Stürmer des FC Bayern Mandzukics umstrittener Jubel

Die militärische Geste von Bayern Stürmer Mario Mandzukic nach seinem Führungstor gegen Nürnberg führt zu Irritationen. Handelte es sich um einen Gruß an die umstrittenen kroatischen Kriegs-Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac? Mandzukic weist die Vorwürfe zurück.

Von Johannes Aumüller

Mit dieser umstrittenen Geste bejubelte Mario Mandzukic sein Tor.

(Foto: Andreas Gebert/dpa)

Mario Mandzukic hatte gerade das 1:0 gegen Nürnberg geschossen, also spurtete er in Richtung der Zuschauer, um den Treffer zu feiern. Doch der kroatische Stürmer des FC Bayern jubelte auf eine Weise, die manche Beobachter irritierte. Mandzukic legte einmal den rechten Arm wie bei einem militärischen Gruß an die Stirn und streckte ihn dann weit von sich. Ähnliche Gesten zeigte auch sein nachgelaufener Mitspieler Xherdan Shaqiri. In diversen kroatischen Medien heißt es, bei dieser Jubelform habe es sich um ein Salut an die umstrittenen kroatischen Kriegs-Generäle Ante Gotovina und Mladen Markac gehandelt.

Diese waren im vergangenen Jahr vom UN-Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit beim Vorgehen gegen die serbische Bevölkerung im Kroatien-Krieg zu 24 beziehungsweise 18 Jahren Haft verurteilt worden. Am vergangenen Freitag hatte sie die Berufungskammer in einem fragwürdigen Urteil freigesprochen.

Mandzukic weist einen Zusammenhang zurück. Via FC Bayern lässt er ausrichten, es habe sich bei dem Jubel zwar um einen militärischen Gruß gehandelt, aber "damit habe ich Kroatien gegrüßt und den Fans zugewunken. Das war nur ein Tor-Jubel und hat mit der anderen Sache gar nichts zu tun. Ich bin ein unpolitischer Mensch." Von dem im Kosovo geborenen Mit-Jubler Shaqiri hieß es, er habe gar keine Ahnung, um was es in diesem Fall gehe, er habe einfach nur die Gesten von Mandzukic nachgemacht.

Ob sich die zuständigen Instanzen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit der Angelegenheit befassen, ist im Moment noch offen. Gemäß der Statuten sind politische Botschaften auf dem Fußballplatz generell nicht erlaubt. Allerdings hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass es einen gewissen Ermessensspielraum gibt.

Der Freispruch der beiden Generäle sorgt seit Tagen für Aufregung. Viele Serben sind empört, aber auch viele unabhängige Beobachter wundern sich angesichts der Faktenlage über diese Entscheidung. In Kroatien hingegen herrscht immenser Jubel. Hunderttausende waren am Freitag auf die Straßen gegangen, die Zeitungen titelten "Kroatien ist unschuldig".

Auch einige Sportler meldeten sich zu Wort. So war beispielsweise auf der Facebook-Seite von Fußball-Nationaltrainer Igor Stimac in Großbuchstaben und mit vielen Ausrufezeichen der Beitrag zu lesen: "Kroatien ist endlich frei. Herzlich Willkommen zu Hause unsere Helden." Der gebürtige Brasilianer und neue kroatische Nationalspieler Sammir twitterte das Wort "Freiheit". Und bei Ski-Rennfahrer Ivica Kostelic stand der Satz: "Die kroatischen Ritter reiten wieder."

Es kam sogar die Idee auf, beim WM-Qualifikationsspiel zwischen Kroatien und Serbien im kommenden Frühjahr die beiden Generäle den Anstoß ausführen zu lassen. Vertreter des serbischen Verbandes kündigten an, sich wegen mancher Äußerungen beim Europäischen Fußball-Verband zu beschweren.