Ottmar Hitzfeld kritisiert den Kollegen von Real Madrid heftig, dessen Klub ist offenbar weiterhin an Nuri Sahin interessiert. Russland schrammt knapp an Eishockey-Debakel vorbei und Judd Trump führt im Finale der Snooker-WM. Sport kompakt.

Der Schweizer Fußball-Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld hat seinen Kollegen Jose Mourinho (Real Madrid) wegen der Vorkommnisse beim Halbfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen den Madrilenen und dem FC Barcelona (0:2) am vergangenen Mittwoch heftig kritisiert. Die von Mourinho gewählte, destruktive Spielweise "kann nicht der Anspruch der Königlichen aus Madrid sein, sie ist eigentlich eine Schande für Real. Das Markenzeichen, das Image dieses legendären Klubs wurde damit beschädigt", schrieb Hitzfeld in seiner Kolumne im Fachblatt kicker. Mourinho habe mit seiner Kritik an Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) "völlig daneben" gelegen. "Und Verdächtigungen mit dem Barca-Engagement für Unicef zu begründen, das geht nicht, da ist die Grenze überschritten." Allzu überraschend war Mourinhos Auftreten für Hitzfeld nicht: "Ich habe Mourinho bei Trainertagungen der UEFA so erlebt wie er wirkt: arrogant, unnahbar, Kaugummi kauend, irgendwie flegelhaft." Deshalb wünscht er sich für Dienstag, wenn beide Mannschaften im Rückspiel aufeinandertreffen (20.45 Uhr): "Barca sollte die Strafe auf dem Platz aussprechen."

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Real Madrid soll weiterhin an der Verpflichtung von Nuri Sahin von Borussia Dortmund interessiert sein. Wie die spanische Zeitung Marca berichtete, hat Real mit dem Mittelfeldspieler des neuen deutschen Fußball-Meisters bereits eine Einigung erzielt. Demnach stünden nun die Verhandlungen der beiden Clubs über die Höhe der Ablöse an. Im Gespräch seien zehn Millionen Euro. Dem Vernehmen nach enthält der bis 2013 datierte Vertrag von Sahin mit dem BVB eine Ausstiegsklausel, die einen vorzeitigen Vereinswechsel ermöglicht. Auch andere spanische Medien hatten zuvor über Verhandlungen zwischen Sahin und Real berichtet. Sahin selbst deutet indes seit Wochen an, dass er sich bereits für eine Vertragsverlängerung in Dortmund entschieden habe. Nach dem 3:0-Sieg vor zwei Wochen gegen Freiburg sagte er: "Unsere Fans wissen schon, wie ich mich entschieden habe." Diese hatten zuvor ein Plakat gezeigt mit der Aufschrift: "Mit Nuri in die Champions League"

Im Poker zwischen dem FC Schalke 04 und dem FC Bayern München um Nationaltorwart Manuel Neuer hat Franz Beckenbauer über eine wohl unrealistische Rekord-Ablösesumme für die Bundesliga geplaudert. "Wäre ich noch Aufsichtsrats-Vorsitzender, würde ich jede Summe absegnen. Man sollte, wenn es sein muss, auch 50 Millionen Euro für Neuer bezahlen", sagte der Ehrenpräsident in der Bild. Sein Nachfolger im Amt, Uli Hoeneß, konterte: "Franz ist aber nicht an unserer Stelle." Neuer hatte am Wochenende betont, dass er innerhalb Deutschlands wechseln wolle. Sein Vertrag bei Schalke läuft noch bis zum 30. Juni 2012. Der bislang teuerste Transfer innerhalb der Bundesliga war der von Mario Gomez vom VfB Stuttgart zum FC Bayern München im Sommer 2009 für über 35 Millionen Euro.

Rekordweltmeister Russland ist bei der WM nur knapp an einem Debakel vorbeigeschrammt. Im zweiten Vorrundenspiel in Bratislava quälte sich die Sbornaja zu einem 6:4 (1:0, 1:1, 4:3) gegen Aufsteiger Slowenien. Bei einer Niederlage hätte die Abstiegsrunde gedroht. Erst in den Schlussminuten sicherten Alexander Radulow (57.) und Sergej Sinowjew (60.) den Sieg. "Es war ein lustiges Spiel", sagte Trainer Wjatscheslaw Bykow ironisch und fügte an: "Wir sind froh, hier weiter spielen zu dürfen." Ungefährdete Favoritensiege fuhren Kanada, Finnland und die USA ein. Kanada verbuchte beim 9:1 (3:0, 2:1, 4:0) gegen Frankreich bereits den zweiten Dreier und buchte sein Ticket für die Zwischenrunde. Die Finnen starteten mit einem 5:1 gegen den letztjährigen WM-Achten Dänemark ins Turnier. Die mit 18 NHL-Profis gespickte US-Auswahl bezwang Aufsteiger Österreich ebenfalls mit 5:1. In der Zwischenrunde steht auch die Schweiz nach einem 4:1 (1:0, 3:1, 0:0) gegen Weißrussland.

Judd Trump ist bei der Snooker-Weltmeisterschaft in Sheffield nach wie vor blendend aufgelegt. Nach dem ersten Finaltag im Crucible Theater führt der 21-Jährige aus Bristol gegen den Schotten John Higgins mit 10:7 Frames ("best of 35"). Damit fehlen dem China-Open-Gewinner noch acht Frames zum ersten WM-Triumph. Wie schon in den Runden zuvor überzeugte Trump mit seinem präzisen Lochspiel. In den Frames sechs und zwölf spielte der 21-Jährige jeweils ein Century Break (100 Punkte in Folge). Dem 35-jährigen Higgins unterliefen dagegen viele leichte Fehler. Dennoch gestaltete der dreimalige Weltmeister die erste Session offen, es ging mit 4:4 in die Pause. Erst in der zweiten Session erarbeitete sich Trump, der in der ersten Runde Titelverteidiger Neil Robertson (Australien) ausgeschaltet hatte, seinen komfortablen Vorsprung. Im 17. und letzten Frame des Abends hatte Higgins noch einmal die Chance, den Rückstand zu verkürzen. Als der "Wizard of Wishaw" bei einer 36:0-Führung aber die Schwarze verschoss, konterte Trump mit einem 45er Break und sicherte sich nach einem Safety-Duell den Frame. Abgeschlossen wird das WM-Finale am Montag mit der dritten und der vierten Session.

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