Tour de France Schleck endgültig als Dopingsünder überführt

Auch die B-Probe des luxemburgischen Radprofis ist positiv, Mark Cavendish siegt bei der 18. Tour-Etappe. Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge nennt die Zahlungen an die Spielerberater bei einem Klubwechsel "absurd" und erhält prominente Unterstützer. Hannover 96 erwischt ein leichtes Los in der Europa-League-Qualifikation.

Sportnachrichten in Kürze

"Ich werde eine Klage gegen Unbekannt einreichen - wegen Vergiftung": Rad-Profi Frank Schleck bestreitet die Einnahme der verbotenen Substanz.

(Foto: dapd)

Tour de France, Doping: Radprofi Fränk Schleck ist auch in der B-Probe positiv auf das Diuretikum Xipamid getestet worden. Das bestätigte der Luxemburger am Freitag in einer Pressemitteilung. Schleck war in einer Probe vom 14. Juli das harntreibende Mittel nachgewiesen worden, das laut Code der Welt-Anti-Doping-Agentur verboten ist, da es auch zur Verschleierung von anderen Dopingsubstanzen missbraucht werden kann. Der RadioShack-Profi verließ daraufhin am Dienstagmorgen die Tour de France. Ihm droht eine Sperre von bis zu zwei Jahren. "Das Ergebnis der B-Probe ändert für mich nichts. Ich weiß, dass ich nichts Falsches getan habe", teilte Schleck mit, der bei der Öffnung des Tests im Labor in Chatenay-Malabry bei Paris persönlich anwesend war.

"Deshalb werde ich meine Suche fortsetzen, um herauszufinden, wie diese Substanz in meinen Körper gelangt ist." Schleck selbst hatte bereits angekündigt, eine Anzeige wegen Vergiftung gegen unbekannt einreichen zu wollen. Derzeit rekonstruiert Schleck seinen Tagesablauf am 14. Juli, der 13. Etappe der Tour. Er will herausfinden, was er zu sich genommen hat, da der positive Test auch auf ein verunreinigtes Nahrungsergänzungsmittel zurückzuführen sein kann.

Tour de France, 18. Etappe: Weltmeister Mark Cavendish hat die 18. Etappe der 99. Tour de France gewonnen. Der Brite holte sich nach 222,5 Kilometern von Blagnac nach Brive-la-Gaillarde den Sieg im Massensprint vor dem Australier Matthew Goss und dem Slowaken Peter Sagan. Der deutsche Topsprinter Andre Greipel, der bereits drei Etappen gewann, spielte dagegen im Finale keine Rolle. Das Gelbe Trikot des Gesamtersten verteidigte der Brite Bradley Wiggins erfolgreich. Der Bahn-Olympiasieger liegt weiterhin 2:05 Minuten vor seinem Sky-Teamkollegen und Landsmann Christopher Froome. Am Samstag dürfte endgültig Klarheit über das Podium der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt herrschen, wenn das Einzelzeitfahren über 53.5 Kilometern von Bonneval nach Chartres auf dem Programm steht. Auf dem tellerflachen Kurs ist Wiggins der große Favorit, aus deutscher Sicht rechnet sich auch der frühere Weltmeister Bert Grabsch Chancen aus.

Topklubs gegen Spielerberater: Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat kritisiert, dass die Vereine bei Wechseln von Fußballprofis auch Geld an deren Berater bezahlen müssen. Rummenigge nannte dies in der Bild-Zeitung "absurd" und meinte: "Eigentlich müssten das die Spieler tun. Denn die Berater erbringen eine Leistung zugunsten des Spielers, nicht des Vereins." Trotzdem würden die Clubs zahlen. Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erklärte in dem Bericht, Rummenigge habe vollkommen recht. Doch um dies umzusetzen, müssten sich die Clubs untereinander einigen. Sportvorstand Horst Heldt von Schalke 04 und Geschäftsführer Klaus Allofs von Werder Bremen regten eine Gebührenordnung an. Es wäre für die Klubs wichtig, sich auf die Höhe der Abgaben zu einigen, sagte Allofs: "Eine feste Prozentzahl, damit wir verlässliche Größen haben."

Golf, British Open: Golfprofi Marcel Siem bangt um die Teilnahme an den Schlussrunden der British Open. Nach einer Par-Runde am Freitag auf dem Par-70-Kurs im Royal Lytham und St. Annes Golfclub muss der Ratinger mit insgesamt vier Schlägen über Par nach zwei Durchgängen um den Cut zittern. "Wenn es noch ordentlich regnet, kann noch viel passieren", sagte Siem, der trotz des insgesamt hohen Ergebnisses noch nicht die Koffer packen wollte. In der Nacht hatte es so stark geregnet, dass sich auf dem Platz Pfützen gebildet hatten. Zudem kämpfte Siem, der schon um 07.00 Uhr (Ortszeit) abschlagen musste, mit starkem Gegenwind auf den ersten neun Löchern.

