Bundesligisten drückt ein Schuldenberg von 136 Millionen Euro, Weltstars des Sprints eröffnen Fernduell, FC Bayern verliert nächstes Finale. Sport kompakt

Fußball-Bundesligist Schalke 04 musste im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch hinnehmen. Nach dem Rekordjahr 2007 mit 12,7 Millionen Euro Gewinn und 146,9 Millionen Euro Umsatz verzeichneten die Königsblauen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2008 nur noch einen Überschuss von 464.391 Euro. Der Umsatz ging auf 139,2 Millionen Euro zurück. Die Gesamt-Verbindlichkeiten nahmen nach der Aufnahme neuer Kredite von 106 auf 136,6 Millionen Euro zu. Die Personalkosten für die Lizenzspielerabteilung werden von zuletzt 55 Millionen auf 48 Millionen Euro gesenkt. "Wir haben unsere sportlichen Ziele nicht erreicht, das müssen wir uns offen eingestehen. Der solide kleine Gewinn ist da kein Trost", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies zum Auftakt der Jahreshauptversammlung vor etwa 3000 Mitgliedern in der Arena. Der neue Trainer und Manager Felix Magath wurde mit tosendem Applaus begrüßt. (Hier geht's zu Magaths erstem Tag in Schalke) ________________________________________________________________

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Aufbruch trotz Schulden: Schalke mit Trainer Felix Magath (l.) und Aufsichtsrat-Chef Tönnies. (© Foto: ddp)

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Die Weltstars des Sprints haben sieben Wochen vor der Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) die Vorfreude auf das Weltsport-Ereignis 2009 gesteigert. Den windbegünstigten 9,75 Sekunden von Dreifach-Weltmeister Tyson Gay bei den US-Trials setzte Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt bei Jamaikas Titelkämpfen trotz 0,2 m Gegenwind die Jahres-Weltbestzeit von 9,86 entgegen. Weltrekordler Bolt (9,69) zeigte sich nicht erschocken über Gays 100-m-Zeit. "Ohne ihn abwerten zu wollen: Es wird für ihn sehr schwer, den Weltrekord zu brechen. Ich denke, er ist eher ein 200-m-Läufer, da könnte es richtig hart werden", meinte der 22-Jährige mit Blick auf Gays zuvor gelaufene 19,58 Sekunden und die Berliner WM. (Hier geht's zu den Weltrekorden der Männer-Leichtathletik) ________________________________________________________________

Der frühere Radprofi Jörg Jaksche geht davon aus, dass die am 4. Juli beginnende Tour de France einen gedopten Gesamtsieger bekommen wird. Auf die Frage, ob der Tour-Gewinner 2009 ein Betrüger, ein Gedopter sein werde, sagte Jaksche in einem Interview dem Tagesspiegel am Sonntag: "Ja. Und das Gesetz der Serie sagt uns, das wird noch lange so bleiben." Der extreme Ausdauersport sei dopingaffin. "Ich habe es selbst erlebt: Doping bringt einfach zu viel." Es seien "immer noch dieselben Heuchler am Werk, die sagen: Oh, ich habe von Doping nichts mitbekommen. Aber das ist gelogen", sagte der in Kitzbühel und Lucca in Italien lebende Jaksche, der nach seinen umfangreichen Aussagen auch vor dem Bundeskriminalamt ("zweimal zehn Stunden") keinen Job mehr im Profiradsport bekam, obwohl es nach seinen Worten ein Handschlag-Übereinkommen mit Milram gegeben hätte. ________________________________________________________________

