Der 22-jährige Fußballprofi von Aston Villa erzählt im SZ-Interview, wie es sich anfühlt von Jürgen Klinsmann für ein Länderspiel nominiert zu werden.

SZ: Herr Hitzlsperger, Jürgen Klinsmann gilt als Freund des Internets. Wann erreichte Sie in Birmingham die E-mail vom Deutschen Fußball-Bund, dass Sie zum Länderspiel nach Teheran reisen?

Thomas Hitzlsperger bei einem U21-Länderspiel im November 2003. (© Foto: dpa)

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Hitzlsperger: Ich glaube, der Trainer hatte meine E-mail-Adresse noch nicht, er hat mich persönlich angerufen. Ich war überrascht. Ich wusste ja gar nicht, wie das mit einer Nominierung funktioniert. Ich hatte gedacht, dass man da vielleicht erst im Videotext nachschauen muss.

SZ: Wie verlief das Gespräch mit dem Bundestrainer?

Hitzlsperger: Erstmal schluckst du natürlich ein bisschen, wenn da der Klinsmann am Apparat ist. Aber er war sehr freundlich. Er hat gesagt, dass er sich ausgiebig mit meinem Vereinstrainer David O'Leary unterhalten hätte und dass der mich für meine Leistungen und meinen gute Einstellung gelobt hätte. Robert Huth hat mir erzählt, dass die Stimmung in der Mannschaft sehr gut ist. Da ist es für einen Neuen natürlich leichter.

SZ: Hatten Sie nach Ihren starken Partien für Aston Villa in der vergangen Saison insgeheim schon früher mit einer Berufung gerechnet?

Hitzlsperger: Ich hatte es auf jeden Fall gehofft. Aber es war in der U21 sehr unglücklich für mich und uns alle gelaufen. Wir haben bei der EM unser Potenzial nicht ausspielen können, und die taktischen Maßnahmen des Trainers (Ulli Stielike, Anmerkung der Redaktion) haben auch nicht so gegriffen. Mein persönliches Verhältnis zu ihm war nicht so gut.

SZ: Gut für Sie, dass Jürgen Klinsmann ein ausgesprochener Fan der Premier League ist.

Hitzlsperger: Es ist schön, wenn man wahrgenommen wird. Der deutsche Fußball schaut stark auf sich selbst, deswegen bist du im Ausland leider ein bisschen unsichtbar, wenn du nicht gerade bei einem absoluten Spitzenverein spielst.

SZ: Der neue Bundestrainer predigt das schnelle, risikovolle Spiel nach vorne, wie man es von der Insel kennt. Eröffnet Ihnen das besondere Chancen?

Hitzlsperger: Da bin ich nicht sicher. Es ist grundsätzlich ja nichts Neues, wenn Trainer schnell nach vorne spielen wollen. Das gibt es überall.

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