Staffel bei der Biathlon-WM Auf Goldkurs im Getöse

Laura Dahlmeier: gute Leistung in der Staffel

(Foto: dpa)

Die 19-jährige Laura Dahlmeier führt die deutsche Biathlon-Staffel zwischendurch an die Spitze des Feldes. Obwohl es hinter Sieger Norwegen doch nur zu Platz fünf reicht, macht sich im Team Aufbruchstimmung breit.

Von Volker Kreisl, Nove Mesto

19-jährige Biathleten erhalten ihren ersten Einsatz meistens im Weltcup. Aber nicht in einem Weltcuprennen während der Hochsaison, sondern zur Nebensaison, irgendwo in Übersee, im März. Schon gar nicht erleben junge Biathleten sonst ihr Debüt vorm Fernsehpublikum bei einer Weltmeisterschaft, nicht mal als hinterster Ersatz mit Nummer 112. Laura Dahlmeier aus Partenkirchen, 19, erlebte am Freitag ihre Initiation bei den Top-Biathletinnen, bei der WM in Nove Mesto, als dritte Läuferin bei der Frauenstaffel im Frühabendfernsehen, im Rampenlicht und im Getöse vor 27 000 Zuschauern.

Gewonnen hatten dieses WM-Staffelrennen andere, und gewiss, auch deren Vorstellung war beeindruckend. Tora Berger aus Norwegen konnte auf ihrer Schlussrunde niemand aufhalten, sie entfesselt von WM-Rennen zu WM-Rennen scheinbar neue Kräfte. Nun holte sie einen Rückstand von 38 Sekunden auf und verstaute am Freitag ihre vierte Goldmedaille im Rucksack.

Zweite hinter Norwegen wurde die Mannschaft aus der Ukraine, die auch einen Rückstand aufholen musste, auf Platz drei kamen überraschend die Italienerinnen, die nur vier mal nachladen mussten. Dennoch kann man sagen, Dahlmeier stahl allen einen Teil der Show.

Auch internationale Beobachter kniffen die Augen zusammen, schauten auf die Live-Bilder von der Strecke, die die Monitore in der Vysocina-Arena zeigten, und fragten sich: Wer ist die Kleine? Dahlmeier war ja unerkannt als dritte Deutsche ins Rennen gegangen. Auf Rang acht, mit 38,7 Sekunden Rückstand, irgendwo im Verfolgerpulk.

Dann brach sie als Vierte in ihre zweite Runde auf, klemmte sich nach dem Stehendschießen an die Fersen der ukrainischen Sprint-Weltmeisterin Olena Pidgruschna und tauchte zur Übergabe an Schlussläuferin Andrea Henkel auf einmal als Führende auf. "Zu diesem Zeitpunkt lagen wir", betonte Trainer Ricco Groß später nach einmal, "auf Goldkurs."

Den französischen, russischen und norwegischen Kollegen, die sich nach Dahlmeier erkundigten, konnten auch die Deutschen nicht wirklich weiterhelfen. Bekannt war ja nur ihr Name, ihr Alter, dass sie aus der Trainingsgruppe eines gewissen Bernhard Kröll stammt, der schon Miriam Gössner hervorgebracht hat und Magdalena Neuner.