Rekordgage, Vertragsverlängerung und neue Stars: Bayern München will Franck Ribéry das Fußball-Paradies auf Erden bieten, damit er trotz aller Verlockungen aus dem Ausland dem deutschen Rekordmeister die Treue hält. Nachdem die Bayern dem Franzosen eine Verdopplung seines Jahresgehalts auf angeblich acht Millionen Euro in Aussicht gestellt haben, zog Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Millionenpoker um Ribéry mit dem Angebot einer vorzeitigen Vertragsverlängerung eine weitere Trumpfkarte aus dem Ärmel. In der Bild am Sonntag legte der neue Sportdirektor Christian Nerlinger nach. "Wir müssen ihm eine europäische Spitzenmannschaft bieten. Wir müssen Franck die Perspektive bieten, mit uns in Europas Spitze auf Augenhöhe zu sein. Das ist sein Anspruch. Dann ist er glücklich in München." Ob Nerlinger damit die Verpflichtung weiterer neuer Spieler meint, bleibt abzuwarten. "Natürlich ist auch die Person Ribéry entscheidend, was will er und wie verhält er sich", meinte Nerlinger. ________________________________________________________________

"Ich werde eine Gewichtsklasse wechseln - dann kann ich mehr Bratkartoffeln essen." (Der Berliner Box-Weltmeister Arthur Abraham zur Begründung für seinen geplanten Aufstieg vom Mittel- ins Supermittelgewicht) (Hier geht's zum Artikel zum Kampf) ________________________________________________________________

Die deutschen Beach-Volleyballer haben zu Beginn der WM in Norwegen ihr Soll erfüllt. Die Europameisterinnen Sara Goller/Laura Ludwig, die Medaillenanwärter Julius Brink/Jonas Reckermann und Sebastian Dollinger/Mischa Urbatzka nahmen in Stavanger mit dem jeweils zweiten Sieg Kurs auf die K.o.-Runde. Geeske Banck/Anja Günther sowie die Olympia-Fünften David Klemperer/Eric Koreng gewannen ihr Auftaktspiel. Dagegen hatten Katrin Holtwick/Ilka Semmler einen überraschenden Fehlstart, und auch Claudia Lehmann/Julia Sude gingen als Verliererinnen vom Platz. "Wir haben das Spiel verloren, nicht Kuba gewonnen", übte Katrin Holtwick nach der 1:2 (18:21, 21:15, 12:15)-Niederlage gegen Fernandez Grasset-Esteves/Ribalta aus Kuba Selbstkritik. Einen erfolgreichen Start erwischten die deutschen Meister Klemperer/Koreng, die das österreichische Duo Doppler/Mellitzer klar in zwei Sätzen mit 22:20 und 21:13 besiegten. (Hier geht's zum Artikel über Beachvolleyball in Deutschland: "Aufstieg nach Absturz") ________________________________________________________________

Der FC Bayern München hat auch seine letzte Möglichkeit auf einen Titel in der abgelaufenen Saison nicht nutzen können. Die U17-Auswahl des deutschen Fußball-Rekordmeisters verlor am Samstag in Aschheim bei München das Endspiel um die deutsche Meisterschaft mit 1:3 (1:1, 1:1) n.V. gegen den VfB Stuttgart. Die von "Kaiser" Franz Beckenbauers Sohn Stephan trainierte Mannschaft verpasste damit die Wiederholung ihres Erfolgs aus dem Vorjahr. Die B-Junioren des VfB dagegen sind nach dem sechsten Titelgewinn weiterhin Rekordmeister. Vor knapp 2300 Zuschauern hatten sie nach sechs Minuten durch einen Treffer von Cünyet Köz noch in Rückstand gelegen. VfB-Mannschaftskapitän Pascal Breier (32./96.) und Manuel Janzer (90.) drehten das Spiel anschließend zugunsten der Gäste. ________________________________________________________________

Die Nachwuchsfußballer des FSV Mainz 05 haben erstmals in ihrer Vereinsgeschichte die deutsche A-Junioren-Meisterschaft gewonnen. Die Rheinhessen setzten sich am Sonntag mit 2:1 (1:1) gegen den fünfmaligen Sieger Borussia Dortmund durch. Vor 11.000 Zuschauern im Mainzer Stadion am Bruchweg sorgte der eingewechselte Robin Mertinitz (68.) mit seinem Treffer aus 16 Metern für die Entscheidung zugunsten der Gastgeber. Zuvor hatte der Dortmunder U17-Nationalspieler Mario Götze (41.) die Führung der Mainzer durch Eugen Gopko (26.) ausgleichen können.

