Kapstadt (dpa) - FIFA-Präsident Sepp Blatter hofft zwar weiter, dass "der Traum in Erfüllung geht und Nelson Mandela dabei ist". Aber der Enkel des südafrikanischen Nationalhelden, Mandla Mandela, meint, das sei unwahrscheinlich.
Dabei ist kaum ein Mann besser geeignet, am 11. Juni im Stadion "Soccer City" in Johannesburg die erste Fußball- WM auf afrikanischem Boden zu eröffnen, als der 91 Jahre alte Friedensnobelpreisträger. Schließlich hat Südafrika die WM vor allem ihm zu verdanken. Denn ohne den erfolgreichen Kämpfer gegen das rassistische Apartheid- System und großen Versöhner mit der weißen Minderheit wäre die WM wohl nicht so schnell nach Afrika gekommen. "Es werden seine Weltmeisterschaften sein", betont auch Blatter.
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Aber Südafrikas Ikone der Freiheit ist gebrechlich und krank. Es gibt Berichte, denen zufolge er zuweilen auch in Gesellschaft wie abwesend wirke. Vor wenigen Wochen sah sich die Mandela-Stiftung gezwungen, angesichts vieler Gerüchte über den Gesundheitszustand des 91-Jährigen zu betonen, dass er wohlauf sei.
Zumindest konnte der als leidenschaftlicher Sportfan bekannte Mandela zumindest in seinem Haus in Johannesburg die WM-Trophäe willkommen heißen. Mandela sei "das Symbol des neuen, demokratischen Südafrika. Für uns war von klar, dass die Trophäe ... als erstes zu ihm gebracht werden musste", betonte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke. Mandela habe gemeint, er hoffe, Südafrika werden den Cup gewinnen.
Zuletzt hatte "Madiba", wie Mandela genannt wird, am 15. Mai 2004 mit Freudentränen in den Augen den Pokal in Händen gehalten - in Zürich bei der Vergabe der WM an die Kap-Republik.
Mandela tritt nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit auf. Zuletzt nahm er am 11. Februar an den Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag seiner Befreiung aus dem Gefängnis teil. 27 Jahre hatte der Freiheitskämpfer in Haft verbracht, bevor er die Welt veränderte - und letztendlich die Spiele nach Südafrika bringen konnte.
"Nelson Mandela, es gibt keinen Zweiten wie Dich", sangen die Abgeordneten an dem Festtag im Parlament von Kapstadt. Nun spekulieren Südafrikas Medien, dass die Lichtgestalt Südafrikas zumindest einen Überraschungsauftritt in "Soccer City" haben wird.
Ganz Kühne träumen von der historischen Begegnung des ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas mit dem ersten schwarzen Präsidenten der USA - zumindest Barack Obama hat gesagt, dass er zur WM kommen werde. Die FIFA teilte mit Bedauern mit, Mandela werde am 11. Juni nicht im Stadion sein.
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(dpa)
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