Sport kompakt Hans Grugger darf wieder Skifahren

Der im Januar schwer gestürzte Abfahrer hat seine Verletzungen so überstanden, dass er wieder auf die Piste kann. Der Prozess um Manipulationsvorwürfe gegen den FC Bayern ist verschoben, Tennis-Profi Julia Görges scheitert im Achtelfinale.

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Der im Januar in Kitzbühel schwer gestürzte Skirennfahrer Hans Grugger darf wieder auf die Piste. "Die Verletzung an der Halsschlagader ist noch nicht vollständig ausgeheilt, das ist aber soweit in Ordnung, daher habe ich auch das Okay zum Skifahren bekommen", sagte Grugger nach Untersuchungen an der Innsbrucker Universitätsklinik und im Landeskrankenhaus Hochzirl. "Die nächsten Schritte sehen so aus, dass ich in den nächsten zwei bis drei Wochen Skifahren gehen werde. Vorher muss ich mich aber erst psychisch darauf vorbereiten, weil es doch ein großer Schritt für mich ist. Es wird auch so sein, dass ich sicher einige Monate mit freiem Skifahren verbringen werde, um mich darauf einzustellen und den Spaß wiederzufinden. Dann wird man weitersehen", sagte der viermalige Weltcup-Sieger. Mindestens ein halbes Jahr darf er aber noch nicht leistungsmäßig fahren. Grugger war am 20. Januar beim Abfahrtstraining auf der Streif in der Mausefalle gestürzt, hatte schwere Kopfverletzungen erlitten und musste stundenlang notoperiert werden. Zudem lag er knapp zwei Wochen im künstlichen Tiefschlaf.

Hans Grugger.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der Auftakt zum Prozess um dubiose Manipulationsvorwürfe gegen den FC Bayern München vor dem Hamburger Amtsgericht ist verschoben worden. Das teilte die Pressestelle des Hanseatischen Oberlandesgerichts am Mittwoch mit. Eigentlich sollten sich der ehemalige Disziplinarchef der Europäischen Fußball-Union (UEFA), Peter Limacher, und sein damaliger Mitarbeiter Robin B. von diesem Freitag an wegen Verleumdung vor Gericht verantworten. Wegen einer Erkrankung ist B. aber nicht verhandlungsfähig, sagte Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn der Nachrichtenagentur dpa. Ein neuer Verhandlungstermin wurde für den 25. November festgelegt.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, im Juni 2010 gegenüber zwei Journalisten des Hamburger Magazins Stern wahrheitswidrig behauptet zu haben, dass gegen Mitarbeiter des FC Bayern nach dem UEFA-Cup-Halbfinal-Rückspiel bei Zenit St. Petersburg (0:4) im Mai 2008 ermittelt werde. Sie sollen erklärt haben, diese stünden im Verdacht, für die verlorene Partie 40 Millionen Euro von der russischen Mafia erhalten zu haben. Zudem sollen die Angeklagten behauptet haben, dass es beim heutigen Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß, Finanzvorstand Karl Hopfner und einem namentlich nicht genannten Spieler Hausdurchsuchungen gegeben habe. Die Münchner hatten nach der Stern-Veröffentlichung gegen das Duo Strafanzeige erstattet und Strafantrag gestellt.

Tennisspielerin Julia Görges ist beim WTA-Turnier in Tokio trotz einer starken Leistung ausgeschieden. Sie unterlag am Mittwoch im Achtelfinale der mit rund zwei Millionen Dollar dotierten Hartplatz-Veranstaltung der früheren Weltranglisten-Ersten Maria Scharapowa aus Russland mit 6:7 (4:7), 6:7 (4:7). Matthias Bachinger ist beim ATP-Turnier in Bangkok hingegen weiter dabei. Der 24-Jährige aus Dachau bezwang den Lokalmatadoren Danai Udomchoke mit 7:6 (7:5), 6:3. Bachinger trifft im Viertelfinale auf den französischen Rothenbaum-Sieger Gilles Simon oder Lu Yen-Hsun aus Taiwan.

Lazio Rom kann im Europa-League-Spiel am Donnerstag bei Sporting Lissabon auf Miroslav Klose zählen. Der deutsche Fußball-Nationalstürmer habe zwar leichte Muskelprobleme, könne aber spielen, berichtete die Internetausgabe des Corriere dello Sport. Eine Untersuchung am Mittwochmorgen habe keine Zerrung in der rechten Wade ergeben. Der 33-Jährige hatte schon am Vortag betont, in Portugal unbedingt spielen zu wollen. Für Trainer Edy Reja ist Klose erste Wahl. Der Ex-Münchner hatte Lazio am vorletzten Wochenende mit seinem zweiten Serie-A-Tor zum ersten Ligasieg in dieser Saison geschossen.

Michael Platini hat im Kampf gegen Spielmanipulation Europas Staaten um Unterstützung gebeten. Der Präsident des europäischen Fußballverbandes (Uefa) sagte vor dem Europarat in Straßburg am Mittwoch, dass der Sport mit der Aufgabe überfordert sei, alleine gegen kriminelle Banden und deren Spielabsprachen vorzugehen. Er forderte die Staaten zudem auf, Spielmanipulation als Straftat zu behandeln. Die Anzahl der verschobenen Fußballspiele nannte der ehemalige Weltklassefußballer aus Frankreich "alarmierend", nur durch sportliche Sanktionen sei diesem Ausmaß nicht mehr beizukommen. Platini forderte deshalb eine globale Strategie, um Spielmanipulationen wirksam zu bekämpfen.

Der FC St. Pauli ist nach dem zweiten Becherwurf eines Fans innerhalb eines halben Jahres noch einmal glimpflich davongekommen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilte den Zweitligisten am Mittwoch wegen "mangelnden Schutzes des Schiedsrichters in Tateinheit mit nicht ausreichendem Ordnungsdienst" zu 8000 Euro Geldstrafe. Dies teilte der DFB mit. Der FC St. Pauli hat dem Urteil zugestimmt, es ist damit rechtskräftig. Nach Abpfiff des Aue-Spiels war von einem Anhänger ein leerer Plastikbecher in Richtung des Referee-Gespanns geworfen worden, das gerade auf dem Weg in die Kabine war. Gegen den Tatverdächtigen wird der Club zivilrechtlich vorgehen und zudem ein Stadionverbotsverfahren einleiten. Schon am 1. April hatte es am Millerntor einen Becherwurf gegeben: Im Erstligaspiel gegen Schalke 04 (0:2) war Linienrichter Thorsten Schiffner von einem vollen Bierbecher im Nackenbereich getroffen worden und kurzzeitig benommen zusammengebrochen. St. Pauli musste als Strafe in dieser Saison sein erstes Zweitliga-Heimspiel gegen den FC Ingolstadt (2:0) auf neutralem Platz in Lübeck bestreiten.

Fußball-Zweitligist 1860 München hat mit Sebastian Maier ein weiteres Nachwuchstalent an sich gebunden. Der 18 Jahre alte Mittelfeldspieler habe am Mittwoch einen Vertrag bis Mitte 2013 mit der Option auf ein weiteres Jahr unterschrieben, teilte der Verein mit. "Basti ist ein sehr guter Fußballer. Der Junge ist spielstark, kreativ und bringt ein unheimliches Entwicklungspotenzial mit", erklärte "Löwen"-Sportchef Florian Hinterberger. U19-Nationalspieler Maier gehört seit Beginn der Saison zum Förderkader der "Löwen" und absolvierte die komplette Vorbereitung mit den Profis. In der 2. Liga kam er bislang auf vier Kurzeinsätze.