Zwei Magdeburger Schiedsrichter kassieren eine Sperre, Österreich nimmt das Olympia-Verbot gegen fünf Biathlon-Betreuer zurück und Löw forciert den Torwart-Vierkampf.
Die Magdeburger Handball-Schiedsrichter Frank Lemme und Bernd Ullrich sind für fünf Jahre gesperrt worden. Zudem wurden beiden Referees für diesen Zeitraum Funktionen im internationalen Handball untersagt. Dieses Urteil fällte die Schiedskommission der Europäischen Handball-Föderation (EHF) am Donnerstag. Damit ahndete das Gremium, dass die beiden Magdeburger weder den Fund von 50 000 Dollar im Gepäck nach dem Europacup-Finale 2006 zwischen Medwedi Tschechow und BM Valladolid gemeldet hatten noch einen vorangegangenen Manipulationsversuch. Schockiert reagierte der Deutsche Handballbund (DHB) auf die harte Sanktion. "Das heißt ja lebenslänglich. Das ist ein Urteil, was mich komplett überrascht. Wenn man 46 und 47 Jahre alt ist, ist das das Ende der nationalen und internationalen Karriere", sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier.
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Unrühmliches Ende einer glanzvollen Karriere: Die Magdeburger Schiedsrichter Frank Lemme (re.) und Bernd Ullrich (li.) sind für fünf Jahre gesperrt worden. (© Foto: dpa)
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Die Beachvolleyball-Weltmeister Julius Brink und Jonas Reckermann sind erwartungsgemäß mit zwei Siegen in das Grand-Slam-Turnier von Klagenfurt gestartet. Das topgesetzte Duo aus Leverkusen und Köln, das zuletzt im Halbfinale von Marseille nach zuvor 25 Siegen erstmals wieder verlor hatte, gewann gegen die Qualifikanten Gabathuler/Schnider aus der Schweiz (21:11, 25:23) und die Georgier Geor/Gia (21:19, 21:17) jeweils mit 2:0. Ebenfalls einen perfekten Start erwischten die Olympiafünften David Klemperer/Eric Koreng. Die an Position sechs gesetzten Essener gewannen ihre Spiele gegen die Polen Fijalek/Prudel (21:18, 21:14) und die Chinesen Xu/Li (21:18, 21:17) ebenfalls ohne Satzverlust.
Die deutschen Golfprofis Marcel Siem und Alexander Cejka haben bei den Morovia Silesia Open im tschechischen Celadná einen schwachen Start erwischt. Während der Ratinger Siem mit 73 Schlägen auf dem Par-72-Kurs und dem geteilten 59. Platz noch Chancen auf den Cut besitzt, sieht es für den gebürtigen Tschechen Cejka schlechter aus. Extra für das mit zwei Millionen Euro dotierte Turnier aus seiner Wahlheimat USA in sein Geburtsland gereist, patzte Cejka mit einer 75er Runde, die ihm den 93. Rang bescherte. Die Führung übernahm im Prosper Golf Club der Argentinier Tano Goya (65) vor den schlaggleichen Engländern John Bickerton und Steve Webster (beide 66).
Dreieinhalb Jahre nach dem Doping-Skandal bei den Olympischen Winterspielen in Turin hat Österreich das Olympia-Verbot gegen Biathlon-Betreuer zurückgenommen. Wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtete, hatte das Österreichische Olympische Komitee beschlossen, fünf Betreuer wieder zuzulassen. Damit dürfen Biathlon-Trainer Alfred Eder, Koordinator Walter Gapp, Co-Trainer Walter Hörl sowie die Betreuer Heinz Mühlbacher und Stefan Rohrmoser mit zu den Winterspielen 2010 nach Vancouver fahren.
Zufrieden war Bayern Münchens Neu-Trainer Louis van Gaal mit dem Spiel seiner Mannschaft beim 4:1 gegen den AC Mailand - bis ihn eine Frage zu Luca Toni auf die Palme brachte und für ein abruptes Ende der ersten Pressekonferenz von van Gaal in der Allianz Arena sorgte. Ob er denn Thomas Müller für besser als Luca Toni halte, weil er den jungen Mann von Beginn an eingesetzt habe, wurde der Niederländer gefragt. Da Toni, der verspätet in die Saison-Vorbereitung einstieg und zudem noch an Achillessehnenproblemen laboriert, derzeit noch keine Alternative ist, beantwortete der 57-Jährige nicht einmal die Frage. Van Gaal erhob sich vom Pressepodium, schob erbost seinen Stuhl zur Seite. Auch den Versuch von Mediendirektor Markus Hörwick, der beschwichtigend erklären wollte, warum der Italiener fehlte, hatte der Trainer rigoros unterbunden. Er erwarte nicht nur von seinen Spielern, sondern auch von den Medien gute Vorbereitung.
