Sport kompakt Wettmafia besticht Jugendliche

Junioren in Bielefeld sollen Geld bekommen haben, DFB-Pokal-Spiel in Offenbach abgesagt, Rangelei um Transfers von Luiz Gustavo und Manuel Neuer gehen weiter. Sport kompakt

Das für Dienstagabend geplante DFB-Pokal-Achtelfinale zwischen dem Drittligisten Kickers Offenbach und Bundesligist 1. FC Nürnberg ist abgesagt. Nach Besichtigung der Spielstätte (Stadion am Bieberer Berg) durch eine Platzkommission aus Verantwortlichen der Polizei, des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und des gastgebenden Vereins wurde diese Entscheidung am Montagmittag getroffen. Aufgrund der Schneefälle in den vergangenen Tagen und der anhaltenden Minustemperaturen sind die Parkflächen und Zufahrtswege sowie die nicht überdachten Bereiche im Stadion Bieberer Berg mit Schnee und Eis bedeckt. Das Spiel wird am 18. oder 19. Januar nachgeholt.

Der Flügelflitzer Kraulen mit Krokodilen

Wie einst Johnny Weissmüller: Schwimmer haben bisweilen eine nebulöse Herkunft. Ein Sieger bei der WM in Dubai kommt vom Mars, andere womöglich aus einem Schwimmlabor in Shanghai.

(Video: Ivonne Wagner, Foto: Getty)

Der FC Bayern muss sein letztes Spiel des Jahres im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart ohne Hamit Altintop bestreiten. Bastian Schweinsteiger konnte dagegen nach einem grippalen Infekt am Montag zumindest wieder leicht trainieren und könnte dem deutschen Meister damit am Mittwoch (20.30 Uhr) in der Achtelfinalpartie wieder zur Verfügung stehen. Gefährdet ist der Einsatz von Andreas Ottl, den nun der Grippe-Virus erwischt hat. Mittelfeldspieler Altintop fällt wegen Adduktorenproblemen aus. Der türkische Nationalspieler musste wegen der Beschwerden schon am Sonntag beim 5:3-Sieg der Bayern im Bundesligaspiel gegen Stuttgart zur Pause ausgewechselt werden. Der erkrankte Mittelfeldspieler Ottl konnte am Montag nicht am Training teilnehmen, wie der FC Bayern auf seiner Internetseite berichtete.

Felix Magath hat einen Wechsel von Torhüter Manuel Neuer nach dem Ende der laufenden Saison erstmals kategorisch ausgeschlossen. "Bis 2012 bleibt Manuel definitiv", stellte der Trainer des FC Schalke 04 im kicker klar und trat damit den anhaltenden Spekulationen um einen Wechsel zu Bayern München im kommenden Sommer energisch entgegen. "Sicher könnten wir ihn dann für viel Geld verkaufen. Aber gleichwertiger Ersatz wäre nicht zu bekommen", sagte Magath, der Neuers 2012 auslaufenden Kontrakt gern verlängern will.

Die Fußball-Wettmafia hat selbst A-Jugendliche mit hohen Beträgen bestochen. Das erklärte einer der Angeklagten am Montag im Prozess vor dem Bochumer Landgericht. Ein U 19-Spieler von Arminia Bielefeld soll 6500 Euro erhalten haben, um die Partie gegen den VfL Bochum im Oktober 2009 zu verschieben. Bei der Liga-Partie gegen die A-Jugend von Schalke 04 sollen den Bielefelder Spielern sogar rund 15.000 Euro versprochen worden sein. Weitere Details werden von dem noch nicht angeklagten "Wettpaten" Marijo C. erwartet, der zum zweiten Mal in den Zeugenstand treten soll.

