Streit um Bundestrainerin Silvia Neid Zwanziger: Abschiedsspiel für Prinz

Zwanziger ging sogar noch weiter. Die von Schröder geforderte Streitkultur im Frauenfußball bezeichnete der DFB-Präsident als "dummes Zeug". Dafür sei der Frauenfußball noch nicht weit genug: "Es gibt bei den Frauen keinen Uli Hoeneß. Was gemacht wurde, ist kontraproduktiv. Und es ist respektlos gegenüber einer Trainerin, die so erfolgreich war. Das gehört sich einfach nicht."

"Das Herz der Frauen gepackt!"

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Laut Zwanziger sei Neid "maßlos enttäuscht über die Äußerungen". Für den DFB-Boss ist es "traurig, dass zwei Personen, mit denen ich weiter intensiv zusammenarbeiten wollte, sich so kritisch über eine Frau äußern, die so erfolgreich für den deutschen Fußball gearbeitet hat und dies weiter tun wird".

Gleichzeitig machte Zwanziger deutlich, wer im Frauenfußball das Sagen hat: "Ich darf auch daran erinnern, dass wir drei Millionen Euro an TV-Geldern in die Bundesliga investieren. Dieses Geld wird von der Nationalmannschaft eingespielt."

Verstimmt ist Zwanziger auch wegen Prinz. Die 33-Jährige, die von Neid am Ende ihrer Karriere zur Reservistin degradiert wurde, hatte der Bundestrainerin kommunikative Mängel vorgeworfen. "Ich kann es nicht verstehen, aber Birgit hat ja auch ein Umfeld. Ich hätte mir gewünscht, dass Dietrich sie richtig beraten hätte. Und der richtige Rat wäre gewesen, die Vergangenheit ruhen zu lassen", sagte Zwanziger. "Birgit und Silvia Neid haben sicher nicht ständig miteinander gesprochen. Aber als es galt, war Silvia Neid für Birgit Prinz da. Die Trainerin hat alles für Birgit gemacht."

Dennoch ließ Zwanziger durchblicken, dass die dreimalige Weltfußballerin ein Abschiedsspiel erhalten soll. "Es muss eine angemessene Verabschiedung geben. Ich denke, dass es die geben wird. Sie hat so viel für den deutschen Frauenfußball geleistet, dass alles andere schmerzlich wäre", sagte er.

Der Verbandschef wies außerdem Meldungen zurück, wonach er den Vertrag mit Neid vor der WM eigenmächtig bis 2016 verlängert habe: "Das ist kompletter Unsinn. Es ist die normale Praxis, wie sie in unserer Satzung beschrieben ist."