Von Sport kompakt

Neue Meldungen über dopende Wintersportler in Wien, Lautern wieder Erster, FC Barcelona gewinnt zu neunt, Toter bei Test im WM-Stadion in Kapstadt.

Wenige Tage vor den Olympischen Winterspielen in Vancouver hat Österreichs NOK-Präsident Karl Stoss die Spekulation über die Beteiligung deutscher Athleten an der Wiener Blutdoping- Affäre neu entfacht. "Wenn sie das Wort Humanplasma in den Mund genommen haben, dann denke ich, dass auch eine ganze Menge deutscher Sportler da auf der Liste stehen", sagte Karl Stoss in der ZDF-Dokumentation Mission Gold - Die Blutspur der Dopingbetrüger, die am Mittwoch (23.15 Uhr) ausgestrahlt wird. "Da sollte man nicht mit Steinen in Glashäusern werfen, wo man selbst drinnen sitzt." Beweise für eine Verstrickung deutscher Athleten gab es bisher aber nicht. Der im Oktober 2009 zum Chef des Nationalen Olympischen Komitees (ÖOC) Österreichs gewählte Stoss warnte zudem: "Da ist höchste Vorsicht angesagt, es ist ein trauriges Kapitel, das man gemeinsam zu vertreten und aufzuarbeiten hat." Namen wollte er nicht nennen.

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(© Foto: ddp)

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Der 1. FC Kaiserslautern hat die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga verteidigt. Am 21. Spieltag feierten die Pfälzer am Sonntag einen 3:0 (0:0)-Sieg über den SC Paderborn und wahrten ihren Ein-Punkte-Vorsprung vor dem FC St. Pauli. Fortuna Düsseldorf unterstrich mit dem 2:0 (2:0)-Derbysieg gegen den MSV Duisburg vor der Saison-Rekordkulisse von 48 250 Zuschauern seine Aufstiegsambitionen. Der Tabellenvorletzte FSV Frankfurt verpasste mit dem 1:1 (0:0) gegen Alemannia Aachen den Sprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz.

Deutschlands Skispringer haben mit dem Sieg beim Mannschafts-Weltcup in Willingen eine glanzvolle Generalprobe für die Olympischen Winterspiele gefeiert. Das DSV-Quartett in der Besetzung Michael Neumayer (Berchtesgaden), Pascal Bodmer (Meßstetten), Martin Schmitt (Furtwangen) und Michael Uhrmann (Rastbüchl) feierte am Sonntag mit 965,5 Punkten den ersten Sieg seit fünf Jahren vor Norwegen (959,6). Österreich reichte ein dritter Rang zum Gewinn der Team-Tour, für den es 100.000 Euro gab.

Timo Boll jagt Tischtennis-Ikone Jan-Ove Waldner. Der deutsche Ausnahmekönner gewann beim Heimspiel in Düsseldorf zum fünften Mal das Europa Top 12-Turnier und verkürzte den Rückstand auf den siebenmaligen Rekordsieger aus Schweden. In einem packenden Finale mit artistischen Einlagen wiederholte Boll mit 4:2 gegen Weltcupsieger Wladimir Samsonow aus Weißrussland den Erfolg aus dem Vorjahr an gleicher Stelle. Bei den Damen siegte in Li Jiao (Niederlande) zum zwölften Mal seit 1994 eine gebürtige Chinesin. Europameisterin Jiaduo Wu (Kroppach) enttäuschte und flog mit zwei Niederlagen bereits in der Vorrunde raus. "Ich bin sehr zufrieden. Ich habe abgerufen, was nötig war und konnte einige Sachen umsetzen, die ich im Training probiert habe. Bei 100 Prozent bin ich aber noch nicht", sagte Boll, der sich bei den 3000 Fans im Burg-Wächter-Castello für die lautstarke Rückendeckung bedankte.

