Sport kompakt Kaymer erstmals im Masters-Wochenende

Golfer Martin Kaymer kann das erste Major des Jahres zu Ende spielen, Tiger Woods enttäuscht. Auch Dirk Nowitzki kann in der Verlängerung gegen Portland die Erwartungen nicht erfüllen. Celtic ist zum 43. Mal schottischer Meister, die Adler Mannheim gehen im Halbfinale der DEL-Playoffs gegen Ingolstadt 2:0 in Führung. Sport kompakt

Golf, Masters: Sehr stark auf den Fairways, aber mutlos auf den Grüns: Martin Kaymer hatte bei seinem fünften Anlauf zwar erstmals den Cut beim US Masters geschafft, doch seine Gefühlslage schwankte zwischen Erleichterung und Frust. "Was ich auf den Grüns abgeliefert habe, war eine Schande. Ich muss einfach mutiger und selbstbewusster putten", sagte der 27-Jährige angesichts von 38 Putts. Enttäuschend war die Vorstellung vor allem deshalb, weil er in der dreiwöchigen Turnierpause im heimischen Arizona intensiv das kurze Spiel trainiert hatte.

Der Flügelflitzer Warum Fußballer auf Ostern stehen

Sommer, Herbst, Weihnachten: Eine Jahreszeit nach der anderen reißt die Fußball-Bundesliga an sich - nun ist Ostern dran. Die Affinität vieler Fußballer für den Osterhasen ist offensichtlich. Oder hat Oliver Kahn jemals Nüsse im Schuh gefordert?

(Video: sde, Foto: dpa)

Verlassen konnte sich Kaymer am Freitag auf seinen Schwung. Er traf an den beiden Tagen 24 der 28 Fairways (85,7 Prozent) und 26 von 36 Grüns (72,2). "Mein Golf war richtig, richtig gut", sagte der Weltranglistensechste. Bis zum Grün. Mit 140 Schlägen lag Kaymer bei Halbzeit des mit 8 Millionen Dollar dotierten Turniers auf Rang 40 und hatte bis dahin ebenso Runden von 72 und 75 Schlägen auf dem Konto wie seine "Schatten" Tiger Woods (USA) und Titelverteidiger Charl Schwartzel (Südafrika). Damit lag das Trio acht Schläge hinter der Spitze. Dort drehte Fred Couples die Golf-Uhren zurück. Der 52-Jährige katapultierte sich genau 20 Jahre nach seinem Masters-Triumph (1992) mit einer 67er-Runde an die Spitze des Feldes und lag dort mit 139 Schlägen gleichauf mit seinem US-Landsmann Jason Dufner.

Bernhard Langer ereilte wieder das vorzeitige Aus. Nach einer guten Par-Auftaktrunde brach er mit einer 80 ein und lag am Ende drei Schläge über dem Cut. Den schafften 63 der 95 gestarteten Spieler. 

Basketball, NBA: Vor Spielbeginn betrat Dirk Nowitzki noch entspannt lächelnd das Parkett, doch die gute Laune kam dem Forward des NBA-Meisters Dallas Mavericks spätestens in der Verlängerung abhanden. Mit 97:99 (56:44) nach Verlängerung unterlagen die Texaner im heimischen American Airlines Center den auswärtsschwachen Portland Trail Blazers. Und Nowitzki, sonst der Mann für die siegbrindenden Aktionen, leitete dieses Mal den Anfang vom Ende mit einem katastrophalen Fehlpass ein. "Das war einfach ein grausamer Spielzug", räumte "Dirkules" nach seinem Missgeschick beim Stand von 97:97 und 22 Sekunden vor Ende der Verlängerung ein: "Ich hole den Rebound, will den Ball für den letzten Wurf halten und sehe ihn (Mitspieler Shawn Marion, d. Red.) dann völlig frei dastehen. Ich habe versucht, ihn schnell anzuspielen. Das ist mir völlig misslungen." Der Ball verfehlte nicht nur den Adressaten, er flog auch noch ins Aus. Portland kam noch einmal in Ballbesitz, und ausgerechnet der in Dallas geborene LaMarcus Aldridge traf zum 99:97-Sieg der Trail Blazers. Durch die vermeidbare 25. Saisonniederlage (31 Siege) lassen die in dieser Saison wenig konstanten Mavs, bei denen Nowitzki mit 23 Punkten erneut treffsicherster Akteur war, als Sechster der Western Conference die Verfolger Houston Rockets und Denver Nuggets (beide 30 Siege/25 Niederlagen) wieder etwas herankommen.

