Tennis in Miami Tommy Haas braucht nur 64 Minuten

Im Halbfinale von Miami: Tennisprofi Tommy Haas.

(Foto: dpa)

Erst der Sieg gegen Novak Djokovic, nun der Einzug ins Halbfinale: Tommy Haas zeigt sich beim Tennisturnier in Miami in verblüffender Form. Dem Franzosen Gilles Simon lässt er keine Chance - anschließend träumt Haas bereits vom Endspiel.

Die Erfolgsstory von Tommy Haas beim ATP-Masters-Turnier in Miami geht weiter. Einen Tag nach seinem 6:2, 6:4-Sieg für den serbischen Branchenprimus Novak Djokovic ließ der gebürtige Hamburger auch dem Franzosen Gilles Simon keine Chance. In nur 64 Minuten düpierte der fast 35 Jahre alte Tennisprofi die Nummer elf der Setzliste mit 6:3, 6:1 und erreichte das Halbfinale.

"Es ist ja noch nicht vorbei. Ich hoffe, dass ich vielleicht sogar noch einen Schritt weiterkomme, das wäre ein Traum", sagte Haas. Für Simon wurde das Abendmatch auf dem Center Court indes zum Alptraum. Der gewohnt kampf- und laufstarke Rechtshänder hatte zuletzt 2008 gegen Haas gewonnen, diesmal wurde er vorgeführt. "Ich wusste, dass Tommy stark beginnen wird, aber ich konnte trotzdem einfach nichts machen. Wenn er so weiterspielt, kann er das Turnier gewinnen", sagte Simon über Haas, der am kommenden Mittwoch 35 Jahre alt wird.

Haas gewann 23 von 28 Punkten bei seinem ersten Aufschlag, nutzte im ersten Satz seinen einzigen Breakball zum vorentscheidenden 5:3 und spielte im zweiten Durchgang wie im Rausch. Entscheidend sei einmal mehr sein gutes Allround-Spiel gewesen, betonte Deutschlands Vorzeige-Tennisprofi.

Zudem sei er nach dem Sieg gegen Djokovic mit viel Selbstvertrauen ins Match gegangen, resümierte Haas. Nach seinem Super-Match gegen den serbischen Superstar hatte er noch eine Nachtschicht eingelegt, um die vielen Glückwunsch-SMS und E-Mails von Fans und Freunden zu beantworten. "Das war richtig harte Arbeit", sagte Haas.

Jetzt gehört Haas zu den Top vier der mit 4,2 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung. In der gegenwärtigen Form geht er keineswegs als Außenseiter ins Halbfinale gegen David Ferrer am Freitag, auch wenn der Spanier beide bisherigen Duelle gewonnen hat und in diesem Jahr bei den Turnieren in Auckland sowie Buenos Aires triumphierte. "Er kommt an jeden Ball, ist immer in Bewegung", sagte Haas über den Weltranglisten-Fünften und betonte: "Es ist schon faszinierend, was er seit Jahren leistet."

Für ihn selbst gilt das jedoch umso mehr.