Mit kugelsicherer Weste lockt der Berliner Verteidiger den Täter in die Falle, Rafinha angeblich zu Bayern, Trainer Funkel wehrt sich gegen Fans. Sport kompakt

Fußball-Nationalspieler Arne Friedrich ist erst bestohlen und dann erpresst worden. Es ging um eine 8900 Euro teure EM-Uhr, die alle 23 deutschen Europameisterschafts-Teilnehmer im Sommer 2008 mit Gravur des Namens und der Trikotnummer als Erinnerungspräsent erhalten hatten. Die Uhr war dem Berliner Friedrich, der nach einer Knie-Operation derzeit im Wiederaufbau-Training steht, in einem Rehabilitations- und Fitnesszentrum gestohlen worden. Der Dieb hatte dann von Friedrich telefonisch 5000 Euro gefordert, wenn dieser das Einzelstück zurückhaben wolle. Übereinstimmende Medien-Berichte über den Vorfall hat Friedrichs Arbeitgeber Hertha BSC bestätigt. Der Nationalspieler selbst hat der Polizei bei der Festnahme des Erpressers geholfen. "Ich habe nach Absprache mit den Beamten einen Ort und Zeitpunkt mit dem Erpresser ausgemacht. Es sollte zu Geld- und Uhren-Übergabe kommen", berichtete Friedrich in der B.Z.. Der Fußball-Profi trug nach eigenen Angaben sogar eine kugelsichere Weste, kurz vor der Übergabe wurde der vermeintliche Täter geschnappt. "So etwas wünsche ich keinem, mir war die gesamte Zeit über recht mulmig", berichtete Friedrich, der sich nun eine geheime Mobilfunk-Nummer zugelegt hat. ________________________________________________________________

Bild vergrößern

Opfer einer Erpressung: Arne Friedrich. (© Foto: AP)

Anzeige

Der brasilianische Rechtsverteidiger Rafinha vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 steht angeblich vor einem Wechsel zu Rekordmeister Bayern München. Nach einem Bericht der Münchner AZ sollen sich die Klubs bereits über einen Transfer des 23-Jährigen an die Isar geeinigt haben. Die Zeitung beruft sich dabei auf Quellen im Schalker Aufsichtsrat. Rafinhas Vertrag bei den Königsblauen läuft allerdings noch bis 2011, sein Marktwert liegt bei zwölf Millionen Euro.  ________________________________________________________________

Eine Rauferei im Training des Bundesliga-Tabellenführers VfL Wolfsburg bleibt für die Streithähne Zvjezdan Misimovic und Rodrigo Alvim ohne Konsequenzen. Im Training am Dienstag hatte der bosnische Spielmacher Misimovic den Ersatzspieler Alvim nach einer Grätsche des Verteidigers angebrüllt. Beide Profis standen sich Kopf an Kopf gegenüber, schubsten und traten sich. Ihre Teamkollegen und Co-Trainer Bernd Hollerbach schlichteten den Zoff. Nach dem Training war der Streit offenbar wieder vergessen. "In der Kabine haben wir uns umarmt. Alles ist wieder gut", berichtete Misimovic. Trainer Felix Magath verzichtete am Mittwoch auf Strafen, und der Verein erklärte die Angelegenheit für beendet. "Der Vorfall war schon kurz danach kein Thema für uns", hieß es auf Anfrage. ________________________________________________________________

Bundestrainer Joachim Löw muss bei der Asienreise der deutschen Fußball-Nationalmannschaft zum Saisonabschluss nach Kapitän Michael Ballack auch auf die Akteure von Bayer Leverkusen verzichten. René Adler, Simon Rolfes, Patrick Helmes und Stefan Kießling fallen für den einwöchigen Fernost-Trip aus, nachdem sie durch den 4:1-Sieg gegen FSV Mainz 05 das DFB-Pokalfinale erreicht haben. Am 30. Mai trifft Leverkusen in Berlin auf Werder Bremen oder den Hamburger SV. Auch die Nationalspieler des Endspielgegners werden Löw fehlen. Ballack bestreitet ebenfalls am 30. Mai mit dem FC Chelsea das englische Pokalfinale gegen den FC Everton. ________________________________________________________________

Die deutschen Datenschützer sehen gravierende Lücken im Code der Weltantidoping-Agentur WADA in Fragen des Adams-Abmeldesystems. "Der WADA-Code bedarf in einigen Punkten dringend einer Nachbesserung", erklärte Roland Bachmeier, der Leiter der Dienststelle des Bundesbeauftragten für Datenschutz in einer öffentlichen Sitzung des Sportausschusses im Deutschen Bundestages in Berlin. Bei den Abmeldungen der Athleten handele es sich um sehr sensible Daten. "Die Frage ist berechtigt, ob Aufenthaltsorte von Athleten tatsächlich über so lange Zeiträume zugänglich sein müssen. So, wie es im Moment gemacht wird, ist es nicht richtig", kritisierte Bachmeier. Bei Aufenthalts- und Übernachtungs-Orten handele es sich immer auch über "sensible Beziehungs-Daten". So griffen Meldepflichten über Aufenthaltsorte in die Privatsphäre ein und schließen somit die Möglichkeit des Missbrauchs ein. So könne es bei Daten über gleichgeschlechtliche Partnerschaften in außereuropäischen Ländern durchaus zu Problemen kommen. Auch die Veröffentlichungen von Doping-Verstößen im Internet sind nach Meinung des Datenschützes Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte. ________________________________________________________________

Mit heftiger Kritik an den Fans von Eintracht Frankfurt hat Trainer Friedhelm Funkel erstmals auf die seit Monaten gegen ihn lautstark vorgetragenen Unmutsäußerungen reagiert. "Ich finde es unglaublich, wie niedrig inzwischen die Hemmschwelle geworden ist, Menschen zu beschimpfen. Das passiert auch anderen Kollegen, Ede Becker in Karlsruhe zum Beispiel oder auch Jürgen Klinsmann, der auf Platz zwei steht und aus meiner Sicht noch deutscher Meister wird", sagte der Coach der Frankfurter Neue Presse. Der 55-Jährige sieht sich bei den Heimspielen regelmäßig mit "Funkel-raus"-Rufen konfrontiert. "Mich belastet das nicht. Ich höre natürlich diese Rufe, aber ich beschäftige mich nicht damit. Es ist mir nicht egal, aber ich kann es ja nicht ändern. Die Vorwürfe sind teilweise völlig haltlos", erklärte der mit 423 Bundesligaspielen derzeit erfahrenste Trainer des Oberhauses. Trotz des gestörten Verhältnisses zu den Eintracht-Fans will Funkel seinen erst vor wenigen Wochen bis Sommer 2010 verlängerten Vertrag in Frankfurt erfüllen. "Ich weiß nicht, ob und wie das zu kitten ist. Ich habe jedenfalls immer noch genauso viel Spaß wie am ersten Tag." ________________________________________________________________

Die deutsch-schweizerische Unternehmerfamilie Flick will offenbar den dreimaligen italienischen Meister AS Rom übernehmen. Laut eines Berichts der Sportzeitung Gazzetta dello Sport laufen bereits Gepräche zwischen der Flick-Gruppe und der Unternehmerfamilie Sensi, die ihre Aktienmehrheit am Serie-A-Klub verkaufen will.

Leser empfehlen 

(sueddeutsche.de/sid/dpa/aum)