Starke deutsche Biathleten im Weltcup Birnbacher Zweiter, Henkel Dritte

Belegte Plaz zwei hinter Martin Fourcade: Andreas Birnbacher.

(Foto: AP)

Die deutschen Biathleten überzeugen beim in Östersund mit guten Platzierungen. Die Verletzung von Ski-Rennläufer Tobias Stechert scheint nicht so schlimm wie zunächst befürchtet, die Dallas Mavericks gewinnen in der NBA, deutsche Rodler glänzen im Weltcup und Markus Wasmeier lästert über Maria Höfl-Riesch.

Sportnachrichten in Kürze

Biathlon, Weltcup: Die deutschen Biathleten haben beim Weltcup im schwedischen Östersund erneut überzeugen können. Andreas Birnbacher belegte am Sonntag im Verfolgungsrennen Rang zwei, Arnd Peiffer kam auf Rang Vier. Im Zielsprint über die 12,5 Kilometer musste sich Birnbacher nur dem Franzosen Martin Fourcade geschlagen geben. Der Schlechinger hatte im Ziel 0,7 Sekunden Rückstand. "Ich habe den zweiten Platz gewonnen und nicht den ersten verloren. Es ist keine Schande gegen den Weltbesten zu verlieren", sagte er. Peiffer kam knapp hinter dem drittplatzierten Anton Schipulin ins Ziel. Der Niedersachse lag 0,8 Sekunden hinter dem Russen. "Ich bin total zufrieden. Das ist ein toller Saison-Auftakt", sagte Peiffer. "Das war eine sehr bravouröse Leistung. Mit den Plätzen zwei und vier sind wir sehr zufrieden", sagte Bundestrainer Mark Kirchner. Die deutschen Skijäger zeigten beim Weltcup-Auftakt eine starke Leistung. Im Einzel am Donnerstag war Erik Lesser Dritter geworden. Im Sprint am Samstag hatte Florian Graf als Vierter einen Podestplatz nur knapp verpasst. Der Bundestrainer lobte in der ARD: "Wir haben ein gutes Team im Moment."

Bei den Frauen bescherte Andrea Henkel mit Platz drei im Verfolgungsrennen den deutschen Biathletinnen den ersten Podestplatz des Winters. Über die zehn Kilometer kam die Thüringerin am Sonntag dank einer erneut fehlerfreien Leistung am Schießstand hinter der überragenden Norwegerin Tora Berger und Darja Domratschewa aus Weißrussland ins Ziel.

Turnenm, Weltcup: Marcel Nguyen hat in Stuttgart seinen ersten Sieg im Turn-Weltcup erkämpft. Bei seinem ersten internationalen Heimauftritt nach den Olympischen Spielen wies der Unterhachinger vor 5000 Zuschauern mit 90,232 Punkten starke Form nach und holte sich 15.000 Schweizer Franken (9600 Euro) Preisgeld. In der Gesamtwertung übernahm der 25-jährige Olympia-Zweite nach zwei von fünf Weltcup-Veranstaltungen damit die Führung.

Basketball, NBA: Angeführt von einem überragenden O.J. Mayo haben die Dallas Mavericks in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA ihre Niederlagenserie beendet. In Abwesenheit des weiterhin verletzten Dirk Nowitzki steuerte Topscorer Mayo beim 92:77-Erfolg gegen die Detroit Pistons 27 Punkte bei. Nach drei Niederlagen in Serie verbuchten die Mavericks damit im 17. Saisonspiel den achten Sieg, bleiben als Zehnter im Westen allerdings außerhalb der Play-off-Plätze. Neuzugang Derek Fisher, der als Routinier dem kriselnden Champion von 2011 auf der Point-Guard-Position weiterhelfen soll, durfte bei seinem Dallas-Debüt von Beginn an auflaufen. Insgesamt stand der 38-Jährige 24:22 Minuten auf dem Feld und kam zu einer schwachen Ausbeute von zwei Punkten, drei Assists und zwei Rebounds. 42:48 lag Dallas zur Halbzeit zurück, bevor Mayos große Stunde schlug. Zu Beginn des dritten Viertels erzielte der 25 Jahre alte Guard 16 von 17 Dallas-Punkten. NBA-Champion Miami Heat feierte derweil den achten Heimsieg in Serie. Beim 102:89 gegen die Brooklyn Nets holte Miami einen 14-Punkte-Rückstand auf und führt die Eastern Conference mit 12:3 Siegen weiter an. Dwyane Wade war mit 34 Punkten der herausragende Mann auf dem Parkett, Teamkollege LeBron James kam auf 21 Zähler.

