Was ins Gesamtbild passt: Über mögliche Folgen aus den im Jahr 2007 aufgedeckten Versäumnissen wird laut Bergner nämlich auch erst 2009 entschieden. Bisher würden lediglich geheime Berichte zwischen BMI, Bundesverwaltungsamt (BVA) und Nada hin und hergeschoben, kritisierte daraufhin Winfried Hermann (Grüne) - "aber ich habe noch kein Wort darüber gehört, welche Konsequenzen das Ministerium ziehen will".
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Der Ton wurde langsam rauer, da half es auch nicht, dass Bergner referierte, welche Vorschläge bereits umgesetzt sind: ein unabhängiges Schiedsgericht; eine Kommission, die Doping-Verstrickungen von DDR-Trainern bewertet; erweiterte Befugnisse für die Nada. Doch auf jenem Gebiet, das Bergner als Liebhaber der Verwaltungssprache "Zuwendungsverfahrensmaßnahmen" nennt, geht wenig voran: bei der Frage, ob - neben dem DEB - von weiteren Verbänden Steuergeld zurückverlangt wird oder nicht.
Ein Umstand, der den Ausschussvorsitzenden Peter Danckert (SPD) schließlich zu einer Brandrede animierte, wie sie sein Vize Peter Rauen in all den Jahren im Ausschuss wohl auch noch nicht erlebt hat. "Mir ist jetzt klar geworden, wie das alles läuft", schimpfte Danckert: "Sie sagen jeweils, dass Sie das alles prima machen. Dabei verweist einfach nur einer auf den anderen." Die Rolle von BMI, BVA und DOSB? "Unerfindlich", "erschreckend", "primitiv". Dass das BVA Monate brauche, "um hier zu einem Urteil zu kommen, ist ein Unding. Sie kehren es unter den Teppich". Irgendwann ließ Danckert gegenüber der anwesenden BVA-Spitze jede Höflichkeit vermissen: "Ich weiß gar nicht, womit Ihr euch beschäftigt!"
"Ein reinigendes Gewitter", kommentierte Bergner, sofort wieder Verwaltungsmensch, aber es seien eben noch "Nacherhebungen nötig". Brisant bleibt die Sache trotzdem: Im Januar stellt das BVA die Förderbescheide für 2009 aus, dann fließt frisches Geld - 220 Millionen Euro Spitzensportförderung des Bundes. Ohne Gewähr, dass der Nada-Code wirklich umgesetzt ist. Und obwohl Bergner gerne betont, wie schwierig es ist, bewilligte Mittel wieder zurückzufordern. Der BMI-Mann findet die Verzögerungen übrigens "selbst ärgerlich". Was er dazu beigetragen hat, das Verfahren zu beschleunigen, sagte er nicht.
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