohne Alexander Merkel, der 90 Minuten nur auf der Bank saß, verpasste der FC Genua einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf und bleibt nach dem 2:4 (1:3) gegen Chievo Verona auf Rang 18. Am anderen Ende der Tabelle liegt der 18-malige Meister Inter Mailand zwei Zähler vor Lazio auf dem dritten Platz. Die "Nerazzurri" besiegten US Palermo mit 1:0 (0:0).