Hannover 96, Europa League: Hannover hat auf dem Weg in die Europa League ein leichtes Los erwischt. Das Team von Trainer Mirko Slomka trifft entweder auf NK Siroki Brijeg aus Bosnien-Herzegowina oder auf St. Patrick's Athletic FC aus Dublin/Irland. Die Entscheidung fällt im Rückspiel der 2. Qualifikationsrunde am 26. Juli. Im Hinspiel hatten sich Brijeg und St. Patrick's 1:1 getrennt. Hannover tritt zuerst am 2. August auswärts an, im Rückspiel am 9. August kann 96 dann den Einzug in die Play-off-Runde zur Europa League klarmachen. Der VfB Stuttgart muss als Sechster der vergangenen Bundesliga-Saison erst in den Play-offs eingreifen, Bayer Leverkusen ist als Tabellenfünfter der vergangenen Spielzeit direkt für die Gruppenphase qualifiziert. Das Finale der Europa League findet am 15. Mai 2013 in der AmsterdamArena statt.

Streit beim Hamburger SV: Nach seinen Verbalattacken gegen Trainer Thorsten Fink steht dem ohnehin bereits suspendierten Abwehrspieler Slobodan Rajkovic beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV eine weitere Strafe bevor. "Das Interview ist nicht akzeptabel. Wegen der Folgen werden wir Anfang der Woche im Vorstand sprechen. Wir wollen jetzt nicht aus der Ferne Maßnahmen verkünden", sagte HSV-Vorstandschef Carl Jarchow der Bild-Zeitung. Eine fristlose Kündigung des Serben schloss der 56-Jährige allerdings aus: "Das würde uns die Ablösesumme kosten." Rajkovic hatte sich im Training vor rund einer Woche eine handfeste Auseinandersetzung mit Stürmer Heung-Min Son geliefert und war daraufhin in die zweite Mannschaft der Hamburger verbannt worden. Der 23-Jährige zeigte sich jedoch wenig einsichtig und bezeichnete Fink aufgrund des Ablaufs seiner Suspendierung zuletzt öffentlich als "Mädchen". Zudem sei er "noch nie so oft und so lange angelogen" worden. Bei seinen Teamkollegen stößt Rajkovic mit seinem Verhalten auf Unverständnis. "Wir haben darüber gesprochen und distanzieren uns als Mannschaft", sagte HSV-Kapitän Heiko Westermann und forderte Rajokic auf, "den Mund zu halten".

Transfer beim Hamburger SV: Fußball-Bundesligist Hamburger SV ist auf der Suche nach einer Verstärkung für das Mittelfeld fündig geworden. Der vielseitig einsetzbare kroatische Nationalspieler Milan Badelj soll für geschätzte 3,5 Millionen Euro von Dinamo Zagreb kommen. "Badelj werden wir in Kürze präsentieren können", sagte der Vorstandsvorsitzende Carl Edgar Jarchow der Bild. Der 23 Jahre alte Kapitän von Dinamo absolvierte bisher 158 Spiele in der ersten kroatischen Liga, erzielte dabei 28 Tore und war am Mittwoch noch in der Champions-League-Qualifikation am Ball. Jarchow kündigte zudem weitere Transfers des HSV an. "Wir werden sicher noch was im zentralen Mittelfeld tun. Und es kann sein, dass sich in der Abwehr noch was ergibt."

Hannover 96, Transfer: Der ungarische Fußballprofi Szabolcs Huszti steht kurz vor der Rückkehr Hannover 96. Der Bundesligist ist sich nach übereinstimmenden Medienangaben mit dem Mittelfeldspieler und mit Zenit St. Petersburg so gut wie einig. 96-Clubchef sagte, mit Huszti habe der Verein die Dinge zu 98 Prozent geklärt. Der Nationalspieler hatte bereits von 2006 bis 2009 für Hannover gespielt, ehe er für rund drei Millionen Euro in die russische Liga gewechselt war. Zuletzt kam der Linksfuß aber kaum mehr zum Einsatz und soll nun für ein Viertel der Ablösesumme zurückkehren. Der Vertrag des 29-Jährigen in St. Petersburg läuft nur noch bis zum Jahresende.

Eintracht Frankfurt, Transfer: Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt scheint bei der händeringenden Suche nach einem Innenverteidiger fündig geworden zu sein: Der Aufsteiger steht offenbar kurz vor der Verpflichtung des norwegischen Nationalspielers Wadim Demidow. Der 25-Jährige vom spanischen Primera-Division-Klub Real San Sebastian soll eine Ablöse von rund einer Million Euro kosten.

Leichtathletik, Doping: Bei dem unter Dopingverdacht stehenden ungarischen Diskuswerfer Robert Fazekas sind auch in der B-Probe Steroide nachgewiesen worden. Das teilte der Anwalt des früheren Europameisters, Csaba Czegledy, am Donnerstagabend mit. Die B-Probe zeige, wie bereits auch die A-Probe, allerdings nur eine "äußerst geringe Menge" des verbotenen Stoffs Stanozolol. Sein Klient hätte nicht versucht, "seine Leistungen durch irgendwelche verbotenen Substanzen zu steigern." Nach einer positiven A-Probe war Fazekas vor einigen Wochen aus dem Olympia-Kader der Ungarn für die Spiele in London ausgeschlossen worden. Bei den Olympischen Sommerspielen in Athen hatte der inzwischen 36-Jährige 2004 Gold gewonnen. Die Medaille war ihm im Nachhinein jedoch aberkannt worden, weil er die Doping-Probe verweigert hatte.