Die deutschen Kanuten haben bei der Heim-EM am Schlusstag zwei Goldmedaillen geholt und damit die Titalanzahl auf sechs hochgeschraubt. Auf dem Beetzsee in Brandenburg gewannen am Sonntag über 500 Meter der Kajak-Vierer der Damen um die viermalige Olympiasiegerin Katrin Wagner-Augustin und der Canadier-Zweier mit Robert Nuck und Stefan Holtz ihre Finals. Dazu gab es am Schlusstag zweimal Silber und dreimal Bronze. Insgesamt erreichte der Deutsche Kanu-Verband sechsmal Gold, neunmal Silber und fünfmal Bronze. ________________________________________________________________

"Das ist wie ein Sechser im Lotto und das Spannendste in 88 Jahren Vereinsgeschichte." (Thomas Ulmer, Präsident des Fußball-Verbandsligisten SpVgg Neckarelz, am Sonntag zum DFB-Pokal-Traumlos FC Bayern München) ________________________________________________________________

Erst das Bekenntnis, dann die verbale Attacke:Isabell Werth hat wenige Tage nach ihrem Doping-Geständnis die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) heftig kritisiert. Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt fühlt sich vom Verband alleingelassen und beklagte zudem unklare Doping- und Medikations-Regeln. Während der Streit zwischen Werth und der FN am Wochenende hochkochte, sorgten mit dem Briten Michael Whitaker der nächste prominente Reiter durch eine positive Doping-Probe für negative Schlagzeilen. In den kommenden Tagen wird zudem mit der Ergebnissen der Spritzen-Affäre des in Deutschland lebenden Iren Cameron Hanley gerechnet. ________________________________________________________________

Sportdirektor Horst Heldt vom VfB Stuttgart hat die Einkaufstour von Real Madrid als "Wettbewerbsverzerrung" kritisiert und zu mehr Besonnenheit auf dem Fußball-Transfermarkt aufgerufen. "Es ist momentan alles verrückt. Da wird mit Geld herum geschmissen, als wenn es Monopoly-Geld ist. Da muss man innehalten", sagte Heldt am Rande des VfB-Trainingsstarts. Angesichts der Rekord-Ablöse von 94 Millionen Euro, die Real für Cristiano Ronaldo an Manchester United überweist, müsse er sich vorwerfen, Mario Gomez zu günstig an den FC Bayern verkauft zu haben, scherzte Heldt. Die Bayern zahlen für Gomez mehr als 30 Millionen Euro an den VfB und sorgen damit für den bisher teuersten Wechsel eines Spielers innerhalb der Bundesliga. "Wie will denn jemals ein anderer Verein mithalten mit dem, was Real Madrid gemacht hat", befand Heldt. Fragwürdig sei besonders, das die Spanier mitten in der Wirtschaftskrise ihre Mega-Transfers weitgehend über Kredite abwickeln und nicht aus eigener Tasche bezahlen. ________________________________________________________________

Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno hat seinen ersten Saisonsieg um die Winzigkeit einer Sekunde verpasst. Beim Weltcup in Des Moines (US-Bundesstaat Iowa) musste sich der Saarbrücker am Samstag (Ortszeit) nach einem dramatischen Rennen über die olympische Distanz im Spurt dem Kanadier Simon Whitfield knapp geschlagen geben und nach der Auswertung des Zielfotos auch dem Australier Brad Kahlefeldt den Vortritt lassen. "Ich habe mich beim Laufen großartig gefühlt, aber ich konnte Simon nicht abschütteln. Auf der Zielgeraden war er unglaublich stark", sagte der drittplatzierte Frodeno.

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(sid/dpa/hum)