Von Sport kompakt

Löwen verlieren 0:2 beim KSC, Hiddink wird Trainer der Türkei und trifft in EM-Quali auf die DFB-Elf, Verbandspräsident stellt sich gegen Pechstein.

Mit dem lange verletzten Alexander Iaschwili ist der Erfolg zum Karlsruher SC zurückgekehrt. Der KSC besiegte 1860 München am Mittwochabend im Nachholspiel der 2. Fußball-Bundesliga mit 2:0 (1:0) und beendete damit eine Negativserie von vier Niederlagen in Serie. Iaschwili bereitete in seinem ersten Spiel nach zweimonatiger Pause zunächst das 1:0 von Gaetan Krebs vor (27. Minute) und erzielte dann vor 16 173 Zuschauern das zweite Tor kurz nach der Pause selbst (48.). Die Münchener besaßen allerdings anfangs die bessere Spielanlage und durch ihren neuen Stürmer Djordje Rakic auch die ersten klaren Torchancen (13./15.).

Mag nicht mehr hinschauen: Djordje Rakic. (© Foto: dpa)

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Deutschland bekommt es in der Qualifikation zur Fußball-EM 2012 wieder mit Startrainer Guus Hiddink zu tun. Der Niederländer wird ab dem 1. August dieses Jahres neuer Nationaltrainer beim deutschen Gruppengegner Türkei. Hiddink, dessen Engagement in Russland im Juni 2010 endet, einigte sich mit dem türkischen Verband auf einen Zwei-Jahres-Vertrag mit Option auf zwei weitere Jahre. Hiddink hatte in der WM-Qualifikation mit Russland zweimal gegen Deutschland (1:2 und 0:1) den Kürzeren gezogen und war anschließend auch in den Play-offs an Slowenien gescheitert. Bei der Europameisterschaft 2008 hatte der 63-Jährige noch die Russen ins Halbfinale geführt. In der Türkei soll Hiddink laut Medienberichten ein Jahresgehalt von 3,75 Millionen Euro einstreichen. Bis zur Amtsübernahme im August wird Oguz Cetin weiter als Übergangstrainer fungieren. Der bisherige Nationalcoach Fatih Terim, der seit 2005 in der Verantwortung gestanden hatte, trat nach der verpassten WM-Qualifikation zurück.

Claudia Pechstein steht im Kampf um ihre Olympia-Teilnahme auf verlorenem Posten. Ausgerechnet DESG-Präsident Gerd Heinze, der sie in ihrem Dopingfall stets unterstützt hat, sprach die bittere Wahrheit als Erster in Vancouver laut aus: "Es wird keinen Start von ihr geben." Während sich die Führung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) nach Pechsteins Gang vor das Ad-hoc-Gericht des Internationalen Sportgerichtshofes CAS in Vancouver um klärende Worte herumdrückt, redete Heinze nach dem 500-m-Finale der Frauen im Richmond Oval Klartext. Dem Eislauf-Weltverband ISU stünden 180 Startplätze bei Olympia zur Verfügung, sagte er, und das Kontingent sei ausgeschöpft - auch das der deutschen Mannschaft für die Teamrennen, in denen Pechstein gerne mitlaufen würde: "Eine Ausnahmegenehmigung der ISU wird es nicht geben, das ist uns bereits signalisiert worden." Die ISU hatte Pechstein wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt.

Mit Weltfußballer Lionel Messi an der Spitze und Bayern-Profi Martin Demichelis tritt die argentinische Fußball-Nationalmannschaft am 3. März in München zum WM-Härtetest gegen Deutschland an. Zu fünfzig Prozent stehe sein Kader für die Endrunde in Südafrika, erklärte Diego Maradona bereits. Die Partie gegen den dreimaligen Weltmeister, an dem die Albiceleste bei der WM 2006 im Viertelfinale gescheitert war, soll Aufschluss über die restliche Besetzung geben. Maradona, der seinen Kader am Dienstag in Buenos Aires bekanntgab, berief in seiner rund 15-monatigen Amtszeit schon 101 Spieler.

Die Polizei der Olympiastadt Vancouver hat einen mutmaßlichen Drahtzieher der Krawalle am Samstag festgenommen. Ein 27-Jähriger wird beschuldigt, die Ausschreitungen vermummter Olympia-Gegner und Anarchisten in der Innenstadt organisiert zu haben. Zudem soll er die Aktivitäten einer Gruppe koordiniert haben, die am Freitag den olympischen Fackellauf störte. Randalierer hatten am Samstag Passanten und Bewohner des Zentrums in Angst versetzt. 250 Personen bildeten einen radikalen "schwarzen Block" und verwüsteten einen ganzen Straßenzug. Sieben Personen wurden festgenommen, mehrere erlitten Verletzungen. Elf Verdächtige sind bereits angeklagt worden.

Fünf Tage nach dem tödlichen Sturz des georgischen Olympia-Rennrodlers Nodar Kumaritaschwili in Kanada ist der Sarg mit dem Leichnam des Sportlers in seiner Heimat eingetroffen. Rund 1000 Menschen, darunter Vertreter der orthodoxen Kirche und viele Athleten des Landes, gaben Kumaritaschwili in der Nacht zum Mittwoch am Flughafen der Hauptstadt Tiflis im Kaukasus das letzte Geleit. Das meldete die Agentur Itar-Tass. Eine Ehrengarde brachte den in eine georgische Flagge gehüllten Sarg zu einem Fahrzeug, das den Leichnam in die Stadt Bakuriani bringen wird. In seinem Heimatort etwa 170 Kilometer westlich von Tiflis soll Kumaritaschwili an diesem Samstag beigesetzt werden. Der 21-Jährige war am vergangenen Freitag auf der Olympia-Bahn in Whistler tödlich verunglückt. Beim Training wurde er aus einer Kurve gegen einen Stahlträger geschleudert.

Trainer Martin Schwalb vom Handball-Bundesligisten HSV Hamburg hat erneut die zu hohe Belastung der Spieler kritisiert. "Einige Jungs müssen über 100 Begegnungen im Jahr absolvieren. Das ist schlichtweg ungesund", sagte der 46 Jahre alte frühere Nationalspieler dem Mannheimer Morgen. "Bei der Europameisterschaft in Österreich habe ich im Januar beispielsweise keinen herausragenden Sport, keine innovativen Spielkonzepte und kein Tempo gesehen. Die Teams haben sich durch die Partien geschleppt." Immer häufiger würden Leistungsträger verletzt ausfallen, sagte Schwalb. Deshalb sorgt sich der HSV-Trainer um den medialen Stellenwert seiner Sportart. "Wenn wir den Handball in der Öffentlichkeit platzieren wollen, müssen auch die Stars fit sein. Nur die besten Spieler können unseren Sport auch wirksam repräsentieren", mahnte der Coach des Tabellenführers.

Der Goldlauf von Magdalena Neuner (Wallgau) hat dem ZDF die bislang höchste Einschaltquote von den Olympischen Spielen in Vancouver beschert. Durchschnittlich 7,68 Millionen Zuschauer (25,3 Prozent Marktanteil) sahen ab 19.25 Uhr das Biathlon-Verfolgungsrennen am Dienstagabend. Das anschließende Verfolgungsrennen der Männer verfolgten noch 7,47 Millionen Zuschauer (23,9 Prozent). Auch am frühen Mittwochmorgen saßen noch viele Olympia-Fans vor den Bildschirmen: Den vierten und entscheidenden Lauf zu Gold von Rodlerin Tatjana Hüfner sahen eine Stunde nach Mitternacht 2,32 Millionen Menschen (37,1 Prozent)

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(dpa/sid/hum)