Rodeln, Weltcup: Rodel-Europameister Andi Langenhan hat Lokalmatador Felix Loch die Schau gestohlen und seinen ersten Sieg im vorolympischen Winter eingefahren. Der 28-Jährige aus Zella-Mehlis war am Sonntag am Königssee nicht zu schlagen und machte seinen sechsten Weltcup-Sieg perfekt. Olympiasieger Loch, der vor einer Woche noch überlegen den Auftakt im österreichischen Igls gewonnen hatte, musste sich auf seiner Hausbahn mit Platz zwei begnügen. David Möller komplettierte mit Rang drei den Dreifacherfolg der deutschen Rodler. "Ich bin megastolz, Felix hier zu Hause zu schlagen. Da freue ich mich wie ein Schneekönig", jubelte Langenhan nach seinem unerwarteten Coup. Vor einer Woche beim Saisonstart im österreichischen Igls hatte der Europameister noch als Vierter das Podest verpasst, am Königssee stand er nun erstmals ganz oben. Zwar setzte Loch auf seiner Heimbahn im zweiten Lauf voll auf Angriff, am Ende blieb aber Langenhan vorn. Die ausländische Konkurrenz hatte wie schon in der Vorwoche nichts zu melden. Der Russe Albert Demtschenko wurde Vierter, der Italiener Armin Zöggeler landete auf Platz fünf. Auch bei den Frauen und Doppelsitzern fuhren die deutschen Rodler am Königssee Siege ein.

Rasenschach - die Fußball-Taktikkolumne Wie die Bayern den BVB kopieren

Topspiel in der Fußball-Bundesliga: Der FC Bayern will endlich wieder Borussia Dortmund schlagen. Die Chancen stehen gut, denn die Münchner haben in den Punkten Pressing, Gegenpressing und Mannschaftsgeist viel vom Double-Gewinner gelernt. Das SZ-Taktikvideo.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: Bongarts/Getty Images)

Nordische Kombination, Teamsprint: Deutschlands Nordische Kombinierer haben beim Weltcup in Kuusamo den angepeilten Podestplatz im Teamsprint deutlich verpasst. Nach einem Sprung und dem Langlauf über 2 x 7,5 Kilometer kamen Weltmeister Eric Frenzel und Björn Kircheisen als Siebte ins Ziel. Ihr Rückstand auf die siegreichen Österreicher Bernhard Gruber und Mario Stecher betrug 33,5 Sekunden. Das zweite DSV-Duo mit Tino Edelmann und Johannes Rydzek belegte den achten Platz in dem Wettbewerb, der im kommenden Jahr erstmals auch bei der WM ausgetragen wird.

Markus Wasmeier: Markus Wasmeier, ehemaliger Skirennfahrer und zweifacher Olympiasieger, hat Maria Höfl-Riesch für ihre Biografie "Geradeaus" zwei Monate nach Erscheinen scharf kritisiert. "Mit ihrem Buch hat sie sich im Weltcup nur Feinde geschaffen", sagte der 49-Jährige über die Doppel-Olympiasiegerin in einem Interview der Welt am Sonntag. In ihrem Buch hatte die 28-Jährige unter anderem den harten Umgang ihres früheren Trainers Mathias Berthold beschrieben und den Weltcup einen "Porno-Zirkus" genannt. Bei der Präsentation Ende September betonte Höfl-Riesch, das Buch auch geschrieben zu haben, um "die eine oder andere böse Geschichte aus der Welt zu räumen". Den Einwand, Höfl-Riesch wolle mit dem Buch Behauptungen entgegentreten, sie sei von ihrem Ehemann und Manager Marcus Höfl "fremdgesteuert", ließ Wasmeier nicht gelten: "Dann ist es noch schlimmer, wenn sie das wirklich so wollte. Dann, sage ich ehrlich, war es die dümmste Entscheidung, die sie treffen konnte."

Eisschnellauf, Weltcup: Die niederländischen Eisschnellläufer haben beim Weltcup in Astana das Rennen über 10.000 Meter dominiert. Der WM-Zweite Jorrit Bergsma siegte am Sonntag in 12:50,40 Minuten vor Weltmeister Bob de Jong, der 12:51,22 Minuten lief. In Abwesenheit von Sven Kramer kam Olympiasieger Lee Seung-Hoon aus Südkorea in 13:07,06 Minuten auf den dritten Rang. In der Langstrecken-Gesamtwertung übernahm Bergsma die Führung von Kramer. Bester Deutscher war Moritz Geisreiter aus Inzell als Achter in 13:11,95 Minuten. Der Chemnitzer Alexej Baumgärtner wurde in 13:21,58 Minuten Elfter. Schneller als Baumgärtner waren in der eigentlich schwächeren B-Gruppe der Münchner Marco Weber und der Erfurter Patrick Beckert, die dort die Plätze zwei und vier belegten. Weber lief 13:15,06 Minuten, Beckert 13:21,25 Minuten.

