Bei den letzten Spielen hat Hashemian die 90 Minuten Spielzeit noch vorwiegend auf der Bank gesessen - nun könnte er seine Chance bekommen.
München - Im Frühjahr, als der Transfer zum FC Bayern bekannt gegeben wurde, ist nicht nur Dieter Meinhold ein bisschen ratlos gewesen. Wozu die Münchner Vahid Hashemian "bei ihrer Stürmerdichte" bräuchten, fragte sich der Vorstand des VfL Bochum, bei dem der iranische Angreifer gerade an der Saison seines Lebens arbeitete.
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16 Tore und sieben Assists steuerte Hashemian schließlich zum Aufschwung des Revier-Champions 03/04 bei. Dann zog er nach München. Richtig glücklich ist er dort aber noch nicht, nur 45 Minuten hat er bislang mitmachen dürfen, beim 2:0 in Hamburg.
Trainer Magath hatte Hashemians Umstellungsprobleme registriert: Dem Stürmer glückte in elf Testspielen nur ein Tor, und Hashemian schaute noch melancholischer aus seinen Augen als ohnehin.
Dass Hashemian, 28, am Samstag gegen Bielefeld zur ersten Elf zählt, ist eher fraglich (dagegen ist der Erkältungspatient Michael Ballack wohl dabei). Aber er ist jetzt wieder sehr nah dran.
Denn Magath verfügt plötzlich nur noch über zweieinhalb Angreifer, da Claudio Pizarro gerade erst wieder vollständig belastbar und soeben Roque Santa Cruz wegen eines Meniskusschadens operiert worden ist: Roy Makaay, Hashemian sowie der Jungprofi José Paolo Guerrero, ein 20-jähriger Peruaner.
Eine Chance für Hashemian, zumal er diese Woche Spielpraxis gesammelt hat. Beim WM-Qualifikationsspiel des Iran in Jordanien (2:0).
Dabei hatte Hashemian seine Nationalelf-Karriere für beendet erklärt, vor drei Jahren trat er nach Streitigkeiten mit Funktionären zurück. Dass aber ein Profi des FC Bayern in Irans Auswahl fehlte, wollten seine Landsleute nicht hinnehmen - viele bedrängten ihn immer wieder telefonisch zum Comeback.
"Die setzen ihn so unter Druck, dass er sich nicht konzentrieren kann", vermutete Felix Magath zuletzt. Nun hat Hashemian nachgegeben, freiwillig, wie er sagte.
Er wolle "meinem Land helfen", sagte er, "nicht den Menschen im Verband." Nach der Rückkehr berichtete er jetzt: "Es hat Spaß gemacht", und er freue sich bereits auf das Länderspiel gegen die Deutschen am 9. Oktober in Teheran.
Vielleicht spielt er also am Samstag gegen Bielefeld, und vielleicht auch am Mittwoch beim Champions-League-Auftakt in Tel Aviv gegen Maccabi.
Obwohl das ein heikles Thema ist, die Einreise eines Iraners nach Israel. Zurzeit gehe man davon aus, dass Hashemian mitfliege, äußerte am Freitag Klubsprecher Markus Hörwick.
Der Trainer werde das "nach sportlichen Aspekten" entscheiden. Das würde Vahid Hashemian sehr begrüßen, wenn er sich wieder einmal ganz auf seinen Sport konzentrieren könnte.
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