Fußball-Bundesligist 1899 Hoffenheim hat erstmals bestätigt, dass der FC Bayern München wegen des Brasilianers Luiz Gustavo angefragt hat. "Ja, es gibt ein offiziell hinterlegtes Interesse von den Bayern", sagte Ralf Rangnick der Bild-Zeitung. Der Trainer hatte bisher einen Wechsel des Defensiv- Allrounders bereits in der Winterpause ausgeschlossen und als "Blödsinn" bezeichnet. "Ich sage nicht, dass das nicht Charme hätte", meinte nun hingegen Mäzen Dietmar Hopp. Schließlich könnten die Hoffenheimer, die Luiz Gustavo im Sommer 2008 für eine Million Euro von Sport Club Corinthians Alagoano verpflichtet hatten, mit einem Transfer ordentlich Geld verdienen: Der 23-Jährige hat bei 1899 noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2014. Die Bayern müssten Medienberichten zufolge allerdings etwa 15 Millionen Euro für Luiz Gustavo hinlegen. Für Rangnick wäre eine Ablösesumme von zehn Millionen Euro eine "Lach-, aber keine Schmerzgrenze", wie er kürzlich betonte. Luiz Gustavo ist in München im Gespräch, falls der Rekordmeister Kapitän Mark van Bommel in der Winterpause abgeben sollte.

Seit den frühen Morgenstunden waren Mitarbeiter und Fans des 1. FC Union Berlin am Montag im Winter-Einsatz, um das "Stadion an der Alten Försterei" für die Zweitliga-Begegnung gegen den Karlsruher SC bespielbar zu machen. Bis zum Mittag war es den Helfern gelungen, den größten Teil der Fußball-Rasenfläche von der dicken Schneeschicht zu befreien. In der Nacht waren in Berlin- Köpenick mehr als 15 Zentimeter Neuschnee gefallen. Union-Präsident Dirk Zingler und Manager Christian Beeck waren nach der Platzbegehung am Mittag zuversichtlich, dass die Partie pünktlich um 20.15 Uhr angepfiffen werden kann. Jedoch werden die Hilfskräfte voraussichtlich bis zum frühen Abend brauchen, um die Wald-Zugänge zum Stadion freizuschaufeln. Nachdem tags zuvor bereits mehr als 400 Anhänger des 1. FC Union dafür gesorgt hatten, Tribünen und Zufahrtsstraßen freizulegen, trafen sich am ersten Werktag der Weihnachtswoche noch einmal über 60 Fans, um die Durchführung des letzten Union-Spiels in der Hinrunde der 2. Fußball-Bundesliga zu gewährleisten.

Jose Mourinho hat sich erneut mit Spaniens Schiedsrichter-Gilde angelegt. Der streitbare Trainer des Rekordmeisters Real Madrid teilte am Sonntag nach dem 1: 0-Sieg gegen den FC Sevilla gegen Referee Carlos Clos Gomez aus - und das im wahrsten Sinne des Wortes. Bei der Pressekonferenz präsentierte der Portugiese den Journalisten ein Blatt, auf dem die Fehlentscheidungen des Unparteiischen aufgelistet waren. "Er hat 13 schwere Fehler gemacht. Aber wenn ich darüber jetzt reden würde, dann bin ich wieder für das nächste Spiel gesperrt. Aber ich will bei meinen Spielern sein", sagte Mourinho. Der Trainer hat in der laufenden Saison bereits zwei Sperren abbrummen müssen.

Die deutschen Fußball-Nationalspieler können im Falle einer gelungenen Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine jeweils bis zu 180.000 Euro Prämien verdienen. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die A-Nationalmannschaft verständigten sich wie in den vergangenen Jahren auf eine leistungsabhängige Prämienregelung. Pro Spiel wurden 18.000 Euro ausgelobt. Sollte ein Nationalspieler alle Begegnungen der Qualifikation bestreiten, erhält er den Maximalbetrag. Im Vergleich dazu wurden vor der EM 2008 pro Einsatz 15.000 Euro ausgeschüttet, die erfolgreiche Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika wurde mit 20.000 Euro pro Spiel belohnt. Durch den Einzug in das WM-Halbfinale gegen Spanien (0:1) erhielten die Spieler zusätzlich 100.000 Euro. "Die Gespräche verliefen völlig unkompliziert und harmonisch. Dies ist ein erneuter Beweis für den vorbildlichen Charakter unserer A-Nationalmannschaft, den ich ebenso hoch bewerte wie die wirklich herausragenden Leistungen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.