Skilanglauf, Weltcup: Skilangläufer Jens Filbrich hat im finnischen Kuusamo für das beste deutsche Männer-Ergebnis des WM-Winters gesorgt. Beim ersten Saison-Einzelsieg von Doppel-Olympiasieger Petter Northug (Norwegen) beendete der Frankenhainer die dreitägige Mini-Tour "Ruka Triple" auf Rang 19. Den erhofften Platz unter den besten 15 und damit die halbe WM-Norm schaffte aber erneut kein DSV-Athlet: In den Punkten landete neben Filbrich nur Tim Tscharnke (Biberau) auf Position 20. Der mit einem Vorsprung von 40 Sekunden in die Loipe gegangene Northug rettete in der 15-km-Verfolgung nach 31:19,4 Minuten einen Vorsprung von 1,4 Sekunden auf den Russen Maxim Wylegschanin. Northug übernahm damit auch das Gelbe Trikot des Weltcup-Gesamtführenden. Platz drei ging an den Kasachen Alexej Poltoranin (+3,4).

Skilanglauf, Weltcup: Die norwegische Skilangläuferin Marit Björgen hat auch das dritte Weltcup-Rennen in Kuusamo gewonnen. Die Weltmeisterin und Olympiasiegerin setzte sich am Sonntag auch im Weltcup-Wettbewerb über 10 Kilometer im klassischen Stil durch. In 31:19,4 Minuten verwies sie die Polin Justyna Kowalczyk mit 1:21,4 Minuten Vorsprung auf Platz zwei. Dritte wurde mit einem Rückstand von 1:23,9 Minuten die Norwegerin Heidi Weng. Nicole Fessel aus Oberstdorf kam als Zehnte ins Ziel und schaffte damit als zweite DSV-Läuferin nach Denise Herrmann die interne Norm für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften. Katrin Zeller belegte Platz 23.

Fußball, Spanien: Der spanische Fußball-Erstligist FC Valencia hat sich nach der 2:5 (1:1)-Heimniederlage gegen Real Sociedad San Sebastian von Trainer Mauricio Pellegrino getrennt. Der Champions-League-Gruppengegner von Bayern München liegt mit 18 Punkten aus 14 Spielen nur im Tabellenmittelfeld. Am Sonntag kam es auf dem Trainingsgelände in Valencia zu unschönen Szenen. 50 Anhänger wollten die Spieler zur Rede zu Rede stellen. Die Verantwortlichen des Klubs mussten die Polizei zur Hilfe rufen, die die Situation danach in den Griff bekam.

Ski Alpin, Tobias Stechert: Ski-Rennläufer Tobias Stechert hat sich bei der Weltcup-Abfahrt in Beaver Creek entgegen ersten Befürchtungen keinen Kreuzbandriss zugezogen, wird die WM im Februar aber wohl dennoch verpassen. Der 27 Jahre alte Oberstdorfer muss sich am Montag in München einer Operation an seinem verletzen linken Knie unterziehen. Bei dem arthroskopischen Eingriff soll ein freies Knorpelfragment entfernt werden. Neben der Knorpelverletzung hat sich Stechert eine Prellung des Fibula-Köpfchens zugezogen.

Skispringen, Weltcup: Skispringer Severin Freund ist im finnischen Kuusamo mit 134,5 und 135,5 Metern zum vierten Weltcup-Sieg seiner Karriere gesprungen. Eine Woche nach seinem Erfolg in Lillehammer siegte der 24-Jährige aus Rastbüchl vor Dmitri Wassiljew (Russland) und Simon Ammann (Schweiz) und holte sich das Gelbe Trikot des Gesamtweltcup-Führenden zurück. Neuling Andreas Wellinger (Ruhpolding) überzeugte auf Rang fünf, der 17-Jährige kam auf 136 und 126,5 Meter. Andreas Wank wurde 13., Michael Neumayer 19. und Richard Freitag 21. Karl Geiger ergatterte als 28. ebenfalls noch Weltcup-Punkte.

