Suspendierung von Fifa-Generalsekretär Valcke Die Fußballwelt rätselt: Was weiß Jérôme Valcke?

Auch 2007 fragte sich die Fußballwelt erneut: Wie viel weiß Jérôme Valcke über die Fifa und Sepp Blatter - und wie macht er sich dieses Wissen zunutze? 2006 war Valcke gefeuert worden, weil er für die Fifa Verhandlungen mit dem Kreditkartenanbieter Visa aufgenommen hatte, obwohl der bestehende Vertrag mit Mastercard dies verbot. Der Schaden, der für den Fußballverband entstand, betrug 100 Millionen Dollar. Valcke musste gehen - kam jedoch rasch wieder. Denn wenige Monate später holte Blatter den Franzosen zurück, diesmal sogar als Generalsekretär. Er stieg also kurz nach seinem Rauswurf zum zweitwichtigsten Mann der Fifa auf, wurde der wohl engste Vertraute von Blatter. "Starke Leute holt man zurück", sagte Präsident Blatter damals zu der Beförderung nur.

Als nun im Juni die Ermittlungen von FBI und der Schweizer Bundesanwaltschaft den Weltfußball erschütterten, geriet auch Valcke ins Visier der Fahnder. Der Franzose soll 2008 in eine dubiose Zehn-Millionen-Dollar-Zahlung verwickelt gewesen sein und den Betrag im Vorfeld der WM in Südafrika von einem Fifa-Konto auf ein amerikanisches Konto überwiesen haben. Valcke stritt alles ab und konnte sich im Amt halten. Doch seine Karriere geriet schon damals weiter in Gefahr. Die Fifa hatte bereits großen Schaden genommen.

Ein Ende - früher als gedacht

Wenn Blatter im Februar aus dem Amt scheidet, hätte der Generalsekretär seinen Job nach den vielen Ungereimtheiten wohl ohnehin verloren. Sogar Valcke selbst gab im Juli zu: "Wenn ich der neue Präsident wäre, würde ich einen neuen Generalsekretär ernennen."

Fifa suspendiert Generalsekretär Valcke

Man habe "von einer Reihe von Vorwürfen Kenntnis erhalten": Der Fußball-Weltverband Fifa entbindet seinen Generalsekretär Jérôme Valcke von allen Aufgaben. Er soll versucht haben, sich am WM-Ticketverkauf zu bereichern. Von Thomas Kistner mehr ... Analyse

Nun folgte Valckes Karriereende jedoch früher als gedacht. Tragbar war er eigentlich schon seit Jahren nicht mehr.