Tickets für die Fußball-WM Fifa-Scouts sind unterwegs

Andere Unternehmen sitzen zum Beispiel auf den britischen Kanalinseln, eben in jenen Gebieten, die formell nicht zur EU gehören und in denen die Strafverfolgung nicht ganz so stringent erfolgt. Gegenüber SZ.de bestreitet ticket.org die Vorwürfe. Es sei noch "niemals passiert", dass ein Ticket vor Ort nicht funktioniert habe, sagt Firmenchef Christopher Kowalow. Gegen den Mirror plane das Unternehmen bereits rechtliche Schritte.

Dennoch warnt die Fifa vor genau diesen Angeboten. Der Verband will die Hoheit über seine Ticketverkäufe wahren, schickt deshalb Scouts durchs Netz, die einschlägige Websites auf unerwünschte Auktionen oder Weiterverkäufe scannen. Entdecken sie ein Ticket samt Seriennummer, das von A nach B veräußert wird, können sie es sperren lassen. Der Käufer reist mit seinem frisch erstandenen Ticket nach Brasilien, steht dort vor dem Stadion - und kommt nicht rein.

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Auch bei Ticketbörsen wie Viagogo, die mit sicherem Versand und Echtheitsgarantie für ihre Tickets werben, gibt es letztendlich keine Garantie. Alle Tickets sind personalisiert, können nur über die Fifa umgeschrieben werden. Viagogo verfügt laut eigener Aussage über einen "Prozess, der dafür sorgt, dass die Ticket-Umschreibung problemlos erfolgt". Details will das Unternehmen jedoch nicht verraten.

Ansonsten freuen sich Viagogo und all die anderen Anbieter über das florierende WM-Geschäft. Das größte Interesse kommt aus Südamerika und den USA, auch aus Deutschland wurden bei Viagogo fast vier Millionen Suchanfragen registriert. Nach der Bekanntgabe des vorläufigen deutschen Kaders sei die Nachfrage "um 103 Prozent gestiegen", sagt das Unternehmen. Je näher die WM rückt, desto größer wird bei vielen der Wunsch, doch noch ein Ticket zu erstehen.

Frank Twents rät von den Ticketbörsen im Internet trotzdem ab. Wer bei der offiziellen Ticketvergabe der Fifa leer ausgegangen ist, sollte ohne Ticket nach Brasilien reisen und es vor Ort versuchen, rät Twents. Zwar warnt die Fifa auch hier vor überteuerten Schwarzmarktpreisen, auch vor den brasilianischen Behörden, die angekündigt haben, den aufkommenden Schwarzmarkt rigoros zu unterbinden.

Viele Einheimische hätten sich jedoch Karten gesichert, häufig mit dem Ziel, die Tickets noch gewinnbringend weiterzuverkaufen. "Da hat man noch die größte Chance", sagt Twents, "die werden eher Gültigkeit haben, als die Tickets aus dem Internet." Umschreiben vor Ort sei im Notfall noch einfacher, als ein Ticket zu nutzen, dass bereits Wochen zuvor gesperrt wurde.