Ski Alpin, Super-G der Männer: Schwere Stürze haben den ersten Weltcup-Sieg des Italieners Matteo Marsaglia im Super-G von Beaver Creek/Colorado überschattet. Während Stephan Keppler (Ebingen) als Startläufer einen Tag nach der schweren Knieverletzung von Tobias Stechert (Oberstdorf) im wahrsten Sinne mit einem blauen Auge und Prellungen am ganzen Körper davon kam, musste der Österreicher Max Franz ins Krankenhaus gebracht werden. Der 23-Jährige war auf der berühmt-berüchtigten "Raubvogel-Piste" in ein Tor gefahren und auf der brettharten Piste buchstäblich K.o. gegangen. Es besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung.

"Max ist Gott sei Dank wieder bei Bewusstsein und ansprechbar. Ich hoffe, dass er keine Verletzungen hat. Man hat gesehen, dass er kurz bewusstlos war, aber jetzt ist er wieder ansprechbar. Das ist das Wichtigste", sagte ÖSV-Sportdirektor Hans Pum im ORF. Franz war mit Platz zwei vor einer Woche bei der Abfahrt im kanadischen Lake Louise zum ersten Mal in seiner Karriere aufs Podest gefahren. Keppler nahm seinen Sturz mit Humor: "Mit dem Kopf passiert nie etwas." Er habe die große Bodenwelle nicht gesehen, an der es ihn ausgehebelt hatte: "Da konnte ich nichts mehr machen." Josef Ferstl stürzte ebenfalls und zog sich eine Verletzung am Mund zu. Andreas Sander verpasste die Weltcuppunkte klar.

Der 27 Jahre alte Marsaglia raste mit der Startnummer 12 zur Bestzeit auf der 1846 m langen Piste "Birds of Prey" und lag schließlich in 1:14,68 Minuten 27 Hundertstelsekunden vor dem im Gesamtweltcup führenden Norweger Aksel Lund Svindal und dem Österreicher Hannes Reichelt (0,70 zurück).

Fußball, Confed-Cup: Rekord-Weltmeister Brasilien als Gastgeber trifft beim Confed Cup 2013, der Generalprobe für die Fußball-WM-Endrunde 2014, in der Gruppe A auf Vize-Europameister Italien, Olympiasieger Mexiko und und Japan. In der Gruppe B spielen WM- und EM-Champion Spanien, der WM-Vierte Uruguay, Tahiti und der Afrika-Vertreter. Dies ergab eine chaotische Gruppenauslosung am Samstag im Anhembi Convention Center von Sao Paulo. Der Vertreter Afrikas wird erst im Februar 2013 beim Afrika-Cup in Südafrika ermittelt. Das Confed-Cup-Turnier wird vom 15. bis 30. Juni 2013 in sechs brasilianischen Städten (Rio de Janeiro, Brasilia, Fortaleza, Belo Horizonte, Salvador und Recife) ausgetragen. Titelverteidiger ist die brasilianische Selecao, die zuletzt zweimal in Folge die WM-Generalprobe (2005 und 2009) für sich entscheiden konnte.

Die Auslosung nutzte eine Protestgruppe, um mit einer Demonstration auf die Gewalt in Brasilien, die zahlreichen Mordopfer und Entführungen hinzuweisen. Vor dem Anhembi Convention Centre hatte sich Demonstrierende eingefunden, die weiße Masken trugen und Transparente sowie Bilder von mutmaßlichen Gewaltopfern in die Höhe reckten. Zur Gruppenauslosung hatten sich am Samstag rund 800 Gäste und 600 Medienvertreter aus der ganzen Welt in Sao Paulo versammelt. Auch die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff war anwesend. Im Land des Rekord-Weltmeisters (5 Titel) herrscht seit Jahren eine extrem hohe Kriminalitätsrate.

Eisschnelllauf, Claudia Pechstein: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein hat ihren Aufwärtstrend im Weltcup fortgesetzt, ist an einem weiteren Coup aber knapp vorbeigelaufen. In der kasachischen Hauptstadt Astana lief die 40-Jährige über 5000 m in 7:01,05 Minuten auf den zweiten Platz hinter der tschechischen Doppel-Olympiasiegerin Martina Sablikova (7:00,75), die seit zwei Jahren auf dieser Strecke unbesiegt ist. "Das war eine ganz tolle Leistung von Claudia. Das Eis war heute nicht so gut wie in den letzten Tagen, aber sie ist konstant durchgelaufen", sagte Chef-Bundestrainer Markus Eicher. Stephanie Beckert (Erfurt/7:02,52) musste sich mit Platz vier hinter Olga Graf aus Russland zufrieden geben.