Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft hat die Sensation gegen Spanien verpasst und steht vor dem Aus im Davis-Cup-Viertelfinale. Nach den Einzeln am Freitag steht es schon 0:2.

Philipp Kohlschreiber unterlag am Freitag in Bremen dem Weltranglisten-Fünften David Ferrer mit 7:6 (7:3), 3:6, 4:6, 2:6 und kassierte das schon vorentscheidende 0:2. Nach anfänglicher Klasseleistung verpasste der Augsburger den erhofften Ausgleich, nachdem sich Nicolas Kiefer die zu erwartende 6:7 (5:7), 0:6, 3:6-Pleite gegen die Nummer eins des Favoriten, Rafael Nadal, hatte hinnehmen müssen. "In den entscheidenden Situationen hat Rafael unglaubliches Tennis gespielt", sagte der ernüchterte Kiefer, der dem Weltranglisten-Zweiten vor 7500 Zuschauern in Bremen nur im längsten ersten Satz seiner Karriere Paroli bieten konnte.

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Nun helfen nur noch Siege in den verbleibenden drei Matches. Im Doppel treffen Kohlschreiber und Philipp Petzschner an diesem Samstag (13.30 Uhr/DSF) auf Fernando Verdasco/Feliciano Lopez. "Die Motivation ist riesig. Wir probieren noch mal alles", sagte Kohlschreiber. Bei einer Niederlage wäre die Entscheidung bereits vor den beiden Einzeln am Sonntag zwischen Kohlschreiber und Nadal sowie Kiefer und Ferrer gefallen. Spanien träfe im Halbfinale auf die USA oder Frankreich.

"Meine Fehlerquote war viel zu hoch. Und dann hat mich auch noch der Aufschlag verlassen, der mir im ersten Satz immer aus der Patsche geholfen hatte", sagte Kohlschreiber nach der bitteren Niederlage. Dabei hatte er zunächst die Hoffnungen auf ein Tennis-Wunder genährt, als ihm im Tiebreak mehr gelang als zuvor Kiefer. Die Souveränität erwies sich jedoch als fragil. Erst riss der Faden und Kohlschreiber geriet mit 0:5 in Rückstand - dann schmerzte der Rücken.

"Es war eine Zerrung im Po-Bereich. Aber daran lag es nicht", so Kohlschreiber, der auf einmal flach lag und von Physiotherapeut Klaus Eder minutenlang gedehnt wurde. Zwar rappelte sich der als Nummer 25 der Weltrangliste bestplatzierte deutsche Tennisprofi wieder auf, doch der zweite Satz war nicht mehr zu retten, genauso wenig der dritte.

"Das sind die Tage, für die ich trainiere. Ein Feiertag", hatte Kiefer vor der Partie gesagt. "Das war schon bitter", meinte er hinterher. Der Ärger über eine strittige Schiedsrichter-Entscheidung verdarb ihm den Festtag. "Mehr als alles geben konnte ich heute nicht", sagte der Niedersachse nach dem 2:59 Stunden langen Match. "Nach dem ersten Satz ist er immer besser ins Spiel gekommen. Egal, was ich gemacht habe, er hatte immer die bessere Antwort."

Dabei schien Kiefer zunächst seine schwache Davis-Cup- Bilanz mit 9 Siegen bei 12 Niederlagen vergessen machen zu können. Bis zum 5:5 und eigenem Aufschlag, als ein Return Nadals offenbar doch neben ihm auf die Linie tropfte. Statt 40:0 stand es 30:15, was Kiefer erst nach längeren Protesten akzeptierte. Die Konzentration freilich war von einem Moment auf den anderen verflogen; der braun gebrannte Kraftprotz aus Mallorca nutzte die Schwäche eiskalt.

Zwar kam Kiefer mit ungeheurem Willen und großartigen Aktionen auf dem schnellen Hartplatz seinerseits zum Rebreak, aber der Tiebreak offenbarte die Stärke des 21-jährigen Nadal, der, angefeuert von 300 mit Pauken und Trompeten ausgerüsteten Anhängern, auch das nötige Glück hatte.

(dpa/sekr)

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