Streit zwischen Hoeneß und Matthäus Und dann spricht auch noch Olaf Thon

Vom Zeitpunkt des Wechsels habe er nichts erfahren, sagt der 51-Jährige weiter. Eine Prognose lässt sich Matthäus aber nicht nehmen: "Ich gehe davon aus, dass, wenn man Lewandowski haben kann, auch für einen Batzen Geld, der FC Bayern interessiert ist, so einen Spieler so schnell wie möglich nach München zu locken." Bereits am Samstag hatte er verkündet, Lewandowski passe seiner Ansicht nach besser ins System Pep Guardiola als Mario Gomez.

Natürlich kontert Matthäus auch Hoeneß' Attacke auf sein Privatleben. "Ich finde es überflüssig, dass man hier persönlich wird", sagt er gelassen, "wenn Uli Hoeneß sich auf den Schlips getreten fühlt, dann attackiert er. So kennen wir ihn. Und das gehört auch zu Uli Hoeneß." Touché.

Groteske Formen nehmen die Debatten des Wochenendes in Gestalt von Olaf Thon an. Der ehemalige Schalker sitzt ebenfalls in der illustren Diskussionsrunde um Lothar Matthäus und steigt übermütig ins Roulette der Aufmerksamkeit ein - und setzt völlig überraschend alles auf Kritik an Bastian Schweinsteiger. Damit konnte niemand rechnen.

"Schweinsteiger ist ein Spieler, der immer weiter zurückgehen wird, weil er die Schnelligkeit einfach nicht mehr hat. Auf der Position braucht man Schnelligkeit, Aggressivität", sagt Thon und mutmaßt, dass sich Schweinsteiger in Konkurrenz zu Ilkay Gündogan vielleicht noch zur nächsten Weltmeisterschaft retten kann. "Aber dann wird es ähnlich geschehen wie bei Ballack, dass dann andere nachrücken."

Aus all der Eigenwerbung für Matthäus, Thon und die beteiligten TV-Sender geht nur einer als Verlierer hervor: Borussia Dortmund. Im ganzen Lewandowski-Trubel gab es für den BVB eine schmerzliche Niederlage gegen den HSV, noch dazu Rot für den gefragten Stürmer. Perfekt übrigens auch für den FC Bayern. Ein wenig Unruhe beim stärksten Konkurrenten gefällt den Münchnern gewiss besonders gut.