Nachdem Philipp Kohlschreiber souverän den ersten Punkt für das deutsche Team eingefahren hatte, verlor Florian Mayer gegen den Südkoreaner Hyung-Taik Lee knapp in fünf Sätzen.

Der "Leitwolf" zeigte Biss, aber sein am Oberschenkel lädierter Compagnon schwächelte. Die deutsche Tennis- Nationalmannschaft muss nach dem Sieg von Philipp Kohlschreiber und der Niederlage von Florian Mayer um den Sieg gegen Südkorea und den Einzug ins Davis-Cup-Viertelfinale fürchten.

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Florian Mayer ist frustiert: Gegen den 44. der Weltrangliste Hyung-Taik Lee verlor der Bayer in fünf Sätzen. (© Foto: Getty)

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Souverän und ohne jedes Nervenflattern rechtfertigte Kohlschreiber am Freitag das Vertrauen von Kapitän Patrik Kühnen und fegte den auch ihm bis dato "völlig unbekannten" Weltranglisten-329. Jae-Sung An ohne einen Breakball abwehren zu müssen in 105 Minuten mit 6:2, 6:2, 6:2 von der roten Asche in Braunschweig.

Mayer verpasste nach erbittertem Kampf gegen Hyung-Taik Lee - geplagt von Krämpfen und Blasen - durch ein 5:7, 3:6, 6:1, 7:6 (9:7), 3:6 in 3:47 Stunden gegen den mit 65 Davis-Cup-Einsätzen erfahrensten Südkoreaner die geplante Vorentscheidung.

"Ich habe alles gegeben. Aber in manchen Situationen habe ich wie ein Anfänger gespielt", ärgerte sich Mayer. "Da hat man gesehen, dass ich es mir nicht zugetraut habe. Dabei hätte ich ihn knacken können. Aber dieses Match geht auch an Lee nicht spurlos vorüber. Und deshalb gehe ich fest davon aus, dass wir das Ding hier gewinnen."

Kohlschreiber zeigte sich erleichtert ob seines Sieges: "Ich musste mich zunächst erst einmal zurechtfinden. Aber dann war es eine Superpartie, um rein zu kommen", sagte der sichtlich erleichterte Kohlschreiber, der in Abwesenheit von Thomas Haas und Nicolas Kiefer der Spitzenspieler im Kühnen-Team ist. Vor rund 4000 Zuschauern hatte die Partie zäh begonnen.

Als die erste Unsicherheit gewichen und die Souveränität aus den ersten Matches dieses Jahres zurückgekehrt war, zog der 24 Jahre alte Kohlschreiber das Tempo an und ließ seinem zwei Jahre jüngeren Kontrahenten keine Chance mehr. "Ich hatte kein Erbarmen", scherzte der Weltranglisten-28. "Ich konnte machen, was ich wollte; es war ein Klassenunterschied", meinte der Sieger, der seinen Job ohne größere Umstände erledigte und den fest eingeplanten ersten Punkt holte.

Mondbälle gegen den Koreaner

Zwei weitere kann Kohlschreiber nun im Doppel mit Philipp Petzschner an diesem Samstag (13.30 Uhr/DSF) gegen Wong-Sun Jun/Hyun-Joon Kim und im Gipfeltreffen der beiden Spitzenspieler gegen Lee am Sonntag (13.00 Uhr/DSF) folgen lassen. "Ich bin froh, dass ich heute Kraft sparen konnte", sagte der "Leitwolf", der den Pflichtsieg und den Einzug in die Runde der letzten Acht damit perfekt machen könnte. Nächster Gegner wäre dann - wieder in einem Heimspiel - vermutlich Spanien.

Florian Mayer scheiterte in einem mitreißenden Fünf-Satz-Krimi an seinen Nerven. Zwei Sätze lang stand der Bayer förmlich neben sich. Was immer er versuchte, es ging schief. Ausdruck seiner Hilflosigkeit waren sogenannte Mondbälle, die der 24-Jährige immer wieder in sein desolates Spiel einstreute. Doch Lee ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und passierte seinen Gegenüber ein ums andere Mal.

Wie aus heiterem Himmel kam im dritten Durchgang die Wende, nachdem sich Mayer an der Zehe hatte behandeln lassen. Doch alles Aufbäumen nutzte nichts. Zwar schaffte der Schlacks aus Bayreuth in einem packenden Tiebreak nach Abwehr eines Matchballes sogar den Ausgleich, nachdem sich auch Lee nach dem dritten Durchgang eine Verletzungs-Auszeit genommen hatte.

Doch die eigenen Warnungen ("es ist ein 50:50-Match") vor dem 32-Jährigen, der in der Weltrangliste an Position 44 und damit immerhin 24 Plätze besser als der Bayreuther notiert wird, erwiesen sich als berechtigt, obwohl er den bislang einzigen Vergleich in der ersten Runde der Australian Open vor zwei Jahren gewonnen hatte.

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(dpa/gba)