Der Sportausschuss-Vorsitzende im Deutschen Bundestag, Peter Danckert, hat scharfe Konsequenzen aus dem jüngsten Doping-Fall gefordert.
Der Sportausschuss-Vorsitzende im Deutschen Bundestag, Peter Danckert (SPD), hat scharfe Konsequenzen aus dem neuen Dopingfall im deutschen Radsport gefordert.
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Zugleich begrüßte er den Ausstieg von ARD und ZDF aus der Tour de France-Berichterstattung. "Man sollte die Übertragung von Radsportveranstaltungen dauerhaft aussetzen, falls unter den Radsportlern kein Mentalitätswechsel einsetzen sollte", sagte der SPD-Politiker der Berliner Morgenpost.
"Vielleicht muss man ihnen zunächst die Basis, also Medienpräsenz und Sponsoring nehmen. Statt Zuckerbrot und Peitsche brauchen die scheinbar erst mal nur noch Peitsche", erklärte Danckert.
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass T-Mobile-Fahrer Patrik Sinkewitz vor der Tour positiv getestet worden war. Danckert forderte, Dopingsündern die Sportförderung zu streichen.
Zugleich kritisierte er die Veranstalter der Tour de France: "Wenn wir wollen, dass das Ganze ohne Doping passiert, dann müssen Etappen gestrichen und mehr Pausen eingelegt werden."
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(AP)
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Ihr Vergleich hinkt auf allen Vieren! Einen 100 Meter Lauf schafft nahezu jedermann und wenn nicht in gu 9 Sekunden, dann wenigstens in der doppelten Zeit. Wann sind Sie das letzte Mal mit dem Fahrrad knapp 200 km am Stück gefahren, an einem Tag? Machen Sie das mal, meinetwegen ohne Bergwertungen. Und am nächsten Tag gleich nochmal, zwei Wochen lang. Für den ungedopten Sportler ist es da kaum möglich, überhaupt mitzuhalten. Erinnern Sie sich mal an Jaksches Berichte! Der ist kein geübter Amateur, sondern einer der talentiertesten Profis, der es eine Tour lang mal ohne EPO versucht hat, aus Angst, erwischt zu werden. Die ganze Strecke über hoffte er, die anderen müßten doch endlich mal ein wenig mit dem Tempo nachlassen (sind Sie mal mit dem Fahrrad 50 km/h gefahren? -- ich schaffe solche Dimensionen nicht länger als ein paar Minuten lang). Doch die wurden nicht langsamer. Und am nächsten Tag, an dem er nach Regeneration lechzte, ging's von Neuem los.
Sie können in den meisten Sportarten ohne Doping ganz ordentliche Leistungen erzielen und mithalten (gewinnen können Sie freilich gegen gedopte Konkurrenten keinesfalls). Aber eine Tour de France können Sie, so wie sie bisher stattfand, ohne Doping gar nicht überstehen. Sie ist in dieser Art pervers, weil sie ohne unerlaubte Mittel in der vorgesehenen Form (bedenken Sie auch, daß es ein Zeitlimit gibt) gar nicht zu schaffen ist.
Finde die Einzelmeinung wirklich gut.
Wenn die Dopingkontrollen greifen sollen, gibt es positive Fälle, das ist doch logisch. Und das Gequatsche von mehr Pausen und leichteren Etappen kann ich nicht mehr hören. Würde der 100 Meter Sprint auf 50 Meter verkürzt, würden dann weinger dopen???? NEIN.
Diesen Dankert kann man eigentlich nur noch als deplatziert bezeichnen, sonst würde er solche populistischen und von der Realität ablenkenden Kommentare unterlassen.
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Wir wollten es doch so: Wenn Sport eine Art Krieg mit anderen Mitteln ist, dann ist auch alles erlaubt. Wer den Popanz Leistungssport verherrlicht und dessen Leistungsträger als Vorbilder sehen will, weil es wohl keine anderen mehr gibt, der braucht sich nicht zu wundern, wenn diese darunter zusammen brechen. Das ist doch nur konsequenter Neo-Merkantilismus: die Arbeitskraft ist Ware, die eigene kreative Leistung ist Ware, warum sollte es der Körper dann nicht auch sein? Wir stopfen unsere Kinder mit konzentrationsfördernden Mitteln voll, damit sie in der Schule voll dabei sind, wir fluten uns mit Antibiotika beim kleinsten Schnupfen -- warum sollten es die Sportler anders machen?
Nicht die Sportler sind das (schlechte) Vorbild, wir sind es.
Ach, der Danckert. Seitdem er Jürgen Klinsmann vor den Sportausschuß zitieren wollte (wg. Besorgnis erregender Leistungen im Vorfeld der WM), kann ich den nicht mehr für voll nehmen. Als einer der wenigen MdBs, die gegen die Offenlegungspflicht für Abgeordnete klagten, ist er darüber hinaus kein Vorbild in Sachen Transparenz geschweige denn moralischer Autorität.