Spaniens Fußball-Meister FC Barcelona ist einfach nicht zu stoppen - nicht einmal durch die Schiedsrichter. "Es ist mir egal, ob sie uns mit zehn, neun oder acht Spielern zu Ende spielen lassen, oder ob sie drei Elfmeter gegen uns geben. Dann müssen wir halt vier Tore schießen", sagte Barca-Trainer Josep Guardiola nach dem 2:1-Erfolg gegen den FC Getafe, mit dem die Katalanen auch im 21. Saisonspiel ungeschlagen blieben. Im heimischen Camp Nou hatte der Champions-League-Sieger und Klub-Weltmeister die Partie mit nur neun Spielern beenden müssen. Nachdem Gerard Pique schon nach 25 Minuten nach einem rüden Foul vom Platz geflogen war, folgte ihm Abwehrkollege Rafael Marquez in der Nachspielzeit nach einem von ihm verursachten Elfmeter. Den verwandelte zwar Roberto Soldado zum Anschlusstreffer, doch das 16. Saisontor von Weltfußballer Lionel Messi (7.) und ein Treffer von Mittelfeldregisseur Xavi (67.) reichten zum 17. Saisonsieg, der die weiterhin fünf Punkte Vorsprung vor dem Erzrivalen Real Madrid sicherte. Die "Königlichen" setzten sich gegen Espanyol Barcelona mit 3:0 durch.

Trotz des weiter ungebremsten sportlichen Absturzes will der deutsche Fußball-Meister VfL Wolfsburg die Saison mit Interimstrainer Lorenz-Günther Köstner beenden. Ein endgültiger Nachfolger für den im Januar beurlaubten Armin Veh soll erst zur neuen Spielzeit kommen. "Es ist vorgesehen, dass wir mit Köstner die Saison zu Ende bringen. Das ist unser Ziel", bekräftigte Manager Dieter Hoeneß am Sonntag im DSF-Doppelpass. Auch Köstner konnte die Negativserie von nun elf sieglosen Pflichtspielen in zwei Partien als VfL-Coach bisher nicht beenden. Zuvor hatte Hoeneß die weitere Zusammenarbeit mit dem bisherigen Amateurtrainer Köstner auch von den Ergebnissen aus den Spielen gegen die Spitzenteams Hamburg (1:1), Bayern München (1:3), Leverkusen und gegen Schalke abhängig gemacht. Nun stellte er klar, dass der neue Trainer zwar möglicherweise bereits "Ende März, Mitte April" vorgestellt werde, nach jetzigem Stand aber erst zur kommenden Saison beginnen werde. "Verändern würde sich die Situation nur, wenn wir noch mal richtig Probleme bekämen", sagte Hoeneß.

Meister Girondins Bordeaux kommt im französischen Fußball nach einem erneuten Patzer immer mehr ins Schlingern. Nach der überraschenden 2:4-Schlappe bei Stade Rennes bleiben die "Marineblauen" nach dem 23. Spieltag zwar mit 48 Punkten weiter Tabellenführer der Ligue 1. Der Vorsprung auf Aufsteiger HSC Montpellier schmolz aber innerhalb von nur drei Wochen von zehn auf magere drei Zähler. Die Südfranzosen schaffte am Samstag durch den 2:0-Sieg bei US Boulogne den fünften "Dreier" in Folge und festigten den zweiten Platz. "Die Spannung ist wieder hergestellt", freute sich am Sonntag das Fachmagazin France Football in seiner Online-Ausgabe. Der Neuling kann derweil sein Glück nicht fassen. "Wir sind im siebten Himmel", jubelte HSC-Coach Rene Girard.

