Termin für Winter-WM 2022 in Katar Das Christkind bringt den Pokal

  • Der Entschluss der Fifa-Task-Force, die umstrittene Wüsten-WM in Katar in die Wintermonate zu verlegen, hat schwerwiegende Konsequenzen.
  • Die Europäer befürchten große Schwierigkeiten dabei, ihre Spielpläne für die nationalen Ligen und die Champions League anzupassen.
  • Es geht um viel Geld - und unter Umständen auch um Schadenersatzklagen.
Von Carsten Eberts

Das Gerangel um den Termin der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar 2022 ist zu einem Kampf ums Geld geworden. Wer macht den ersten Schritt? Und wohin? Welche Folgen könnten daraus entstehen? Von Entschädigungszahlungen bis zu Schadenersatzklagen steht vieles im Raum, wenn es darum geht, wann sich die besten Fußball-Nationalmannschaften am Persischen Golf zu ihren Titelkämpfen treffen sollen.

Die umstrittene WM soll im Winter stattfinden, so hat es die eigens vom Weltverband Fifa gebildete Task-Force nun empfohlen. Konkret im November und Dezember. Endgültig wird zwar erst das Exekutivkomitee der Fifa am 19./20. März entscheiden. Doch Fifa-Generalsekretär Jérôme Valke wird am Rande der Sitzung von der BBC mit den Worten zitiert, es gebe "nur eine Lösung und diese lautet: November und Dezember 2022".

In einer Verbandsmitteilung heißt es zudem, der Vorschlag habe "die Unterstützung aller sechs Kontinentalverbände". Auch einen möglichen Finaltermin will die BBC bereits erfahren haben: der 23. Dezember, also sehr kurz vor Weihnachten. Auch die französische AFP berichtet entsprechend, andere Quellen gehen vom 18. Dezember als Finaltag aus. Das Christkind bringt 2022 nicht nur Geschenke, sondern auch den Pokal.

Alle anderen Termine scheiden aus

Alle anderen Gedankenspiele scheinen vom Tisch zu sein. Der einstige Wunschtermin von Michel Platini, Chef der Europäischen Fußball-Union Uefa, die WM in den Januar/Februar vorzuverlegen, ist nicht praktikabel. Zu groß wäre die Konkurrenz zu den Olympischen Winterspielen 2022 (in Almaty oder Peking), allein was das Milliardengeschäft mit den Übertragungsrechten angeht. Die Fifa legt sich zwar gerne mit jedem an. Doch in direkte Konkurrenz mit dem Internationalen Olympischen Komitee zu treten, davor schreckt sogar der auf Krawall gebürstete Fifa-Boss Sepp Blatter zurück.

Fußball-WM in Katar soll im Winter stattfinden

Der Weltmeister 2022 wird kurz vor Weihnachten gekürt: Eine Arbeitsgruppe der Fifa beschließt, dass die Fußball-WM in Katar in den Winter verlegt werden soll. Europa ist davon nicht begeistert. mehr ...

Eine WM im April oder Mai, wie es die Europäische Klubvereinigung vorgeschlagen hat, würde mit dem Ramadan kollidieren - auch das ist nicht machbar, da die Vorbereitung aller gläubigen muslimischen Sportler leiden würde und im Gastgeberland Islam die Staatsreligion ist. Eine Verschiebung in den Juni brächte die bekannten Probleme mit der Hitze, wenn die Tagestemperaturen in Doha auf mehr als 40 Grad steigen. In den Sommermonaten - und bis in den Oktober hinein - kann in Katar kein Fußball gespielt werden, jedenfalls nicht, wenn Hunderttausende Fans gesund und stressfrei ins Stadion gelangen sollen. Darüber herrscht bei der Fifa mittlerweile Konsens.

Bleiben also vier Wochen im November und Dezember. Der mutmaßliche Termin würde vor allem für die Europäer zur Belastungsprobe. Die Ligen müssten mitten im Betrieb eine sieben- bis achtwöchige Pause einlegen, inklusive WM-Vorbereitung. Durch Auf- und Abstiege betrifft das wohl Spielklassen bis weit hinunter in die Amateurligen.