Steueraffäre um Uli Hoeneß "Ungeheuerliche Unterstellungen"

Uli Hoeneß beim Spiel gegen den FC Augsburg im Mai 2013.

(Foto: dpa)

Bayern-Präsident Hoeneß geht gegen neue Vorwürfe in der Steueraffäre vor. Dabei geht es um einen Medienbericht, demzufolge der Präsident des FC Bayern auf einem Schweizer Konto "durchgehend Werte von 500 Millionen Schweizer Franken" deponiert habe. Nach SZ-Informationen soll sein Anwalt Unterlassungserklärungen verlangt haben und eine Klage vorbereiten.

Von Hans Leyendecker

Der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, wehrt sich juristisch gegen Vorwürfe, er habe in der Schweiz weit höhere Summen versteckt als bislang bekannt ist und möglicherweise Konten bei unterschiedlichen Geldhäusern in der Schweiz unterhalten. "Mehr Millionen, mehr Konten?" hatte das Magazin Stern getitelt und sich dabei auf einen anonymen Informanten berufen, der sich über einen Ombudsmann bei der Staatsanwaltschaft München II gemeldet hatte.

Hoeneß sprach am Donnerstag am Rande des Charity-Golfcups des FC Bayern von "ungeheuerlichen Unterstellungen", die er sich "nicht mehr bieten lassen" wolle. Er habe seinen Hamburger Anwalt Michael Nesselhauf beauftragt, "gegen diesen Wahnsinn vorzugehen" und eine Klage vorzubereiten. Nesselhauf und Hoeneß machten zu den Details keine Angaben. Auch eine Stern-Sprecherin wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll Nesselhauf von dem Autoren der Stern-Geschichte und von der Vorstandsvorsitzenden von Gruner+Jahr, Julia Jäkel, in deren Verlag das Magazin erscheint, Unterlassungserklärungen verlangt haben.

Gleichzeitig soll offenbar eine Klage in der Hauptsache bei Gericht angestrengt werden. Es ist zu vermuten, dass Hoeneß in mindestens drei Punkten gegen den Bericht vorgeht. Die beiden wichtigsten: Angeblich hätten sich auf dem Hoeneß-Konto bei der Zürcher Bank Vontobel vor 2008 "durchgehend Werte von 500 Millionen Schweizer Franken" befunden. Angeblich sollen von diesem Konto "um 2008 herum" erhebliche Summen auf Nummernkonten bei drei Schweizer Geldhäusern abgeflossen sein.

Beide Vorwürfe waren schon in der Vergangenheit aufgetaucht und von dem 61-Jährigen vehement dementiert worden. Insbesondere die Behauptung des Anonymus, es habe womöglich noch mehr heimliche Bankverbindungen gegeben, bezeichnet Hoeneß, der Ende Juli wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 3,2 Millionen Euro angeklagt wurde, als "bösartige Unterstellung". Würde die unbewiesene Behauptung zutreffen, wäre Hoeneß erledigt. Die angebliche Summe in Höhe von einer halben Milliarde Schweizer Franken hatte er schon früher als "absurd" bezeichnet.

Abseits der Berichte, Spekulationen und Gerüchte um den Steuerfall Hoeneß gibt es längst eine zweite Front: Hoeneß geht mittlerweile offensiv gegen Darstellungen in Medien vor. So will er beispielsweise im Streit mit dem Magazin Focus eine Unterlassungserklärung und eine Richtigstellung erreichen. Es geht um die Behauptung, die Bochumer Staatsanwaltschaft habe Auszüge einer Steuer-CD mit dem Namen Hoeneß an die Münchner Kollegen geschickt. Die Bochumer Strafverfolger und die Münchner Ermittler hatten die Behauptung des Blattes sofort zurückgewiesen. Auch geht er gegen die Behauptung vor, er sei von den Ermittlern abgehört worden. Der Streit wird vor einer Pressekammer ausgetragen.

Hoeneß hatte zudem in der Vergangenheit Morddrohungen erhalten und war in E-Mails und Briefen übel beschimpft worden. Seine Anwälte haben in einer Strafanzeige betont, ihr Mandant sei auch durch die Verletzung des Steuergeheimnisses "vom Subjekt zum Objekt" seines Verfahrens geworden. Sie haben Strafanzeige wegen Geheimnisverrats gegen unbekannt gestellt.