Der DFB sperrt einen Schiedsrichter, Zidane nimmt Henry in Schutz, und Deutschlands Davis-Cup-Team hofft auf ein Comeback von Haas. Sport kompakt

Dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) droht im Zuge des europaweiten Wettskandals offenbar ein zweiter Fall Hoyzer: Am Dienstag verhängte der DFB wegen neuer Beweismittel eine Schutzsperre gegen den ins Visier der Staatsanwaltschaft geratenen Schiedsrichter-Assistenten Cetin Sevinc: "Es liegen neue Beweismittel vor, die den Tatverdacht gegen den Schiedsrichter leider sehr stark erhöhen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger der Bild-Zeitung. Der für Rechtsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch erklärte: "Natürlich gilt für Herrn Sevinc die Unschuldsvermutung, doch solange die Ermittlungen gegen seine Person nicht abgeschlossen sind, werden wir ihn zum Schutze seiner Person und des laufenden Wettbewerbs nicht mehr ansetzen. Ein Verdachtsmoment soll sich nach Angaben der Bild-Zeitung aus den Ermittlungen zum Zweitligaspiel zwischen Rot-Weiß Oberhausen und 1860 München ergeben, das vor rund zwei Wochen wegen massiver Bewegungen auf dem Wettmarkt unter Manipulationsverdacht gestanden hatte. Ein DFB-Informant soll Sevinc als einen der mutmaßlich Beteiligten genannt haben. Zudem soll eine Eidesstattliche Versicherung eines Zeugen vorliegen, die beinhaltet, dass der Schiedsrichter über einen Mittelsmann bei Live-Wetten auf eigene Spiele gesetzt haben soll. Der Zweitliga-Assistent aus Nordrhein-Westfalen wies jegliche Beteiligung am Wettskandal von sich. "Alles völliger Unsinn. Ich habe mir nichts vorzuwerfen, nichts zu verbergen", sagte der 27-Jährige. ________________________________________________________________

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Theo Zwanziger weiß seit knapp zwei Wochen von dem Manipulationsverdacht gegen einen Schiedsrichter. (© Foto: dpa)

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Frankreichs ehemaliger Fußball-Weltstar Zinedine Zidane ist mittlerweile froh und dankbar für den Platzverweis nach seinem Kopfstoß gegen den Italiener Marco Materazzi im WM-Finale 2006. "Ich weiß nicht, wie ich damit gelebt hätte, wenn ich auf dem Feld geblieben und Frankreich Weltmeister geworden wäre", sagte der 37-Jährige dem französischen Magazin France Football. Dass Italiens Torhüter Gianluigi Buffon den Schiedsrichter auf die hässliche Szene hingewiesen habe, sei daher rückblickend gut gewesen. Vor rund einem Monat hatte der Weltmeister von 1998 noch Partei für seinen früheren Mannschaftskollegen Thierry Henry ergriffen. Der Stürmer hatte im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel der Franzosen gegen Irland (1:1) mit einem Handspiel im Strafraum den Ausgleich durch William Gallas vorbereitet und damit das Ticket für die WM 2010 in Südafrika gerettet. "Viele Menschen außerhalb des Fußballs haben sich eingemischt, Menschen, die dich lieben, wenn du Trophäen holst und dich fallen lassen, wenn etwas daneben geht. Ich bin mir sicher, dass Henry nicht stolz auf diese Geste ist", sagte Zidane. ________________________________________________________________

"Vielleicht wollte Felix Magath den Christkindlesmarkt besuchen oder gute Bratwürste von Uli Hoeneß essen." (Präsident Franz Schäfer vom Bundesligisten 1. FC Nürnberg auf die Frage, ob der Schalke-Coach in Nürnberg mit Club-Profi Peer Kluge über einen Wechsel verhandelt habe) ________________________________________________________________

Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen hat die Hoffnung auf ein Davis-Cup-Comeback von Tommy Haas beim Erstrundenspiel vom 5. bis 7. März in Toulon gegen Frankreich noch nicht aufgegeben. Er wünsche sich, dass Haas gegen die Franzosen spiele, sagte Kühnen im Gespräch mit dem SID. Mit Blick auf die Saison 2010 traue er Haas viel zu. So müsse man den Wimbledon-Halbfinalisten von 2009 auch hinsichtlich des Gewinns eines Grand-Slam-Turniers im Auge behalten, sagte Kühnen.

Mit Toren haben sich die deutschen Eishockey-Nationalspieler Jochen Hecht und Marco Sturm in der NHL an den Siegen ihrer Mannschaften beteiligt. Hecht schoss für die Buffalo Sabres mit seinem fünften Saisontor in der 53. Minute nicht nur den 2:2-Ausgleich bei den Toronto Maple Leafs. In der Verlängerung bereitete der Mannheimer auch noch den 3:2-Siegtreffer durch Derek Roy vor. Buffalo führt in der Nordost-Division weiter klar vor den Boston Bruins, die am Montag (Ortszeit) 2:0 bei den Ottawa Senators siegten und eine Serie von vier Niederlagen beendeten. Sturm sorgte in der 54. Minute mit seinem zehnten Saisontreffer für den Endstand im Verfolgerduell. Verteidiger Dennis Seidenberg beteiligte sich mit einer Vorlage am 4:1-Auswärtssieg der Florida Panthers bei den Philadelphia Flyers. Christoph Schubert unterlag mit den Atlanta Thrashers daheim 3:4 nach Verlängerung gegen die Montréal Canadiens. ________________________________________________________________

Chris Kaman musste mit den Los Angeles Clippers eine deutliche Niederlage in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA hinnehmen. Die Mannschaft des deutschen Nationalspielers verlor mit 87:103 bei den San Antonio Spurs. Die Clippers, die sowohl in der Fremde (5:7) als auch auf dem eigenen Parkett (7:8) eine negative Bilanz aufweisen, sind nach der 15. Niederlage viertschlechtestes Team im Westen. Die Spurs liegen mit Platz fünf in der Division auf Play-off-Kurs. Center Kaman zeigte mit 23 Punkten und 15 Rebounds eine ansprechende Leistung. Neben dem 27-Jährigen konnte bei den Clippers nur Rasual Butler überzeugen, der von der Bank kommend 18 Punkte beisteuerte. Für die Spurs war der französische Superstar Tony Parker mit 19 Punkten erfolgreichster Werfer. ________________________________________________________________

Die Sacramento Kings haben in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA die spektakulärste Aufholjagd seit 13 Jahren mit einem Erfolg beendet. Nach einem rekordverdächtigen 44:79-Rückstand bezwangen die Kings bei einer Rest-Spielzeit von nur noch gut 21 Minuten die Chicago Bulls am Ende noch mit 102:98. Dem Team aus der Hauptstadt des US-Bundesstaates Kalifornien gelang nach Angaben des offiziellen NBA-Statistikbüros Elias Sports Bureau am Montag das "größte Comeback" der vergangenen 13 Jahre. Am 27. November 1996 hatten die Utah Jazz trotz eines 36-Punkte-Rückstands die Denver Nuggets in vergleichbarer Zeit niedergekämpft und waren damit um einen einzigen Zähler besser als nun Sacramento.

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(sueddeutsche.de/sid/dpa/cai)