Tennis Aufschlag um die Lederhose

Bei den am Samstag beginnenden BMW Open sind alle deutschen Tennis-Profispieler dabei.

Von Marcel Bothe

Eigentlich, betont Michael Mronz, halte er nicht viel von Slogans, die groß auf Plakaten stehen. Vielmehr müsse sich im Verlauf eines Turniers ein Geist entwickeln, der sich in den Köpfen festsetze. Mronz ist der Veranstalter der BMW Open, die an diesem Samstag bis zum 7. Mai auf der Anlage des MTTC Iphitos in München stattfinden. Und da liegt es dann doch eigentlich im Berufsinteresse, griffige Parolen zu entwickeln, die möglichst viele Zuschauer locken. Das Turnier steht ja auch unter dem Motto "Deutschland gegen den Rest der Welt", und als Mronz dann am Freitag auf einer Pressekonferenz abschließende Informationen zum Münchner ATP-Turnier bekanntgab, hatte er dann eben doch noch den einen oder anderen Slogan parat. "Von Rotschopf zu Rotschopf, von Trainer zu Trainer, von Experte zu Experte, von Spieler zu Spieler", sagte er da zum Beispiel. Am Sonntag nämlich bekommt Boris Becker den Iphitos Award für sein Lebenswerk überreicht, verliehen von Matthias Sammer.

Einer von denen, die gegen den Rest der Welt spielen: Alexander Zverev schied unter der Woche in Barcelona bereits im Achtelfinale aus, war damit aber der beste Deutsche des Turniers.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Das Motto "Deutschland gegen den Rest der Welt" scheint passend, denn es ist Mronz gelungen, alle deutschen Profispieler für das Turnier zu gewinnen, und dazu noch einen beachtlichen Rest der Welt, Topspieler wie den Franzosen Gaël Monfils, gesetzt auf Rang 17 der Weltrangliste, oder den Spanier Roberto Bautista Agut (Platz 18). "Die Spieler aus dem Feld haben in letzter Zeit sehr eindrucksvoll gezeigt, wie sie unterwegs sind", sagt Mronz. Nämlich nicht allzu schlecht. Ein Alexander Zverev etwa, mit seinen 20 Jahren der Jüngste unter den Top 50, habe beim Masters in Monte Carlo vergangene Woche in den ersten beiden Runden "sensationell gespielt", um dann an einem Rafael Nadal zu scheitern, "der in der Form seines Lebens ist", wie Mronz sagt.

Rund um Iphitos

Spielplan:

Samstag: Qualifikation ab 10.30 Uhr

Sonntag: Qualifikation ab 10.30 Uhr

Montag: 1. Runde, ab 11 Uhr

Witterungsbedingte Änderungen werden regelmäßig auf der Website www.bmwopen.de bekanntgegeben.

Tickets:

Am Qualifikations-Wochenende kosten Eintrittskarten für Erwachsene 10 Euro (Samstag) bzw. 15 Euro (Sonntag), Kinder zahlen zwei Euro. Ab Montag kosten die Karten bis einschließlich des Finals am Sonntag je nach Kategorie zwischen 32 und 72 Euro.

Anfahrt und Parken:

In der Nähe der Iphitos-Anlage ist Parken nur eingeschränkt möglich. Es wird empfohlen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen und P&R-Anlagen zu nutzen. Die U-Bahn-Haltestelle Studentenstadt (U6) ist fünf Gehminuten von der Anlage entfernt.

Auch dabei ist Tommy Haas, der München seine Heimat nennt, ein letztes Mal wird der 39-Jährige nun bei den BMW Open aufschlagen, bevor er nach weiteren Turnieren in Stuttgart, Halle und Hamburg seine Karriere beendet. Haas sei immer noch "ein Ausnahmespieler", sagt Mronz, in Monte Carlo hatte er die erste Runde überstanden und scheiterte dann knapp am Weltranglisten-13. Tomas Berdych.

Die Vergabe der dritten Wildcard ist noch offen - die ersten beiden hatten der Nürnberger Maximilian Marterer und Casper Ruud, ein 18-jähriges Talent aus Norwegen, erhalten. Das bedeute aber nicht automatisch, dass "ein big, big joker" die dritte Zusage bekomme. Vielmehr sei es "nicht professionell, schon drei Wochen vorher alle Wildcards zu vergeben."

Das selbsternannte "härteste Sandplatzturnier der Welt", wieder so ein Slogan, bietet aber auch Platz für Folklore. Da ist etwa diese Lederhose, die der Gewinner des Turniers erhält. Andy Murray sei nach seinem Sieg 2015 "sehr irritiert" gewesen, als er erfuhr, dass er eine Lederhose anziehen müsse, verrät Mronz. Den diesjährigen Sieger dürfte es indes noch schlimmer erwischen: Dieses Mal ist die Tracht eingefroren, die Fans sollen sie zum Schmelzen bringen, bevor sie der Sieger trägt. Die Sonne wird dabei wenig helfen können: Es ist viel Regen angesagt.