Richterin Waitzinger schloss sich an: "Unterhaching ist natürlich sehr klein, das Grünwalder Stadion müsste umgebaut werden, und dass 1860 nach Augsburg ausweichen könnte, ist ein Schmarrn." Damit sei klar, dass die Stadion GmbH ihre Alleinstellung "nicht missbräuchlich ausnutzen" dürfe. Dies werteten die 1860-Anwälte als 1:0-Führung: "Aus welchem Grund der Vertrag gekippt wird, ist egal", sagte Priebe.

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Zwei juristische Möglichkeiten gebe es laut Waitzinger, einen solchen Missbrauch zu diagnostizieren. Die extrem lange Vertragslaufzeit über 20 Jahre könne unter Umständen alleine schon ausreichen. Zudem sei es an den Sechzigern, "plausibel nachzuweisen, dass sie diesen Vertrag nicht kostendeckend erfüllen können".

Entscheidend wird die Frage sein, ob der Verkauf aller Business Seats für Zweitligaspiele realistisch ist. "1860 behauptet platt, dass es unmöglich ist, die 3000 Plätze zu verkaufen. Es ist natürlich möglich - wenn sie dazu nicht in der Lage sind, ist das nicht unser Problem", sagte Bayern-Anwalt Riedl. Der Düsseldorfer Anwalt Marc Weßling, der mit seinem Kollegen Michael Priebe 1860 vertritt, konterte: "Das muss ein Gutachter entscheiden. Wir haben einen professionellen Vermarkter, der es nicht schafft."

Die hohe Garantiezahlung an Arena One sei die Gegenleistung für einen Baukostenzuschuss in Höhe von 16,5 Millionen Euro, den der Cateringbetrieb der Stadion GmbH zur Verfügung stellte. Da der TSV nicht mehr Eigentümer sei, sondern nun Mieter, habe diese Zahlung keinen Sinn mehr, argumentierte Priebe.

Am 24. März wird das Gericht entscheiden, ob die Cateringregelung aus kartellrechtlicher Sicht zu beanstanden ist. Wäre dies der Fall, hätte der TSV 1860 in dem zweiten Verfahren sogar Aussichten, das gesamte Vertragswerk über den Verkauf der Anteile und die Miete der Arena auszuhebeln. Diesem Druckmittel, in der ersten Halbzeit eine gütliche Einigung in Sachen Verpflegung zu erzwingen, gaben die Bayern aber nicht nach.

"Sie werden voraussichtlich weiter zusammen leben müssen. Sinnvoll wäre, eine Einigung zu versuchen", appellierte auch Waitzinger, aber Riedl blieb eisern: "Wir wollen das jetzt entschieden haben. Wenn die Sechziger sagen, das Stadion ist zu teuer, sollen sie eben in Unterhaching spielen."

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(SZ vom 04.02.2010)