Sport kompakt Rauswurf, Blödsinn und ein letztes Adieu

Horst Heldt droht, Rummenigge ist sauer, Armstrong hat Angst und ein Abschied von Charly Neumann

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Unter großer Anteilnahme von Fans und Weggefährten ist Karl-Heinz "Charly" Neumann, langjähriger Mannschaftsbetreuer von Schalke 04, in Gelsenkirchen beigesetzt worden. Neumann war am 11. November im Alter von 77 Jahren gestorben. Etwa 1500 Trauergäste gaben ihm auf dem Zentralfriedhof im Stadtteil Buer das letzte Geleit, darunter auch zahlreicher Vertreter anderer Bundesligisten.

Eine standesgemäße Beerdigung: 1500 Gäste trauern um Schalke-Betreuer Karl-Heinz Neumann.

(Foto: Foto: dpa)

Sportdirektor Horst Heldt droht den Profis des VfB Stuttgart angesichts der Bundesliga-Talfahrt mit Rauswurf. Er verstehe keinen Spaß mehr und handeln wenn er sehe, dass sich Spieler verstecken, sagte Heldt. Der VfB hat keines seiner vergangenen vier Ligaspiele gewonnen und liegt nur auf Tabellenplatz elf. An Trainer Armin Veh und dessen Zögern, seinen zum Ende der Saison auslaufenden Vertrag zu verlängern, will Heldt die Krise indes nicht festmachen.

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge gehen die ewigen Diskussionen über Spielerkäufe des Rekordmeisters auf die Nerven. Vier Fünftel der zuletzt gehandelten Namen spielten bei den Münchnern überhaupt keine Rolle, viele Namen seien Blödsinn, sagte der Klubchef. Bevor sich der FC Bayern um neue Spieler bemühe, wolle er mit den Profis reden, deren Verträge auslaufen, ergänzte Rummenigge.

Die deutschen Fußball-Europameisterinnen können der Mission Titelverteidigung bei der EM 2009 in Finnland vom 23. August bis zum 10. September 2009 relativ optimistisch entgegenblicken. Das Team von DFB-Trainerin Silvia Neid trifft bei den Titelkämpfen in der Vorrundengruppe B auf Vize-Europameister Norwegen, Frankreich und Island.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) kann weiter steigende Mitgliederzahlen vermelden. In der Erhebung für 2008 wurde die Gesamtzahl um 185.574 auf 27.526.768 gesteigert. Mitgliederstärkster Verband bleibt der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der um 73.969 auf nunmehr 6.565.977 Mitglieder anwuchs. Damit liegt der DFB über der Zahl des Deutschen Turner-Bundes, der 1912 Mitglieder verlor und damit auf 5.006.039 kommt. Nummer drei ist der Deutsche Tennis Bund, der 20.961 Mitglieder weniger hat und eine Gesamtzahl von 1.586.663 aufweist. Seinen höchsten Mitgliederstand aller Zeiten meldet unter anderem der Deutsche Handball-Bund, der offenbar vom WM-Triumph der Männer profitierte und mit 22.526 neuen Spielern seine Mitgliederzahl auf 842.070 steigert.

Der siebenmalige Sieger Lance Armstrong hat bei einem eventuellen Tour-de-France-Start 2009 Angst vor Übergriffen von gewaltbereiten französischen Fans. In einem Interview gab der 37-Jährige auch einigen Teamchefs Mitschuld an der "aggressiven Stimmung" gegen ihn. "Besonders die Verantwortlichen der französischen Mannschaften haben die Leute ermuntert, gegen mich zu protestieren. Wenn man liest, was über mich geschrieben wird, kann man durchaus denken, dass meine Sicherheit in Gefahr ist", sagte Armstrong und stellte klar: "Ich werde mich sicherlich nicht in eine gefährliche Situation begeben." Als Grund für seine Unbeliebtheit sieht der Amerikaner die Dopingvorwürfe gegen seine Person an.

Bernie Ecclestone will künftig wie bei Olympischen Spielen Gold-, Silber- und Bronzemedaillen verteilen und das bisherige Punktesystem abschaffen. Der Brite verspricht sich von dieser Maßnahme attraktivere Rennen, in denen die Fahrer verstärkt um den Sieg kämpfen. Nach Aussagen von Ecclestones sind die Teams von seinem Plan angetan. "Jeder ist mit der Idee einverstanden. Alle unterstützen mich", erklärte der 78-Jährige. Bevor dieser Vorschlag umgesetzt werden kann, muss Ecclestone noch einige Hürden nehmen. So beraten sowohl der Automobil-Weltverband FIA als auch der Zusammenschluss der Formel-1-Teams FOTA auf ihren nächsten Sitzungen darüber. Weltmeister würde bei einem Medaillensystem der Fahrer, der die meisten Rennen in einer Saison gewinnt, und nicht wie bisher Derjenige, der die meisten Punkte sammelt. Nach olympischem Vorbild sollen die ersten drei Fahrer eines Rennens Medaillen erhalten. Dahinter werden nur die Positionen gewertet. In der vergangenen Saison wäre nach dem geplanten System der Brasilianer Felipe Massa Weltmeister geworden. Laut Ecclestone soll in der Konstrukteurswertung weiter das alte Punktesystem angewendet werden.

Der 35-jährige Armin Zöggeler will bei den Winterspielen 2010 in Vancouver als erster Rodler nach Georg Hackl den dritten Olympiasieg in Serie feiern und seine Karriere mindestens bis zur WM 2011 in Italien fortsetzen. "Ich will dabei sein, um zu gewinnen. Danach werden wir sehen", sagte der Südtiroler.