Der 20-jährige Sebastian Faißt von Bayer Dormagen bricht während eines Spiels der Junioren-Nationalmannschaft zusammen.
Tod eines Top-Handballers: Auf dem Spielfeld ist der 20-jährige Sebastian Faißt während eines Spiels der deutschen U21-Nationalmannschaft zusammengebrochen, der Mannschaftsarzt konnte ihn nicht mehr wiederbeleben.
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Tragischer Todesfall: der 20-jährige Sebastian Faißt. (© Foto: imago)
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Das große Talent vom Handball-Bundesligisten TSV Dormagen hatte im Testspiel des Nationalteams gegen die Auswahl der Schweiz in Schaffhausen das erste Tor erzielt. Nach 14 Spielminuten fiel er auf den Boden - beim Rückwärtslaufen ohne Einwirkung eines Gegenspielers, als sich die deutsche Mannschaft nach einem Treffer wieder zur Abwehr formierte. Eine Stunde lang versuchten der deutsche Mannschaftsarzt Kurt Steuer und ein Notarzt vergeblich, den 20-Jährigen zu reanimieren. "Ich vermute, dass ein Gefäß im Schädel geplatzt ist", sagte Steuer. Über die Todesursache soll eine Obduktion des Leichnams in Zürich Aufschluss geben. Bei Routine-Untersuchungen im Verein hatte es laut TSV keinerlei Anzeichen für eine Gefährdung gegeben.
In der Halle spielten sich nach einem Bericht des Südkurier dramatische Szenen ab. Das Spiel sei zunächst weitergelaufen, während die Ärzte den bewusstlosen Faißt in der Kabine behandelten. Als die Todesnachricht nach draußen drang, beendete der Schiedsrichter die Partie kurz nach Anpfiff der zweiten Halbzeit. Trainer und Spieler brachen in Tränen aus, sie mussten von Psychologen betreut werden. Laut TSV hatte auch Faißts älterer Bruder Matthias - Handballer bei Sebastians Ex-Verein HSG Konstanz - das Spiel auf den Rängen verfolgt. Die Mutter reiste umgehend aus dem Heimatort der Familie am Bodensee an. Dort soll der Leichnam Anfang kommender Woche auch beigesetzt werden.
Uli Derad, Hauptgeschäftsführer des TSV Dormagen, klagt: "Wir trauern um einen Spieler, um einen Freund und sprechen den Angehörigen unser tiefes Mitleid aus. Es ist schwer, für das Geschehene Worte zu finden."
Faißt war erst zu Beginn dieser Saison nach Dormagen in die Bundesliga gewechselt und stand dort regelmäßig im Kader des Bundesligisten. Seine Spieler-Kollegen waren am Mittwochmorgen zum Training zusammengekommen, ans Spielen war aber nicht zu denken. "Alle sind am Boden zerstört, völlig fassungslos, total geschockt", berichtete TSV-Sprecher Detlev Zenk. "Die Frage ist jetzt, wie geht man damit um." In der Bundesliga trifft Dormagen laut Spielplan am Samstag beim TBV Lemgo. Die beiden Vereine wollen gemeinsam über eine mögliche Verschiebung entscheiden. Das für Mittwochabend geplante Rückspiel der U 21-Auswahl gegen die Schweiz wurde abgesagt.
Durch seine Auftritte in der Junioren-Nationalmannschaft galt der Linkshänder als ein großes Talent auf der Position im rechten Rückraum. Aufgewachsen in Ehlenbogen im südlichen Schwarzwald begann Faißt das Handballspielen bei der TV Alpirsbach. Dort steht auf der eigenen Internetseite: "Wir sind zutiefst betroffen. Unser Mitglied und bester Handballer, den wir je hatten, Sebastian Faißt, ist während eines Spiels der Juniorennationalmannschaft in der Schweiz verstorben. Wir sind fassungslos."
Zusammen mit seinem Bruder Matthias wechselte Sebastian Faißt zum TuS Schutterwald, wo er in der A-Jugend unter dem heutigen Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Martin Heuberger, trainierte. Wieder gemeinsam mit dem Bruder ging Faißt 2007 zum Regionalligisten HSG Konstanz.
Als Trainer der Junioren-Nationalmannschaft erinnerte sich Heuberger an Sebastian Faißt und lud seinen "Sebbi" zum Lehrgang ein. Im vergangenen Jahr gewann die Mannschaft mit Faißt die Silbermedaille bei der Europameisterschaft in Rumänien. Auch nach dem Wechsel nach Dormagen integrierte er sich überraschend schnell, beim sensationellen 28:28-Remis des Aufsteigers zu Saisonbeginn in Kiel erzielte Faißt in seinem ersten Bundesligaspiel vier Treffer.
Sebastian Faißt wäre in drei Tagen 21 Jahre alt geworden.
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(sueddeutsche.de/hum/jja)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Den Familienangehörigen und Freunden des jungen Mannes gilt mein ganzes Mitgefühl.
Allerdings muß in diesem Fall unbedingt eine Obduktion stattfinden. Es ist wichtig, herauszufinden, warum der junge Mann so plötzlich gestorben ist.
Bei aller Tragik, interessant wäre, welche "Medikamente" er einnehmen musste/wollte....
Erst einmal vorweg der Familie und den Bekannten mein herzlichstes Beileid. Es ist jedesmal eine Tragödie, wenn ein junger Mensch aus dem Leben scheidet. Wenn dieser Mensch dann auch noch eine gewisse Sportlichkeit und Lebensdisziplin (die bei Spitzensportlern unumgänglich ist) an Tag gelegt hat, ist es umso unbegreiflicher.
Nur gut dass es kein Radprofi, Triathlet oder Langläufer war, sonst wären an dieser Stelle leider gleich wieder ein Dopingverdachte ausgesprochen worden. Aber in kollektiven Sportarten gibt es das natürlich nicht.
Natürlich ist der Tod dieses Menschen traurig und tragisch. Dennoch wirft er ein Bildauf unsere Leistungsgesellschaft und ihre fraglichen Werte und Idealbilder.
Beim Thema "Langlebigkeit" wird oftmals das Beispiel eines Bauern herangezogen: Regelmäßiger Tagesablauf, gleichmäßiges, ruhiges Arbeiten, ein Gläßchen Bier oder Wein am Abend. Intuitiv sagt man da doch: Ja, so kann man alt werden.
Ganz im Gegensatz zum unten bemühten Bild vom "Holzhacker" oder von mir aus auch "Tagelöhner im Steinbruch". Deren Körper wird übermäßig strapaziert. Würde man wohl nicht als gesund oder für eine langes Leben förderlich bezeichnen, oder?
Wieso dann aber die Idealisierung von Hochleistungssport? Ob nun das Rennen auf die Zugspitze oder im Profisport? Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen wieso derdamit verbundene Lebenswandel (Spitze!) gesund sein soll.
so ein junger Mensch, warum?
Wünsche die Familie, Freunde viel Stärke diesen großen Verlust zu verarbeiten.
Es ist beängstigend dass in andere Ballsporten diese junge Menschen so einfach umfallen, und sterben.!?
Müssten wir vielleicht einen besseren " Health Check" einführen, bevor jemanden Hochleistungssport betreiben darf/kann?
Nochmals mein Beileid an der Familie.
Paging