Trainer Thomas Schaaf Der ewige Bremer wird Frankfurter

Gründlich erholt: Thomas Schaaf kommt in Frankfurt an.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Thomas Schaaf unterschreibt in Frankfurt einen Vertrag bis 2016. Wie schon in Bremen will er auch bei der Eintracht angreifen lassen. Ein berühmter Trainerkollege kommt damit wieder nicht zum Zug.

Von Jörg Marwedel, Frankfurt/Hamburg

Bernd Schuster strebt seit Langem eine Trainerkarriere in der Bundesliga an. Dreimal hat der Trainer, der in der abgelaufenen Saison den FC Malaga betreute, in den vergangenen Jahren mit deutschen Klubs verhandelt - mit dem VfB Stuttgart, dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV. Jedes Mal bekam stattdessen Armin Veh den Job.

Und als sich Schuster nun Eintracht Frankfurt anbot, wo Veh gerade gekündigt hatte, um wieder nach Stuttgart zu wechseln, machte er sich erneut große Hoffnungen. Noch am Mittwoch um 11.35 Uhr meldete die Deutsche Presse-Agentur von einem Interview Schusters mit dem TV-Sender Sky, in dem er schmunzelnd sagte, diesmal könne ihm der Armin ja nicht in die Quere kommen. Drei Minuten später kam, ebenfalls von dpa, eine Eilmeldung. Nicht Veh steht Schuster diesmal im Wege - sondern Thomas Schaaf, 53.

Ziemlich genau ein Jahr hat der Rekordtrainer von Werder Bremen, der seit 35 Jahren seinem Heimatklub angehört und die Profis dort exakt 14 Jahre und fünf Tage gecoacht hatte, die Auszeit genossen. Nun unterschrieb der Mann, der so gut erholt aussieht, als habe er eine gründliche Fitnesskur hinter sich, einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016.

Die Frage, weshalb er sich gerade für die Eintracht entschieden habe, beantwortete er so: "Ich war sehr lange in einem Verein, jetzt kommt eine neue Auf- gabe. Ich freue mich darauf und bin gespannt." Man habe ja sehr gut verfolgen können, auf welchem Weg die Eintracht sei, meinte Schaaf: "Sie haben sich fußballerisch weiterentwickelt, spielen einen interessanten und offensiven Fußball. Dafür stehe ich ja auch." Er möchte weiter lieber "ein 4:3 als ein quälendes 1:0 erleben", sagte Schaaf bei seiner Vorstellung.

Es ist also tatsächlich die angekündigte große Frankfurter Lösung geworden, die von Vorstandchef Heribert Bruchhagen "hocherfreut" präsentiert wurde. Wobei: Schaaf war bei weitem nicht die einzige Option. Nachdem der von der Eintracht umworbene Salzburger Roger Schmidt Bayer Leverkusen den Vorzug gab, wurde auch mit Thorsten Fink, dem zögerlichen Ex-Chelsea-Trainer Roberto di Matteo und eben Schuster verhandelt.

Doch nach all diesen Gesprächen war Sportdirektor Bruno Hübner sicher: Schaaf erfülle perfekt das "Profil, das wir erstellt haben". Er stehe für Kontinuität, aggressiven Fußball, Talentförderung, Erfolg und habe auch Menschlichkeit.