Meister Inter Mailand marschiert in der Serie A Richtung Titelverteidigung, Rekordmeister Juventus Turin droht der Absturz ins Mittelmaß. Während Spitzenreiter Inter (52 Punkte) am Sonntag US Cagliari locker mit 3:0 besiegte und Verfolger AC Mailand (42) in der italienischen Fußballliga abhängte, fiel Juve (35) auf Platz sieben zurück. "Wir machen einfach zu viele Fehler", klagte Juves neuer Trainer Alberto Zaccheroni nach dem enttäuschenden 1:1 bei Kellerkind AS Livorno. "Juve ganz, ganz klein", titelte der Corriere dello Sport am Sonntag. Das Turiner Sportblatt Tuttosport spottete: "Da ist die Jugend-Mannschaft ja besser!" Zaccheroni flüchtete sich in Zweckoptimismus: "Wir werden uns wieder fangen." Nationalspieler Thomas Hitzlsperger hat sein erstes Spiel mit Lazio Rom verloren. Der neue Verein des 27-Jährigen unterlag Catania Calcio mit 0:1 und rutschte auf einen Abstiegsplatz ab. Hitzlsperger spielte von Beginn an und wurde in der 64. Minute ausgewechselt. Er war vor einer Woche vom VfB Stuttgart nach Rom gewechselt. (Zur Serie A)

Hochspringerin Ariane Friedrich hat das Training wieder aufgenommen, wird wegen ihrer Rückenprobleme aber weiterhin in einem Rheumazentrum behandelt. "Der Grund für ihre Schmerzen wurde noch nicht gefunden", sagte Friedrichs Trainer Günther Eisinger am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Wir können aber immerhin ausschließen, dass es etwas mit der Wirbelsäule oder dem Becken zu tun hat. Es ist nichts, bei dem man Folgeschäden befürchten müsste." Die 26-Jährige hat seit Dezember Beschwerden. Trotzdem übersprang sie vor einer Woche 2,00 Meter und stieg am Donnerstag ins Training ein. Eisinger hat die Hallen-Saison "noch nicht abgeschrieben".

Zehntausende aufgebrachte Fans sind am Samstag in Togos Hauptstadt Lome gegen die afrikanische Fußball-Konföderation CAF auf die Straße gegangen. Zwischen 25.000 und 50.000 Demonstranten machten ihrem Unmut nach der Entscheidung der CAF, Togo von den Afrika-Meisterschaften 2012 und 2014 auszuschließen, Luft. CAF-Präsident Issa Hayatou wurde in Sprechchören beschimpft und immer wieder zum Rücktritt aufgefordert. Die CAF hatte mit ihrer Reaktion auf den Rückzug der Westafrikaner vom Afrika-Cup in Angola weltweit Kopfschütteln ausgelöst. Togos Delegation war in der angolanischen Exklave Cabinda kurz vor dem Beginn des Kontinentalturniers Zielscheibe eines Terroranschlags geworden, bei dem der Pressesprecher und der Assistenztrainer erschossen wurden. Premierminister Gilbert Houngbo sprach ein Machtwort und beorderte das Team nach Hause. Die CAF sprach daraufhin wegen der Einmischung der Politik in sportliche Verbandsbelange die drastische Sanktion aus.

Ein Todesfall hat den zweiten Härtetest für das neue Kapstädter WM-Stadion überschattet. Am Rande eines Freundschaftsspiels zweier lokaler Rugby-Teams vor 40.000 Zuschauern erlitt ein Mann vor den Eingangstoren einen Herzinfarkt und verstarb wenig später im Krankenhaus. In Kapstadt finden bei der Fußball-WM (11. Juni bis 11. Juli) insgesamt acht Partien statt, darunter ein Halbfinale. Voraussichtlich am 27. März soll das WM-Stadion im Stadtteil Green Point auf die Grenzen seiner Belastbarkeit getestet werden. Dann werden bei einem internationalen Fußball-Freundschaftsspiel unter Flutlicht 68.000 Zuschauer eingelassen.

Der ehemalige italienische Radprofi Franco Ballerini ist am Sonntag bei einer Auto-Rallye in Larciano in der Toskana tödlich verunglückt. Der 45-Jährige geriet als Beifahrer an der Seite von Pilot Alessandro Ciardi in einem Waldstück ins Schleudern. Der Wagen prallte mit 120 km/h gegen eine Betonmauer. Ballerini, Auswahltrainer der italienischen Mannschaft bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

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(dpa/sid/hum)