Freilich zahlen die Vereine dennoch fürstliche Gehälter - wenn sie es sich leisten können. Die New York Yankees etwa haben in der Saisonpause 423,5 Millionen Dollar für die drei Spieler C.C Sabathia, Mark Teixeira und A.J. Burnett ausgegeben. "In einer Finanzkrise braucht man das bestmögliche Produkt. Das haben wir, deshalb geht es uns gut", sagte Manager Brian Cashman (sic!) als Begründung für die Investition. Durch die Luxussteuer würden die Yakees durch ihre hohen Ausgaben die anderen Vereine noch unterstützen.

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Die New York Yankees sind der Favorit in dieser Saison - beim Vorbereitungsspiel gegen Pittburgh (im Bild) sah das schon ganz gut aus. (© Foto: AFP)

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Die Yankees sind laut dem Magazin Forbes ein finanziell überaus gesunder Verein, der sich die Investitionen durchaus leisten könnte. Der Verein holte nämlich nicht nur neue Akteure, sondern spielt von dieser Saison an in einem neuen Stadion. Direkt neben der alten Spielstätte in der Bronx hat der Verein für 1,5 Milliarden Dollar eine Arena errichtet, samt Hochzeits-Kirche, Kunstgalerie und Restaurants. "Wir investieren in die Zukunft, deshalb geht es dem Verein sehr gut", sagt Cashman. Die Yankees sind laut Forbes mit einem Gesamtwert von 1,3 Milliarden Dollar einer der wertvollsten Vereine der Welt. Die Yankees sind nicht der einzige Verein, der Geld ausgibt. Auch die Mets, Stadtrivale der Yankees, treten in dieser Spielzeit in einem neuen Stadion an. Kosten: 800 Millionen Dollar.

Das zweite Problem indes, das des Dopingskandals, behandelt die MLB eher stiefmütterlich - man könnte auch sagen, dass es einfach unter die Homeplate gekehrt wird. Das zeigt sich am Beispiel von Alex Rodriguez. Der hatte den Konsum von Stroiden im Zeitraum von 2001 bis 2003 zwar gestanden, noch immer wird spekuliert, ob er nicht danach auch noch dopte.

Rodriguez wollte im März an der World Baseball Classic teilnehmen, der inoffiziellen Weltmeisterschaft, bei der strenge Dopingkontrollen angekündigt wurden. Kurz vor dem Start musste er zu einem Treffen mit MLB-Verantwortlichen, danach zog er seine Teilnahme zurück, offiziell aufgrund von Hüftproblemen. So kann man Probleme auch lösen.

"Steroide faszinieren vor allem die Medien, es zeigt aber nicht, was in unserem Sport tatsächlich passiert", sagt Finanzchef Mariner. "Wir glauben, dass wir das härteste Programm zur Kontrolle von Steroiden aller Sportarten haben." MLB-Chef Bud Selig ergänzt: "Wir sind stolz darauf, wie die MLB von Doping gesäubert wurde." Viele Beobachter sehen das anders. Howard Bryant vom Sportsender ESPN etwa sagt: "Viele Menschen haben sich einfach in den vergangenen sieben, acht Jahren ans Doping gewöhnt."

Die MLB hat durch das strikte Kostenmanagement dafür gesorgt, dass die Vereine gewappnet sind gegen die Finanzkrise. Das Dopingproblem hat sie nicht gelöst, jedoch kurzfirstig aus dem Fokus nehmen können - es wird spätestens im Juni wieder aufkommen, wenn der Prozess gegen den ehemaligen Superstar Barry Bonds beginnt, dem seit Jahren Doping vorgeworfen wird.

Nun baut die Liga darauf, dass die Amerikaner ihrem Sport treu bleiben - um einen Zuschauereinbruch zu vermeiden, senkte etwa die Hälfte der Klubs gar die Eintrittspreise. Ob die Fans dennoch in die Stadien kommen, das wird diese Saison zeigen. An den überdimensionalen Tigern vor dem Comerica Park jedenfalls liegt es nicht.

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(sueddeutsche.de/aum)