Bahnrad-WM, Melbourne: Kristina Vogel hat bei den Bahnrad-Weltmeisterschaften in Melbourne die Bronzemedaille im Keirin-Rennen der Frauen gewonnen. Die 21-jährige Deutsche, die den Schlusssprint von vorne angezogen hatte, musste sich am Ende nur der Australierin Anna Meares, die Gold gewann, und der Russin Ekaterina Gnidenko geschlagen geben, die im Fotofinish vor Vogel Zweite wurde. Im Omnium der Frauen hatte sich zuvor Laura Trott aus Großbritannien den WM-Titel gesichert. Die 19-Jährige, die mit dem britischen Team bereits im Mannschafts-Verfolgungsfahren triumphiert hatte, verwies Annette Edmondson aus Australien und die US-Amerikanerin Sarah Hammer auf die Plätze zwei und drei.

Fußball, England: Dank des Last-Minute-Siegtreffers von Juan Mata hat der FC Chelsea drei wichtige Punkte im Rennen um die internationalen Plätze in der englischen Premier League gesammelt. Der Spanier traf beim 2:1 (0:0)-Sieg gegen Wigan Athletic am Samstag in der zweiten Minute der Nachspielzeit. Die Führung durch Branislav Ivanovic (62.) hatte Momo Diame in der 83. Minute ausgeglichen. Die Londoner rücken durch den Erfolg auf Platz fünf vor. Am frühen Samstagnachmittag hatte Tottenham Hotspur mit einem torlosen Remis beim AFC Sunderland vorerst den dritten Platz vom FC Arsenal übernommen.

Fußball, Premier League Schottland: Celtic Glasgow ist souverän zum 43. Mal schottischer Fußballmeister. Das Team von Trainer Neil Lennon sicherte sich seine erste Meisterschaft seit vier Jahren bereits am 33. Spieltag mit einem 6:0 (4:0)-Kantersieg beim FC Kilmarnock. Für die "'Bhoys" trafen Charlie Mulgrew (8./35. Minute), Glenn Loovens (16.), Gary Hooper (45./90.) und Joe Ledley (88.). Mit 81 Punkten und 21 Punkten Vorsprung bei fünf verbleibenden Partien liegt Celtic uneinholbar vor Titelverteidiger und Rekordmeister Glasgow Rangers (54 Titel). Dem Erzrivalen der Celtics waren im Februar zehn Punkte abgezogen worden, weil er Insolvenz angemeldet hatte.

Fußball, Italien: Der AC Mailand hat im Titelrennen um die italienische Fußball-Meisterschaft einen schweren Rückschlag erlitten und die Tabellenführung verloren. Der Meister verlor am Samstagnachmittag zu Hause 1:2 gegen den AC Florenz. Zlatan Ibrahimovic hatte Milan in der 31. Spielminute per Elfmeter in Führung gebracht. Danach aber sorgten Stevan Jovetic (47. Minute) und Amauri (89.) für den unerwarteten Erfolg von Florenz sieben Spieltage vor Ende der Serie A. Verfolger Juventus Turin (65 Punkte) zog mit einem 2:0 in Palermo an Milan (64) vorbei. Leonardo Bonucci und Fabio Quagliarella trafen für Juve. Eine überraschende Niederlage kassierte der AS Rom. Die Hauptstädter unterlagen beim abstiegsbedrohten US Lecce mit 2:4.

Handball, Nationalmannschaft: Die deutschen Handballer haben erneut für eine Überraschung gesorgt. Einen Tag nach dem 25:25 gegen Dänemark bezwang der EM-Siebte am Samstag in Flensburg den Europameister mit 33:26 (16:12). Bei der Generalprobe für die WM-Ausscheidung im Juni gegen Bosnien-Herzegowina überzeugte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) sowohl kämpferisch als auch spielerisch. Vor 5300 Zuschauern in der ausverkauften Flensburger Campushalle waren Adrian Pfahl, Steffen Weinhold und Uwe Gensheimer mit je fünf Toren die besten deutschen Torschützen. Zuvor hatte die deutsche B-Nationalmannschaft auch ihr zweites offizielles Länderspiel gewonnen. Das von Co-Bundestrainer Frank Carstens betreute Team bezwang die zweite Mannschaft von Europameister Dänemark mit 28:26 (14:10). Die neu ins Leben gerufene B-Auswahl hatte bereits am Vortag im dänischen Herning den Vergleich mit den Skandinaviern mit 26:24 (11:14) gewonnen.

Eishockey, DEL: Adler Mannheim fehlt nur noch ein Sieg zum Einzug in das DEL-Finale. Die Adler gewannen ihr zweites Playoff-Halbfinale in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) 4:3 (2:0, 2:2, 0:1) gegen den ERC Ingolstadt und führen in der best-of-five-Serie jetzt mit 2:0. Am Samstag mussten sich die Mannheimer gegen Ingolstadt anders als noch beim 4:1 am Donnerstag mächtig ins Zeug legen. In den Endspielen könnte es zum Traumfinale gegen Titelverteidiger Eisbären Berlin kommen. Die Hauptstädter, die am Abend das zweite Samstag-Spiel bestritten, hatten ihr erstes Halbfinale gegen Straubing gewonnen. Mannheim und Berlin waren zuletzt vor sieben Jahren Finalgegner.