Tennis Doping-Vorwürfe gegen Nadal

Rafael Nadal: Genervt von Dopinggerüchten

(Foto: AFP)

Frankreichs frühere Sportministerin beschuldigt den Tennisprofi, wegen einer positiven Dopingprobe lange pausiert zu haben.

Von Javier Cáceres

Auch Spaniens Tennisheros Rafael Nadal hat sich im Dopingfall Maria Scharapowa zu Wort gemeldet - und für eine Sperre votiert. Er wolle ja gern glauben, dass die frühere Nummer eins der Weltrangliste einen unabsichtlichen Fehler begangen habe, als sie Meldonium zu sich nahm; ein Herzmittel, das seit dem 1. Januar auf der Dopingliste steht. Allerdings müssten auch Fehler bestraft werden, sagte Nadal, und erklärte überdies, genervt zu sein von den immer wiederkehrenden Gerüchte, er greife selbst zu unerlaubten Mittelchen. "Ich habe schon einige Male davon gehört, dass ich mit Doping in Verbindung gebracht wurde und bin davon müde", sagte der 14-malige Grand-Slam-Gewinner: "Ich bin absolut sauber."

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Öffentliche Zweifel daran meldete nun in Frankreich die ehemalige französische Sportministerin Roselyn Bachelot an. "Wir wissen, dass die berühmte Verletzung von Rafael Nadal, wegen der er sieben Monate lang pausieren musste, darauf zurückzuführen war, dass er bei einer Dopingkontrolle positiv getestet wurde", sagte Bachelot im französischen Fernsehsender D8. Bachelot, eine ausgebildete Pharmazeutin, spielte damit auf die Patellasehnenverletzung Nadals aus dem Jahr 2012 an, damals musste er nach einer Niederlage in Wimbledon sieben Monate lang pausieren. "Wenn ein Tennisspieler mehrere Monate lang aussetzen muss, liegt das daran, dass er positiv auf Doping getestet wurde und das vertuscht werden soll. Das passiert nicht immer, aber durchaus häufig", fügte Bachelot hinzu, die von 2007 bis 2010 im Kabinett von Präsident Nicolas Sarkozy saß. Sie griff damit auch den Weltverband ITF und die Männer-Profitour ATP an.

In Spanien sorgten die Äußerungen für Empörung. Der ranghöchste Sportpolitiker des Landes, Staatssekretär Miguel Cardenal, nannte die Kommentare von Bachelot "erstaunlich frivol". Bachelot habe keinerlei Beweise vorgelegt und "einen der besten Sportler der Geschichte" verleumdet. Er forderte Bachelot auf, sich zu entschuldigen.

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