Joachim Löw will sich bei der Klärung der Frage nach der Nummer 1 im Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft Zeit lassen und den Bundesliga-Start abwarten. "Wir müssen erst einmal entscheiden, wer in den nächsten Partien im Tor steht, und das ist wie gesagt auch von den Leistungen an den ersten Spieltagen abhängig", sagte der Bundestrainer der Hamburger Morgenpost (Donnerstag) in einem Interview. Entscheiden muss er sich zwischen den Keepern Robert Enke (Hannover 96), Tim Wiese (Werder Bremen), René Adler (Bayer 04 Leverkusen) und Manuel Neuer (FC Schalke 04). "Alle vier Kandidaten machen seit Monaten einen hervorragenden Eindruck", sagte der Bundestrainer zum Stand der Dinge.
Die Fußball-Frauen des FC Bayern München haben den ersten Schritt zur Qualifikation für die Champions League geschafft. Der Vize-Meister bezwang am Donnerstag im litauischen Siauliai Glasgow City mit 5:2 (2:0). Auf dem Weg zur Champions League warten in der Qualifikation noch Norchi Dinamoel (Georgien) am Samstag und Gintra Universitetas (Litauen) am Dienstag. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich für die europäische Königsklasse.
Tommy Haas hat beim ATP-Turnier in Los Angeles das Viertelfinale erreicht. Die Nummer eins der Setzliste hatte beim 6:1, 6:3 gegen den US-amerikanischen Wildcard-Starter Jesse Levine keine Mühe. Der gebürtige Hamburger trifft in der nächsten Runde auf den Russen Marat Safin.
- Fußball: Turnier in München Konturen für van Gaal 30.07.2009
- Sport kompakt Der Kaiser kann's nicht lassen 29.07.2009
- Sport kompakt Und nun Pogrebnjak? 28.07.2009
(sueddeutsche.de/aum/mb)
Natürlich war die Frage unangenehm, weil sie impliziert, dass Gaal ein Problem haben könnte, wenn Toni wieder fit ist und sich Müller bis dahin bewährt hat. Dem hat sich Gaal auf sehr unprofessionelle Art entzogen. Und das wird ihm bei nächster Gelegenheit (zu recht) um die Ohren gehauen.
Wenn hier jemand meint ( gell Spezitrinker ), van Gaal wäre einer unangenehmen Frage ausgewichen, dann hat er nichts vertstanden.
Die Frage war nicht unangenehm sondern schlicht dämlich, weil der FC Bayern u.a. auf seiner Website bekannt gegeben hatte, dass Luca Toni nicht einsatzfähig ist.
Van Gaal hat völlig Recht, wenn er fordert, dass sich die Journalisten besser informieren sollen.
Sobald es beim FC Bayern mal wieder nicht ganz rund läuft, wird das gegen ihn verwendet werden. ("Wie es aus Spielerkreisen heißt kommt die Arroganz von van Gaal sehr schlecht an").
Da hat er unnötigerweise eine Baustelle aufgerissen.
Es ist eine Frage des Anstandes, sonst nichts. Und wenn die Fragen auch dämlich oder saudumm (das ist nicht meine, sondern die hier genutzte Wortwahl) ist, ist es trotzdem lediglich ein Zeichen von mangelnder Erziehung.
Pressekonferenzen gehören zum Job eines Bundesligatrainers dazu, für die dafür aufgewendete Zeit muss ich ihn nicht bedauern. Einige seiner Aussagen sind auch grenzwertig, und die Medien (also Journalisten bzw. die SZ) drucken es trotzdem ab. Wär ja noch schöner, wenn die sich beleidigt abwenden und nicht mehr berichten würden.
Oder was passiert, wenn diejenigen von Euch, die einen Job haben, einer unangenehmen Frage dadurch aus dem Weg gehen, daß sie sich umdrehen und gehen? Die Antwort liegt auf der Hand...
Sehr schön! Recht hat er, schließlich muß so ein Trainer Tage, Wochen, vielleicht sogar Monate seines Lebens mit Pressekonferenzen vergeuden. Wenn er dann das Gefühl hat dass die ganze Sache nicht ernst genommen wird, dann lässt er's halt. Und diese Frage kann man ja nicht ernst nehmen. Denn so dämlich ist kein Mensch.
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