Mikel Astarloza heißt der Sieger der zweiten Alpen-Etappe der Tour, die von einem schweren Sturz des Deutschen Jens Voigt überschattet wird.

Überschattet von einem Horror-Sturz von Jens Voigt hat Alberto Contador auch beim zweiten Schlagabtausch in den Alpen die Attacken der Konkurrenz abgewehrt. Beim Tagessieg seines Landsmannes Mikel Astarloza verteidigte der Spanier trotz einer kleinen Schwäche seines neuen Edelhelfers Lance Armstrong sein am Sonntag erobertes Gelbes Trikot souverän. Voigt kam in der Abfahrt vom Kleinen Sankt Bernard etwa 25 Kilometer vor dem Ziel nach einer Bodenwelle zu Fall. Der Berliner knallte bei hohem Tempo auf die rechte Seite und rutschte regungslos die Straße hinunter. Beinahe wäre noch ein Begleit-Motorrad über Voigt gerollt. Der Saxo-Bank-Fahrer wurde ins Krankenhaus von Bourg-Saint-Maurice gebracht. Über die Schwere seiner Verletzungen wurde zunächst nichts bekannt.

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Euskatel-Fahrer Mikel Astarloza fuhr bei der harten Bergetappe durch die Alpen als Erster ins Ziel, sein Landsmann Alberto Contador behält weiter das Gelbe Trikot. (© Foto: AFP)

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Auf der 159 km langen Etappe von Martigny nach Bourg-Saint-Maurice fuhren die Franzosen Sandy Casar (FdJeux) und Pierrick Fedrigo (Bouygues) auf die Plätze zwei und drei. Lediglich Andy Schleck (Luxemburg/Saxo Bank) wagte am letzten Berg eine Attacke, die Contador souverän mitging. Armstrong verlor zwischenzeitlich über 30 Sekunden, kämpfte sich jedoch in beeindruckender Manier zurück, die an seine Glanzzeit zum Anfang des Jahrtausends erinnerte.

Deutsche Fahrer fallen zurück

In der Gesamtwertung liegt Astana-Profi Contador weiterhin 1:37 Minuten vor seinem US-Teamkollegen Armstrong. Dritter ist der überraschend starke Brite Bradley Wiggins (Garmin/1:46 Minuten zurück). Die deutschen Hoffnungen Tony Martin (Eschborn/Columbia) und Linus Gerdemann (Münster/Milram) verloren dagegen viel Zeit. Aufregung gab es bei Astana zuvor abseits der Strecke. An der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich wurde ein LKW des Teams drei Stunden lang vom Zoll durchsucht. Wie Sprecher Philippe Maertens mitteilte, seien jedoch keine illegalen Substanzen gefunden worden.

Außerdem kündigte Teamchef Johan Bruyneel seinen Abschied von Astana zum Saisonende im belgischen Fernsehen an. "Das Kapitel Astana ist für mich nach der Saison erledigt. Sprecher Philippe Maertens wollte dies jedoch noch nicht bestätigen. Seit Wochen gibt es Spekulationen, dass Bruyneel und Armstrong ein neues US-Team aufbauen wollen. Als Sponsor ist das Softwareunternehmen Oracle im Gespräch.

Ausreisser lange vorne

Gleich vom Start im Wallis an führte der Weg steil hinauf zum Großen Sankt Bernard, mit 2473 Metern Höhe das Dach der diesjährigen Tour. Bertrikotträger Franco Pellizotti und der Russe Wladimir Karpez setzten sich ab, eine große Gruppe um Jens Voigt und Milram-Fahrer Peter Velits ergriff die Verfolgung. Im Feld kontrollierte Astana das Tempo. Der siebenmalige Toursieger Armstrong hielt sich an sein Versprechen und agierte als Schattenmann für Contador. Pellizotti und Karpez wurden am Ende der fast 40 Kilometer langen Abfahrt von den 16 Verfolgern eingeholt, zusammen nahm die Gruppe den 2188 Meter hohen Kleinen Sankt Bernard in Angriff.

Erstmals seit 1963 standen die beiden Berge wieder zusammen auf dem Streckenplan der Tour. Selbst Legenden wie Eddy Merckx, Bernard Hinault oder Miguel Indurain haben den "Doppelpack" während der Großen Schleife nie erleiden müssen. Am Mittwoch erwartet die Fahrer der nächste schwere Tag. Auf der Königsetappe von Bourg-Saint-Maurice nach Le Grand-Bornand sind auf den 169,5 km gleich vier Berge der ersten Kategorie zu bewältigen. Milram-Kapitän Linus Gerdemann hat an Le Grand-Bornand besonders gute Erinnerungen. Vor zwei Jahren siegte der Münsteraner in dem Wintersportort und eroberte das Gelbe Trikot.

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(sueddeutsche.de/sid/jbe)