Problemfall nach Problemfall fährt im einstmals bewunderten Maillot Jaune. Der Radsport ist einer hoffnungslosen Situation - und er ist selbst daran schuld.
Ganz Deutschland, also nicht nur das Fernsehen und die Balkenpresse, müsste jetzt eigentlich jubeln, nachdem Stefan Schumacher ins Gelbe Trikot der Tour gerast ist und es auch noch verteidigt hat. Ein relativ junger Fahrer, ein relativ unverbrauchtes Gesicht, ein sympathischer Kerl zudem mit lässiger Glatze - ist das nicht die ersehnte Rettung für die hiesige Problemzone, die gerade ein Radrennen nach dem anderen verliert wegen Sponsoren-Flucht, der deshalb mit Schumachers aktueller Equipe offenbar ein zweiter Profirennstall verlustig zu gehen droht, von den vielen gefallenen Helden einer scheinbar romantischen Tour-Vergangenheit ganz zu schweigen?
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Das Gelbe Trikot hat viel von seinem Glanz verloren. (© Foto: AFP)
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Die Antwort ist ernüchternd, denn sie lautet: leider nicht. Mit der Person Schumacher hat das bedingt zu tun, vor allem ist der Radsport selbst schuld. Denn er schafft es einfach nicht, notfalls über Betrugsklagen wie bei Jan Ullrich, die Puerto-Affäre aufzulösen mit DNS-Abgleichen der vermutlich noch drei Dutzend aktiven Fuentes-Klienten. Er misst nirgends mit gleichem Maß, auch nicht bei der Tour de France, wo nun Unterschiede gemacht wurden zwischen letztjährigen Skandalteams wie Astana, Rabobank oder T-Mobile (jetzt Columbia).
Die Tour hat sich zudem fürchterlich entrüstet über enttarnte Sünder wie Bjarne Riis - um deren aberkannte Erfolge nun wieder in die Siegerlisten aufzunehmen. Und der Radsport, das ist unzweifelhaft fataler, er ist nicht fähig, insofern in Vorleistung zu gehen, als dass er etwa in Trainingsphasen mit Kokain oder Amphetamin erwischte Fahrer per Reglement aus dem Verkehr nimmt.
Nach den Regeln sei der Kokain-Sünder Boonen startberechtigt, hat Stefan Schumacher gesagt. Und bei der Polizei sei er zwar positiv auf Drogen gewesen, nicht aber im Sport. Wer solche abstrusen Wahrheiten durch einen Rahmen legitimiert, muss sich über den lächerlichen Eindruck nicht wundern, den bisher auch diese Tour hinterlässt.
Problemfall nach Problemfall fährt im einstmals bewunderten Maillot Jaune, nun gilt ein Schwabe als Symbol für den zweifelhaften Aufbruch. Denn je schneller Schumacher unterwegs ist, desto schneller holt ihn die Vergangenheit wieder ein. Und man möchte ihm glauben, kann es aber nicht. Er ist nicht vertrauenswürdig, selbst wenn er niemals log. So eine Situation nennt man hoffnungslos.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
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(SZ vom 10.07.2008)
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....... verblüfft, dass sich überhaupt noch jemand für diese Veranstaltung unter dem Motto: "Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker" interessiert.
Schön bunt ist es ja und die Landschaft romantisch, aber im Hinterkopf hat man doch den Dauergedanken daran, dass man sich fragt, was die Jungs sich denn heute reingeworfen haben. Und wer da alles mitfährt! Die Typen gingen vor gar nicht allzulanger Zeit durch die Presse als betrügerische Doping-Junkies. Sogar als sog. fachmännische Berater werden sie von den Öffentlich-Rechtlichen beschäftigt und präsentiert.
Radfahren ist wirklich schön, aber so nicht.
Guten, unpolemischen Sport-Journalismus vermisst man leider immer mehr. So langsam haebn es alle begriffen: Doping wurde in Deutschland erfunden und wird nur im Radsport eingesetzt.
Die Sueddeutsche versucht sich so in Pionier-Art in Sachen Dopingberichterstattung im Radsport hervorzutun. Das war nicht immer so:
Dem geneigten Leser mag interessieren, dass der Herr Burkert (Verfasser dieses Artikels) einst Hofbiograph von Jan Ullrich war (Buch: Andreas Burkert: Jan Ullrich-Wieder im Rennen, zu finden über Google..).
In diesem Werk muss man das Wort "Doping" mit der Lupe suchen...
(Auch wenn dieser Kommentar bald wieder gelöscht wird)..
In der Psychologie nennt man dieses Journalistische Verhalten wohl Über-Kompensation...
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"Wenn endlich jemand an die Daten von Fuentes außerhalb des Radsports kommt, dann können wir noch Fußballeuropameister werden." Dies die Provokation.
"Wenn man bedenkt, wie lange Doping im Radsport bekannt ist, dann kann man sich nicht des Eindrucks erwähren, dass unsere freien Medien nach den einfachsten Regeln funktionieren. Jetzt macht es Quote, über Doping im Radsport zu schreiben, also wird geschrieben." Dies die Meinung.
"Doping zu bekämpfen ist richtig, für diesen Kampf gibt es zumindest positive Anzeichen im Radsport, hoffentlich schwappt es über auf Fußball und andere Sportarten" Dies die Hoffnung
Klar sind Pauschalverurteilungen falsch, es hat aber leider die Vergangheit gezeigt, dass Doping wohl Usus im Profi Radsport ist.
Wessen Schuld hier wo liegt, kann und will ich nicht beurteilen, nur soviel - selbst eingefleischt Radsportfans haben so langsam aber sicher die Lust am Profiradsport verloren.
Ich würde hier einfach mal eine Grundreinigung vorschlagen - wie Die aussieht, kann ich nicht sagen - dafür gibt es aber doch genug profilneurotische Funktionäre!!!
PS: Ich habe früher alles von der Tour geschaut, finde es aber mittlerweile sehr langweilig, da man immer erstmal die Dopingtest abwarten muss (und eigentlich auch die B Proben), um zu sehen, was oder wer da wirklich gewonnen hat - hat meiner Meinung nach nur noch sehr wenig mit Sport zu tun!!!
Trotzdem - Dopingfreie und sportliche Grüße
PS: Wenn alee im gleichen Masse dopen würden, wärs doch wieder gerecht... ;-)
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